ATP-/WTA-Tour

Zeitfresser Netzaufschlag – Muss die „Let“-Regel abgeschafft werden?

SID
Freitag, 21.10.2016 | 15:02 Uhr
© (c) GEPA pictures/ EQ Images
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Bis zu sieben Minuten längere Matches! Eine Analyse des „TennisAbstract blog“ zeigt, wie viel Zeit durch Netzaufschläge verloren geht.

Ist es noch zeitgemäß, Aufschläge nach der Netzberührung wiederholen zu lassen – und die dadurch entstehenden Pausen in Kauf zu nehmen? Die sogenannte „Let“-Regel ist seit langem umstritten und kam schon mehrfach auf den Prüfstand. Was in den USA längst zur Gewohnheit geworden ist, – beim World Team Tennis und im US-College-Tennis gilt die „No-Let“-Regel – wurde auch schon von der ATP getestet . Die Spielervereinigung führte den Probelauf ohne Aufschlag-Wiederholung (drei Monate zu Beginn der Saison 2013; Anmerkung) jedoch nur auf der Challenger Tour durch. Ohne durchschlagenden Erfolg: Netzaufschläge dürfen auf der Profi-Tour weiterhin wiederholt werden.

Wie viel Leerlauf dadurch tatsächlich entsteht, analysierte der Blog „TennisAbstract“. Dafür wurden über 2000 Matches (seit 2010) untersucht, deren Netzaufschlag-Statistiken im sogenannten „ Match Charting Project “ erfasst sind. Demnach gibt es während eines Herrenmatches durchschnittlich knapp sieben Netzaufschläge – sechs beim ersten Aufschlag und einer (0,875) beim zweiten Service. Bei den Damen sind es im Durchschnitt etwas mehr als fünf. Dadurch verlängert sich die durchschnittliche Matchdauer bei den Herren um mehr als zwei Minuten – Damen, 99 Sekunden.

„Let“-Regel sorgt für Geduldsprobe

Besonders extrem wurde es beim Olympia-Halbfinale 2012 in London: In keiner Partie (laut der genannten Datenbank; Anmerkung) gab es mehr Netzberührungen nach dem Aufschlag als beim 4:26 Stunden Marathonmatch zwischen Roger Federer und Juan Martin del Potro – 24 Netzaufschläge verlängerten das epische Duell um mehr als sieben Minuten. Auch Angelique Kerber musste bei den Italian Open 2014 Vergleichbares erleben. Bei ihrer Dreisatzniederlage gegen Petra Cetkovska wurde das Match um knapp sieben Minuten in die Länge gezogen, da der Ball die Netzkante 22 Mal nach dem Aufschlag touchierte. Eine Abkehr von der „Let-Regel“ könnte also nicht nur die Matches beschleunigen, sondern auch bei den Zuschauern gut ankommen.

Was haltet ihr von der „Let“-Regel? Sollte sie abgeschafft werden, um die Matches zu beschleunigen. Oder habt ihr kein Problem damit, wenn der Aufschlag nach einer Netzberührung permanent wiederholt werden darf? Diskutiert mit auf unserer Facebook-Seite!

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