Tennis

Wimbledon mal anders: Zahlensalat und Kuriositäten aus der Tennis-Kathedrale

Von Ulrike Weinrich
Sonntag, 01.07.2018 | 16:13 Uhr
Wimbledon 2018: Wer sind die Favoriten für das Turnier? Wettquoten.
© getty

Das Turnier im Rasen-Mekka Wimbledon ist anders. Nicht nur, weil es auf Gras stattfindet. Tradition steht über allem, Korrektheit wird groß geschrieben - auch bei der 132. Auflage. Ach ja, was glauben Sie, wie viele Schalen Erdbeeren mit flüssiger Sahne an den 14 Turniertagen vertilgt werden? Genau: Es sind 166.055 Portionen! Und was verbirgt sich hinter "Mr. Hon"?

Von Ulrike Weinrich aus Wimbledon

Die Sache mit den weißen Klamotten, geschenkt. Das weiß - Achtung, Wortwitz! - ja sowieso jeder, dass die Profis im altehrwürdigen All England Lawn Tennis Club an der Church Road im Südwesten der englischen Metropole recht farblos daherkommen...müssen. Oder sagen wir lieber: Klassisch! Dem Anlass angemessen eben. Sonst sind sie "not amused" in SW 19.

Moderatoren bei den Pressekonferenzen: "Mr. Hon"

Auf der Anlage, traditionell geschmückt mit Blumenbouquets in den Klubfarben lila-grün, ist vieles anders als bei den übrigen drei Grand Slams im hippen Melbourne oder im urbanen Paris oder im durchgeknallten New York.

In Wimbledon gibt es zum Beispiel "Moderatoren", die die Pressekonferenzen der Spieler beziehungsweise Spielerinnen leiten. Alle sind natürlich Mitglied im All England Lawn Tennis and Croquet Club. Der Pool besteht in diesem Jahr aus zehn Personen. Bruce Weathertrill hat sogar einen Höflichkeitstitel: "The Hon" ("The Honourable").

Das Kompendium, ein Nachschlagewerk von Alan Little mit allerlei Fakten und historischen Geschichten, umfasst stolze 644 Seiten und wiegt gefühlte acht Kilo. Darin sind allerlei statistische Schmankerl zu finden.

Münzenwerfer und Racket-Firmen: Alles kann man nachschlagen

Seit 2000 zum Beispiel werden namentlich die Kinder genannt, die vor den beiden Endspielen den Coin Toss durchführen. 2016, als Angelique Kerber im Finale an der Church Road stand, hieß die junge "Münzenwerferin" Uma Baker-Bahl - und war damals 11 Jahre alt.

Auf 14 Seiten wird zudem fein säuberlich aufgelistet, mit welcher Racket-Marke die Wimbledon-Champions (Einzel, Doppel, Mixed) bei ihrem Triumph spielten. In den ersten Jahren (seit 1877/Männer und 1884/Frauen) klaffen da natürlich einige Lücken.

Und hier noch ein Paar Portionen vom traditionellen britischen Zahlensalat:

Geschätzter Verbrauch von:

+ Bananen im Spielerbereich: 2.195 kg

+ Pasta im Spielerbereich: 4.235 Portionen

+ Champagner auf der gesamten Anlage: 21.917 Flaschen

+ Fish and Chips auf der gesamten Anlage: 17.170 Portionen

+ Sandwiches auf der gesamten Anlage: 72.142

+ Erdbeeren mit Sahne auf der gesamten Anlage: 166.055 Portionen

+ Kaffee/Tee auf der gesamten Anlage: 307.277 Becher

Dachschaden? Ein paar verrückte Zahlen zum Centre Court:

+ 8 Liter Frischluft pro Sekunde und pro Person werden in das Stadion gepumpt

+ das Dach über dem Centre Court kann Windböen bis knapp 70 km/h aushalten

+ 75.000 aufgespannte Regenschirme hätten dieselbe Spannweite wie das ausfahrbare Dach

+ 290.000.000 Millionen - in einem Wort: zweihundertneunzigmillionen - Tennisbälle würden in die "Arena" passen, wenn das Dach über dem Centre Court geschlossen ist

+ 100 Prozent der Dachkonstruktion sind recycelbar

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