ATP Toronto

„Albatros“ ade – Ernests Gulbis mit neuer Vorhand und neuem Coach

SID
Donnerstag, 28.07.2016 | 13:12 Uhr
Larry Stefanki, Ernests Gulbis
© (c) Twitter

Der 27-jährige Lette hat sich die Dienste von Larry Stefanki gesichert und nimmt Abschied von seiner unvergleichlichen Vorhandtechnik.

„Ich habe keine Zeit mehr, um hinunterzuschlucken“, sagte Ernests Gulbis im Zuge der Trennung von Günter Bresnik am Rande der diesjährigen French Open . Der Balte hatte die Zusammenarbeit mit Österreichs Starcoach vor dem Sandplatzklassiker in Paris beendet, da er sich Bresniks Dienste nicht weiter mit Dominic Thiem teilen wollte. „Ich habe diese vier, fünf Jahre über, in denen ich will, dass mein Physiotherapeut zu 100 Prozent für mich da ist, mein Trainer zu 100 Prozent für mich da ist“, begründete der ehemalige Top-Ten-Spieler seine Entscheidung.

Die Zeit der Kompromisse ist vorbei

Dass der Weltranglisten-66. noch einmal neu durchstarten möchte, untermauerte er mit einer spektakulären Neuverpflichtung auf der Trainerposition. Beim Rogers Cup in Toronto ließ sich Gulbis von Larry Stefanki betreuen. Der 57-jährige US-Amerikaner arbeitete zuvor unter anderem mit den früheren Weltranglisten-Ersten Marcelo Rios und Yevgeny Kafelnikov zusammen – auch Tim Henman, Andy Roddick und John McEnroe hatte der ehemalige Tennisprofi unter seinen Fittichen.

Allerdings musste das neue Gespann beim ATP-Masters-1000-Hartplatzturnier in Kanada eine empfindliche Auftaktniederlage einstecken. Gulbis verlor gegen Rajeev Ram (ATP 118) 4:6, 2:6 und droht damit demnächst, aus den Top 100 herauszufallen. Im Vorjahr spielte sich der Hardhitter aus der Qualifikation bis ins Viertelfinale, scheiterte aber hauchdünn an Novak Djokovic . Der Serbe stand in Montreal kurz vor dem Aus, konnte die Partie nach Abwehr von zwei Matchbällen letztendlich noch drehen.

Stefanki stutzt dem Albatros die Flügel

Ein ähnlich starker Auftritt gelang Gulbis wohl auch deshalb nicht, da er sich erst an seine neue Vorhandtechnik gewöhnen muss. In San Diego trainierte der Lette zuvor drei Wochen mit Stefanki daran, seinen linken Arm bei der Schlagvorbereitung nicht mehr so extrem auszustrecken – was ihm den Spitznamen Albatros einbrachte. Gulbis soll „seinen Arm mehr beugen“, wird der renommierte Coach auf der Turnier-Website des Rogers Cups zitiert. Gulbis hatte Bresnik zwar einst als „ besten Techniktrainer der Welt “ bezeichnet, zuletzt aber genau in diesem Bereich nach einer Veränderung gesucht, wie er in Roland Garros bestätigte: „Ich brauche keinen Taktikcoach, sondern eher jemanden, der meine Technik verbessert. Wenn ich ein paar Tage keinen Schläger in der Hand habe, fange ich an meine Vorhand anders auszuführen.“ Es wird spannend zu beobachten sein, ob Gulbis durch die Umstellung wieder aus der sportlichen Talsohle herauskommt und an frühere Erfolge anknüpfen kann.

Hier seht ihr, wie Ernests Gulbis neuerdings mit der Vorhand zuschlägt.

Die „Albatros“-Ausholbewegung ist damit wohl Geschichte – besser so oder schade drum?

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