Leader Petko, Jule und die Greenhorns

Von Jannik Schneider
Donnerstag, 09.02.2017 | 19:00 Uhr
Andrea Petkovic ist die Anführerin im Team von Barbara Rittner
© getty

Die DTB-Damen schlagen im Fed Cup auf Hawaii gegen die USA auf (ab Samstag, 22 Uhr live und exklusiv auf DAZN). Wegen der Belastung und der langen Odyssee findet das Viertelfinale ohne Angelique Kerber statt. Ein Quartett aus je zwei Routiniers und zwei Neulingen soll gegen Australian-Open-Halbfinalistin Coco Vandeweghe und Co. dennoch bestehen. Der Formcheck.

Andrea Petkovic: Die Darmstädterin ist, selbst wenn Kerber zugegen ist, lautstark und die Meinungsführerin im Team von Barbara Rittner. Daher dürfte ihr es mental nicht schwer fallen, die Führungsrolle in der Mannschaft zu übernehmen.

Die Teamchefin hält sowieso große Stücke auf Petko: "Für Andrea war der Fed Cup in der Vergangenheit immer eine besondere Gelegenheit, zu ihrem Spiel und in ihre Spur zurückzufinden. Ich bin sicher, dass sie auch in dieser Fed-Cup-Woche wieder ihr bestes Tennis abrufen wird."

Zuversicht dürften Rittner dabei die direkten Vergleiche zwischen der Hessin und Shelby Rogers sowie Coco Vandeweghe geben, gegen die sie beide ungeschlagen ist. Wenngleich auch die Formkurve in den vergangenen Monaten konträr verlaufen ist. Vandeweghe, vorsichtig formuliert mit einem gesunden Selbstvertrauen unterwegs, schlug in Melbourne unter anderem Kerber und wurde erst im Halbfinale gestoppt.

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Bei Petkovic ist nach dem Zweitrunden-Aus von Australien zumindest ein leichter Aufwärtstrend zu erkennen. Beim Turnier in St. Petersburg kämpfte sich die Nummer 52 der Welt erfolgreich durch die Qualifikation und schied erst im Achtelfinale gegen Roberta Vinci aus.

"Wir haben aber auch ein starkes Team mit zwei neuen Gesichtern, die noch nie beim Fed Cup dabei waren. Das bringt immer frischen Wind. Ich freue mich auf die Woche und glaube, dass wir mit unserem guten Teamgeist für eine Überraschung sorgen können", sagte Petko.

Julia Görges: Jule, wie Görges von ihren Kollegen nur genannt wird, startet naturgemäß immer gut in die Saison samt Lieblingsturnier Australian Open. Dieses Jahr war in Melbourne allerdings bereits in der zweiten Runde gegen Jelena Jankovic Endstation.

Jedoch marschierte die 28-Jährige beim Vorbereitungsturnier in Auckland bis ins Halbfinale. Seit der Rückkehr aus Down Under fokussierte sie sich auf das Training. Wohl wissend, dass auf sie im Fed Cup dieses Mal eine besondere Rolle zukommen wird.

Sie ist nicht nur die beste Doppelspielerin und würde bei einem Spielstand von 2:2 sicher nominiert werden. Görges kommt als Hardhitterin auch für die Einzel in Frage. "Jule hat so viele Erfahrungen im Fed Cup gemacht. Sie kann den beiden Neulingen mit Rat und Tat zur Seite stehen", so Rittner.

Die Teamchefin muss für sich die Frage beantworten, ob sie Görges oder Neuling Siegemund das erste Einzel bestreiten lässt. Die Tendenz geht zu Görges.

Laura Siegemund: Allen Tennisfans ist noch gut Siegemunds Sensationsrun bis ins Finale von Stuttgart in Erinnerung - ihr selbst wahrscheinlich am meisten. Die 28-Jährige hat es seitdem geschafft, sich in der Weltrangliste um die Top 30 herum zu etablieren. Für ihr Land hat sie allerdings bislang nur bei den Olympischen Spielen aufschlagen dürfen, sie überzeugte in Rio mit dem Einzug ins Viertelfinale.

2017 läuft es jedoch noch bescheiden für die Stuttgarterin. Dreimal zog sie in Runde eins den Kürzeren. Klar, dass Siegemund nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzt. Die Nominierung von Rittner gab es dennoch wegen des starken, konstanten Jahres 2016 - und, weil Mona Barthel trotz ihres Achtelfinaleinzugs in Australien nicht mit in die USA gereist ist, um keine Gefahr ob ihrer Krankheitsgeschichte einzugehen.

Wahrscheinlich, dass Rittner Siegemund zunächst auf der Bank lässt. Bei einem möglichen Doppel wäre die Allrounderin sicherlich eine ernsthafte Option an der Seite von Görges.

Carina Witthöft: Die zweite Debütantin hatte nach ihrem Durchbruch und der Etablierung in den Top 100 ein schwierigeres Jahr 2016, gilt aber weiterhin als Versprechen für die deutsche Tenniszukunft. Die 21-Jährige unterlag Kerber in Runde zwei von Melbourne. Auffällig dabei war: Der Youngster aus Norddeutschland hat Muskelmasse und an körperlicher Stabilität zugelegt.

Witthöft hat seit Australien ebenfalls keinen Turnierauftritt mehr hingelegt. Klar ist: Sie soll langfristig ans Team herangeführt werden und ist in Hawaii vor allem dabei, um zu lernen.

"Ich habe im Vorfeld mit beiden Neulingen länger gesprochen, sie hatten gar keine richtige Vorstellung davon, wie der Ablauf in so einer Fed-Cup-Woche aussieht", berichtete Rittner und ergänzte: "Wir alle kennen uns seit Jahren gut, beide Mädels sind neugierig, freuen sich riesig über die Nominierung und auf diese neue Erfahrung."

Während der 18 Stunden dauernden Anreise habe das Team außerdem genügend Zeit gehabt, das neue Duo zu integrieren. Läuft alles normal und keine Spielerin verletzt sich, wird Witthöft nicht zum Einsatz kommen. Rittner pflegt eine klare Hierarchie im Team, baut auf Erfahrung und bereits Geleistetes im Fed Cup. Langfristig ist Witthöft aber sicherlich eine ernsthafte Option.

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