Als Tennis-Star geboren? Der Einfluss der Sternzeichen auf den Erfolg

Sonntag, 23.10.2016 | 17:01 Uhr
© Getty Images

Spielt die Astrologie eine Rolle beim sportlichen Erfolg? tennisnet.com hat die Sternzeichen der Grand-Slam-Sieger untersucht.

Für die einen ist es schlichtweg Hokuspokus, für die anderen eine ernstzunehmende Wissenschaft. Die Rede ist von der Astrologie. Es gibt sicherlich kaum jemanden, der nicht weiß, in welchem Sternzeichen er geboren ist. Den zwölf Sternzeichen werden besondere Charaktereigenschaften und Wesenszüge zugeschrieben. Seit Jahrhunderten wird über die Macht der Sterne diskutiert. Hat das Sternzeichen tatsächlich Einfluss auf den Charakter? Astrologen und ihre Anhänger beantworten dies mit einem eindeutigen Ja. Hat das Sternzeichen auch einen Einfluss auf den Erfolg, vor allem in einer bestimmten Sportart?

Sind bestimmte Sternzeichen erfolgreicher?

Fußballtrainer Diego Simeone glaubt an die Macht der Sterne und hat Atletico Madrid seit Amtsantritt im Jahr 2011 zu einer der erfolgreichsten Mannschaften in Europa geformt. Simeone schaut bei der Auswahl seiner Spieler neben den spielerischen Fähigkeiten auch auf das Sternzeichen, wie er zugab. "Weil der Charakter und Persönlichkeit die gleichen sind. Zwillinge sind aggressiv, wandelbar und intensiv. Die Eigenschaften von Leuten gemäß ihrem Sternzeichen sind ähnlich. Ich mag tapfere Leute", erklärte Simeone. Mit seiner Vorgehensweise hat der feurige Argentinier große Erfolge erzielt, auch wenn er mit Atletico Madrid den Champions-League-Titel zweimal hauchdünn verpasste. Und wie sieht es im Tennis aus? Sind bestimmte Sternzeichen erfolgreicher?

tennisnet.com wollte es genauer wissen und untersuchte alle 195 Grand-Slam-Turniersieger im Einzel bei Damen und Herren seit Beginn der Open Era im Jahr 1968 - mit verblüffenden Ergebnissen. Blicken wir zunächst auf die Herren: Es fällt auf, dass zwei der derzeitigen Topstars, nämlich Novak Djokovic und Rafael Nadal, im Sternzeichen Zwillinge geboren sind. Weitere große Champions mit diesem Sternzeichen sind Björn Borg und John Newcombe. Zwillingen sagt man nach, dass sie unbeschwert und anpassungsfähig sind - sicherlich gute Erfolgseigenschaften.

Federer, Sampras, Laver - Drei der Allergrößten sind Löwen

Was die Grand-Slam-Titel in der Open Era anbelangt, sind bei den Herren die Löwen noch erfolgreicher als die Zwillinge. Drei der erfolgreichsten Spieler aller Zeiten sind in diesem Sternzeichen geboren: Roger Federer, Pete Sampras und Rod Laver. Auch Guillermo Vilas, Mats Wilander und Jim Courier sind Löwen, denen laut Astrologie Selbstbewusstsein, Mut und Stolz in die Wiege gelegt wurde. 96 der insgesamt 195 Grand-Slam-Titel fallen den Sternzeichen Löwe (53) und Zwillinge (43) zu - das sind knapp 50 Prozent. Bloß ein Zufall? "Man darf sich nicht alleine auf das Sternzeichen verlassen, sondern man braucht das gesamte Horoskop, um genaue Aussagen zu treffen. Das Sternzeichen ist nur ein Faktor der ganzen Geschichte", sagt Astrologe Norbert Giesow im Gespräch mit tennisnet.com.

Die zwölf Sternzeichen kann man nicht nur in Feuer (Widder, Löwe, Schütze), Wasser (Fische, Krebs und Skorpion), Luft (Zwillinge, Waage und Wassermann) und Erde (Stier, Jungfrau und Steinbock) unterteilen, sondern zudem in männliche und weibliche Sternzeichen. Zu den männlichen (extrovertierte Wesenszüge) gehören Widder, Zwillinge, Löwe, Waage, Schütze und Wassermann, die weiblichen (introvertierte Wesenszüge) sind demnach Stier, Krebs, Jungfrau, Skorpion, Steinbock und Fische. Schaut man auf die Grand-Slam-Titel, wurden 125 Trophäen durch männliche Sternzeichen gewonnen, das macht einen Prozentsatz von 64,1 Prozent.

79 Prozent der Grand-Slam-Titel an männliche Sternzeichen

Bei den Damen sind es nicht die Löwen, die in den letzten knapp 50 Grand-Slam-Jahren den Ton angegeben haben, sondern die Spielerinnen, die im Sternzeichen Waage und Zwillinge geboren wurden. Serena Williams, Martina Navratilova und Martina Hingis sind Waagen, genauso wie die Olympiasiegerinnen Elena Dementieva und Monica Puig. Steffi Graf, Venus Williams, Justine Henin, Kim Clijsters und Lindsay Davenport sind Zwillinge. 92 der 195 Grand-Slam-Titel fallen auf diese beiden Sternzeichen - das macht 47 Prozent. Unter den Schützen sind vier mehrmalige Grand-Slam-Siegerinnen und ehemalige Weltranglisten-Erste: Chris Evert, Monica Seles, Arantxa Sanchez Vicario und Tracy Austin. 154 Grand-Slam-Trophäen wurden durch männliche Sternzeichen gewonnen, das macht einen Prozentsatz von 79 Prozent.

Es sieht danach aus, dass auch im Damentennis mehr die männlichen Komponenten gefragt sind und auch letztendlich den Erfolg bringen. Es gab in der Open Era nur zwei Spielerinnen, die ein weibliches Sternzeichen haben und Seriensiegerinnen waren: Margaret Court (Krebs) und Billie Jean King (Skorpion). Man könnte dabei argumentieren, dass die beiden in einer Zeit gespielt haben, wo im Spiel noch mehr weibliche Attribute wie Eleganz und Anmut gefragt waren und nicht wie heute die Durchschlagskraft und Athletik.

Nummer-1-Spieler ohne Grand-Slam-Sieg mit weiblichem Sternzeichen

Ein Blick auf die Weltranglisten-Ersten im Damentennis bringt auch eine Erkenntnis. 16 der 22 Nummer-eins-Spielerinnen haben ein männliches Sternzeichen. Die anderen sechs sind Amélie Mauresmo (Krebs), Angelique Kerber (Steinbock), Ana Ivanovic (Skorpion), Caroline Wozniacki (Krebs), Jelena Jankovic (Fische) und Dinara Safina (Stier). Nur Mauresmo und Kerber konnten bei den Grand Slams mehr als einmal gewinnen, Wozniacki, Jankovic und Safina sind ohne Grand-Slam-Titel. Marcelo Rios, einer der begnadetsten und talentiertesten Spieler, ist übrigens der einzige Nummer-eins-Spieler ohne Grand-Slam-Sieg und hat als Steinbock ein weibliches Sternzeichen. Und wie sieht es mit den Top 100 aus? Tummeln sich auch dort mehr Spieler und Spielerinnen mit einem männlichen Sternzeichen? Ein Blick auf die Weltranglisten nach den US Open (12. September 2016) widerlegt das.

Sowohl im ATP-Ranking als auch im WTA-Ranking überwiegen sogar knapp die weiblichen Sternzeichen. Das Sternzeichen hat also demnach kaum einen Einfluss, ob man es zu einem Profi schafft. Um ein ganz großer Champion zu werden, der Titel wie am Fließband abräumt, muss man jedoch anscheinend nicht nur viel trainieren, sondern auch den richtigen kosmischen Einfluss haben. "Man müsste die genauen Horoskope der Spitzenspieler berechnen, um zu sehen, ob es außerhalb des Sternzeichens andere Auffälligkeiten gibt", erklärt Astrologe Norbert Giesow. Ob dies alles nur Hokuspokus und purer Zufall ist, oder ob da tatsächlich etwas Wahres dran ist, muss jeder für sich entscheiden. Übrigens: Der 16-jährige Kanadier Félix Auger-Aliassime, der dieses Jahr die US Open gewonnen hat und dem eine glänzende Zukunft vorausgesagt wird, ist Löwe, genauso wie die Nummer eins bei den Junioren, Stefanos Tsitsipas.

Mitarbeit: Stefan Bergmann

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