Roger Federer darf sogar auf den Australian-Open-Sieg hoffen

Der "Maestro" in alter Pracht und Herrlichkeit

Montag, 23.01.2017 | 20:56 Uhr
Roger Federer hat gut brüllen
© getty
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Eigentlich habe er gar nicht damit gerechnet, in dieser Phase des Turniers noch dabei zu sein, sagt Roger Federer. Nun hat der Schweizer durchaus Chancen auf seinen 18. Grand-Slam-Titel.

Als seine Kollegen im letzten September um die großen Siege und den US-Open-Pokal im Big Apple spielten, entspannte sich Roger Federer buchstäblich auf hohem Niveau. Für seine Millionen Fans im Internet stellte sich der Maestro als Bergfex in Pose, aus erhabener Position grüßte er aus dem Appenzell, postete malerische Bilder vom Seealpsee, vom berühmten Restaurant Äscher und von der Ebenalpe. Er vermisse das Grand Slam-Gefühl, merkte der 35-jährige an, um aber gleich klarzustellen: "Ich genieße die wundervolle Zeit in den Bergen."

Gut vier Monate später ist Federer, der große alte Meister, wieder mittendrin im dicksten Grand-Slam-Gewimmel. Und was er selbst und auch einige seiner eisernsten Parteigänger nicht vermutet hätten, nicht nach der bisher schwersten Verletzungskrise seiner Karriere jedenfalls, das ist dem Ästheten am Ball gelungen: Federer, der vierfache Familienvater, hält sich auch in Melbourne, bei den Australian Open und bei seinem Comeback-Grand-Slam, in dünner Höhenluft auf. Ist sogar nach dem jähen Knockout der beiden angestammten Titelaspiranten Andy Murray und Novak Djokovic selbst zum Mitfavoriten auf die Melbourne-Krone geworden.

Alles verdrängt und vergessen

Als hätte er die Zeit zurückgedreht, als hätte es keine halbjährige Zwangspause und überhaupt diese Seuchensaison 2016 nicht gegeben, startete der Publikumsliebling einen verblüffenden Siegeslauf vorläufig bis ins Viertelfinale. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch im Turnier bin", sagte der 17-malige Major-Gewinner, der am Dienstag in der Abendvorstellung in der Rod Laver Arena auf einen weiteren Überraschungsmann dieser inzwischen wirklich Offenen Australischen Meisterschaften trifft, auf den zauberhaften Murray-Bezwinger Mischa Zverev. "Es wird kompliziert und interessant gegen ihn. Ich mag, wie er spielt. Und ich mag ihn als Typ", sagt Federer. "Aber ich gehe als Favorit ins Spiel. Und auch das mag ich."

Zuletzt hatten sich der legendäre Schweizer und der Deutsche mit der seinerseits verblüffenden Comeback-Saga bei den Rasenfestlichkeiten im westfälischen Halle getroffen, 2013 spielte sich dieses kurze Vergnügen ab. Das kurze Vergnügen für Federer, der im Viertelfinale 6:0 und 6:0 siegte, auf dem Weg zum sechsten seiner acht Titel. "Nicht vergessen, aber vorbei", sagt Federer, "Mischa ist längst wieder ein ganz anderer Spieler geworden." Auch einer, das weiß Federer, der auf großer Bühne gegen große Gegner nicht zurückzuckt. Sondern diese Aufmerksamkeit genießt und auch nicht mehr die Nerven verliert. Im letzten Herbst, auch das hat Federer vor Augen, knockte Zverev in der St. Jakobs-Halle immerhin auch US Open-Champion Stan Wawrinka aus allen Titelträumen bei den Swiss Indoors heraus.

Kontinuierliche Steigerung

Aber auch Federers Ego ist intakt, viel stärker ausgeprägt als in der letzten, von dauernden Verletzungen überschatteten Spielzeit. Sein Weg in die Runde der letzten Acht verlief fast idealtypisch: Kämpferische Auftaktsiege gegen die Nummer 300 und 200 der Weltrangliste, gegen Jürgen Melzer (Österreich) und Noah Rubin (USA). Und dann, mit festerem Boden unter den Füßen, und erleichtert, einen kapitalen Ausrutscher vermieden zu haben, eine unwiderstehliche Leistungsbeschleunigung. Federer schaltete mehrere Gänge höher, gewann gegen die Top-Ten-Rivalen Tomas Berdych (Tschechien) und Kei Nishikori (Japan) - und bejubelte das Viertelfinal-Ticket schließlich mit einem mächtigen Luftsprung auf dem Centre Court, Symbol und Ausdruck seines akuten Glücksempfindens.

"Er ist wieder da", sagte TV-Experte Boris Becker über Federer, und das war nicht im Sinn einer einfachen Präsenz in Melbourne gemeint. Sondern als Einschätzung, dass mit diesem neuen, alten, unverwüstlich scheinenden Federer wieder gerechnet werden muss. In Melbourne, vermutlich aber auch anderswo in den Theatern der Tennisträume.

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