Kein Finalboykott gegen Israeli – Malek Jaziri tritt an und gewinnt Titel

SID
Sonntag, 18.09.2016 | 15:21 Uhr
WASHINGTON, DC - JULY 21: Malek Jaziri of Tunisia looks on against Alexander Zverev of Germany during day 4 of the Citi Open at Rock Creek Tennis Center on July 21, 2016 in Washington, DC. (Photo by Matt Hazlett/Getty Images)
© Matt Hazlett

Der 32-jährige Tunesier tritt diesmal gegen einen Israeli an und besiegt im Endspiel des Challengers in Istanbul Dudi Sela.

Man hätte darauf spekulieren können, dass Malek Jaziri nicht zum Finale beim mit 75.000 US-Dollar dotierten ATP-Challenger in Istanbul antreten würde. Denn der 32-jährige Tunesier traf im Endspiel des Hartplatzturnieres in der Türkei auf den ein Jahr jüngeren Israeli Dudi Sela. Jaziri hatte in vergangener Zeit Schlagzeilen gemacht, weil er angeblich Verletzungen erfunden hat, um später nicht gegen Spieler aus Israel antreten zu müssen. Im Februar 2015 beim ATP-Turnier in Montpellier gab der Tunesier in der ersten Runde nach dem Satzgewinn gegen Denis Istomin wegen Schmerzen im Ellenbogen auf.

Verzicht in Taschkent gegen Amir Weintraub

Pikantes Detail war, dass Jaziris Gegner in der nächsten Runde der Israeli Dudi Sela gewesen wäre. Jaziri verneinte hinterher, dass er Druck vom tunesischen Verband bekommen habe, nicht gegen Sela anzutreten. "Ich habe weder Befehle noch Druck von irgendwem bekommen. Ich habe nicht auf mein nächstes Match geschaut. Ich habe einen Tennisarm und das schon seit den Australian Open", erklärte der Tunesier. Bereits 2013 sorgte Jaziri mitsamt des tunesischen Sportministeriums für negative Schlagzeilen, als er beim ATP-Challenger-Turnier in Taschkent (Usbekistan) nicht zum Viertelfinale gegen den Israeli Amir Weintraub antrat . Damals wurde Jaziri von Leuten des Sportministeriums zu diesem Verzicht aufgefordert. Tunesien wurde daraufhin aufgrund von Unsportlichkeit für die Davis-Cup-Saison 2014 gesperrt.

Sela gab sich im November 2015 optimistisch, dass es bei nächster Gelegenheit zu einem Match mit Jaziri kommen würde. "Ich glaube, Jaziri und ich sind gute Freunde. Und wir trainieren viel zusammen, also ist es sicher nicht nur seine Entscheidung. Dahinter stehen ein paar andere Leute. Ihr solltet ihn fragen, aber ich glaube, dass sich jetzt einige Dinge ändern werden, weil in seinem Verband neue Leute am Werk sind. Nach dem, was ich gehört habe, können wir bei nächster Gelegenheit spielen." Und so kam es dann auch. Jaziri trat tatsächlich in Istanbul zum Finale gegen Sela an und gewann das kuriose Endspiel mit 1:6, 6:1, 6:0 und verhinderte den 21. Challenger-Titel des Israelis. Lohn für Jaziri: Mit dem vierten Triumph bei einem Challenger kommt er seinem Career High (Platz 53) wieder ganz nahe.

Hier die Ergebnisse aus Istanbul.

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