Tennis

Knochenbruch nach Volltreffer – Andrea Hlavackova droht OP

SID
Andrea Hlavackova
© (c) Twitter

Die Tschechin wurde im Augenbereich massiver verletzt, als es zunächst den Anschein hatte. Jetzt erhebt sie schwere Vorwürfe gegen Martina Hingis.

Es war einer der Aufreger des olympischen Tennisturniers in Rio de Janeiro. Im Doppel-Halbfinale der Damen hatten die Tschechinnen Lucie Hradecka und Andrea Hlavackova bereits zwei Matchbälle, als es zu einer schmerzhaften Wendung kommen sollte. Die späteren Silbergewinnerinnen Timea Bacsinszky und Martina Hingis konnten die Partie noch zu ihren Gunsten drehen. Der zweite abgewehrte Matchball hatte für Hlavackova jedoch bittere Folgen . Hingis ging am Netz dazwischen und traf die 30-Jährige mit einem knallharten Volley voll im Gesicht. Die Abgeschossene sackte vor Schmerz zu Boden und wurde anschließend minutenlang oberhalb des linken Auges behandelt.

Einen Vorwurf machte Hlavackova der Nummer eins der Doppelweltrangliste zunächst nicht: „Martina ist eine sehr erfahrene und starke Spielerin. Sie ging mit beiden Matchbällen sehr aggressiv um. Beim zweiten hatte sie einen einfachen Volley und tat nur, was sie zu tun hatte. Ich hätte es auch so gemacht. Es war unglücklich, dass es direkt mein Auge traf.“ Der Vorfall stellte sich im Nachhinein jedoch drastischer dar, als der erste Eindruck vermuten ließ. Vor dem Spiel um Bronze verbrachte Hlavackova die gesamte Nacht im Krankenhaus. Dort wurde eine Knochenabsplitterung im Augenbereich festgestellt, welche unter Umständen noch eine Operation nach sich ziehen könnte, wie die „Associated Press“ berichtet. Das tschechische Duell um Edelmetall ging am Folgetag wenig überraschend gegen Lucie Safarova und Barbora Strycova verloren . „Ich konnte nicht hart schlagen, da ich Angst hatte, mein Auge ernsthaft zu verletzen“, sagte Hlavackova, die an der betroffenen Stelle mit drei Streifen getapet wurde.

„Martina knallte mir den Ball mit Absicht an den Kopf“

Sie sei total fertig gewesen und konnte sich kaum bewegen, fügte die aktuelle Nummer zehn der Doppel-Weltrangliste an. Zu ihrem Unmut hatte die Turnierleitung das Match um Bronze nicht verschoben, da Partnerin Hradecka währenddessen noch im Mixedwettbewerb stand. Hlavackovas Zorn richtete sich nach Betrachtung der Bilder fortan auch gegen Martina Hingis: „Unmittelbar nach dem Spiel sagte ich mir, dass Derartiges im Doppel eben hin und wieder passiere. Nachdem ich aber die TV-Bilder gesehen habe, denke ich, dass sie mir mit Absicht den Ball an den Kopf geknallt hat. Da war sehr viel Platz, um den Punkt auf eine andere Art und Weise zu beenden.“ Vor allem die Reaktion der Schweizer Altmeisterin habe sie enttäuscht. „Martina ärgerte sich darüber, dass mir ein ,Medical Time-out’ zugesprochen wurde. Um mein Auge und meine Verletzung kümmerte sie sich überhaupt nicht.“

Die Silbermedaillengewinnerin von London gab an, grundsätzlich ein gutes Verhältnis mit Hingis zu haben. Die war sich nach dem Abschuss jedoch keiner Schuld bewusst: „Ich hatte vor, den Ball in ihre Richtung zu spielen. Sie hätte damit rechnen müssen, drehte sich aber nicht ab. So ein Treffer kann im Doppel passieren. Und der Ball flog höher als gewollt.“ Um bleibende Dissonanzen zu verhindern, sollte die 35-jährige Tennislegende eventuell doch noch mal etwas einfühlsamer auf Hlavackova eingehen.

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