Tennis

Ein perfekter Satz – 2 Chinesen sorgen für historisches Ereignis

SID
Tennisball - Tennisschläger
© (c) Jürgen Hasenkopf

Das gibt's nur ganz selten: Yecong He schafft gegen Honghan Wang einen "Golden Set", mit einem 24:0 in Punkten.

Nicht immer wird Geschichte nur auf den großen Bühnen der Tenniswelt geschrieben. Und so kann es schon einmal vorkommen, dass sich in niedereren Leistungsklassen als der ATP- oder WTA-Tour bloß selten oder gar niemals zuvor Dagewesenes ereignet. Der erstere Fall ist jetzt beim ATP-Challenger in Qingdao am Wochenende in der Qualifikation eingetreten - wo zwei Chinesen, beim 125.000-US-Dollar-Sandplatzturnier in der ostchinesischen Küstenmetropole, für ein absolut historisches Ereignis sorgten. Denn in Runde zwei der Vorausscheidung, in die beide Protagonisten per Freilos aufgestiegen waren, fertigte der drittgesetzte Yecong He (ATP 557) seinen Landsmann Honghan Wang (ATP -) mit 6:0, 6:0 ab. Das überaus Besondere dran: He schaffte im zweiten Satz einen sogenannten "Golden Set" - gewann diesen also ohne auch bloß einen einzigen Punkteverlust mit 24:0 in Punkten.

Erst 8 zuvor registrierte Fälle

Reiner Zufall dürfte die Begebenheit nicht gewesen sein, denn schon der erste Durchgang war äußerst eintönig verlaufen. He gab auch in diesem lediglich sechs Punkte ab, keinen davon bei eigenem Aufschlag. Was der 22-Jährige im zweiten Abschnitt bemerkenswerterweise noch zu toppen wusste. Die Spieldauer von offiziell 42 Minuten und 27 Sekunden scheint, für ein 50:6 in Punkten, sogar noch relativ lang. Wie selten derartige Geschehnisse vorkommen, lässt sich, wie so oft in solchen Fällen, durch die Statistiken am besten illustrieren. So wurde vor diesem Vorfall erst acht weitere Male im Spitzensport ein "Golden Set" registriert - nachfolgend eine Übersicht.

Washington 1910: Hazel Wightman (USA) - Huiskamp (USA; Vorname unbekannt) 6:0, 6:0
Cincinnati 1943: Pauline Betz (USA) - Catherine Wolf (USA) 6:0, 6:2
Delray Beach 1983: Bill Scanlon (USA) - Marcos Hocevar (Brasilien) 6:2, 6:0
Fed Cup 1995: Tine Scheuer-Larsen (Dänemark) - Mmaphala Letsatle (Botswana) 6:0, 6:0
Wimbledon 2012: Yaroslava Shvedova (Kasachstan) - Sara Errani (Italien) 6:0, 6:4
US Open 2013, Qualifikation: Julian Reister (Deutschland) - Tim Pütz (Deutschland) 6:7 (3), 6:4, 6:0
Todi-Challenger 2015, Qualifikation: Stefano Napolitano (Italien) - Augusto Virgili (Italien) 6:0, 6:3
ITF Bangkok 2015, Qualifikation: Katarina Zavatska (Ukraine) - Thanyathorn Putthaun (Thailand) 6:0, 6:0

Außerdem noch erwähnenswert: Yaroslava Shvedova verbuchte nicht nur in Wimbledon 2012 einen perfekten Satz, sondern schon zuvor in Memphis 2006 beinahe. Die Kasachin holte sich bis zum 5:0 und 40:0 die ersten 23 Punkte der Partie gegen Amy Frazier , ehe sie ausgerechnet einen Doppelfehler servierte. Sie verlor das Match letztlich gar mit 6:1, 0:6, 0:6, um sich rund sechs Jahre später schließlich doch noch in die Geschichtsbücher einzutragen. In diesen haben nun also auch He und Wang ihren verdienten Eingang gefunden. Wenngleich Letzterer darauf vermutlich weniger stolz sein dürfte.

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