Roger Federer sucht Inspiration bei Rafael Nadal

"Er hat unglaubliche Comebacks hingelegt"

Sonntag, 15.01.2017 | 08:09 Uhr
Alles Roger? Der Maestro beim Training vor Turnierbeginn
© getty

Roger Federer und sein Comeback - eines der großen Themen der Australian Open. Der Schweizer nimmt seinen größten Rivalen hierbei als Vorbild - und ist für Ex-Coach Paul Annacone nach wie vor ein Kandidat für einen Major-Sieg

Roger Federer ist vermutlich ein glücklicher Mann. Welcher Sportler sonst kann auf eine derart verletzungsfreie Karriere zurückblicken wie der Schweizer - von den Zimperlein am Rücken von Zeit zu Zeit mal abgesehen? Dass es für Federer vor ziemlich genau einem Jahr beim Badwasser-einlassen "Klick" gemacht hat im linken Knie, das ihn quasi die Saison 2016 gekostet hat? Bitter - aber kein Vergleich zur Verletzungshistorie seines größten Rivalen.

Fuß, Knie, Handgelenk - die Wehwehchen von Rafael Nadal haben diesen wohl einige Major-Siege gekostet, aber Nadal, den Kämpfer, nie verzweifeln lassen. Im Gegenteil: 2013, nach einer gefühlt ewigen Auszeit, legte "Rafa" eines der größten Comebacks aller Zeiten hin und spielte sich wieder auf Platz eins der Welt.

Für Federer ein weiter Weg, vielleicht ein unrealistischer; dennoch ist Nadal ganz klar ein Vorbild in Sachen Rückkehr auf den Court. "Rafa ist unglaublich, was Comebacks angeht", so Federer gegenüber der New York Times. "Er ist einer der Jungs, die das am besten und am häufigsten geschafft haben. Jedesmal, wenn er zurückkam, war er wieder im Spiel um die großen Titel, verdammt schwer zu besiegen und einer der Favoriten, auch auf seinen schwächeren Belägen. Vielleicht zeigt er mir bei dieser Gelegenheit den Weg dafür, wie man das macht."

Annacone: "Große Spieler können auch zum Ende hin großartig spielen"

Dass Federer und Nadal noch große Titel in sich haben, davon ist auch Ex-Federer-Coach Paul Annacone überzeugt. "Roger und Rafa können immer noch große Turniere gewinnen. Die Schwierigkeit ist, das über ein ganzes Jahr hinzubekommen", so der US-Amerikaner, der auch den schon abgeschriebenen Pete Sampras noch zu einem letzten Hurra bei den US Open 2002 gecoacht hat. "Rafa kann die French Open gewinnen, selbst wenn er aus seiner Sicht nur durchschnittlich gut spielt, und Roger kann Wimbledon gewinnen, wenn er gut spielt. Und es gibt keinen Grund, warum die beiden das nicht dieses oder ein paar weitere Jahre tun könnten, wenn sie gesund bleiben."

Eine Lehre, die Annacone aus der Sampras-Zeit mitgenommen hat. "Ich habe es immer gespürt, und denke, Pete hat es vor mehr als einem Jahrzehnt bewiesen: Große Spieler können am Ende ihrer Karriere großartig spielen. Es ist nur härter für sie, das über den Verlauf einer gesamten Saison zu tun", so Ex-Profi Annavone. "Roger und Rafa können 7 Matches in 14 Tagen spielen. Aber können sie es 10 Monate lang tun?"

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