Tennis

„Go jump in a lake“ – Als John McEnroe seine Fans nass sehen wollte

© (c) Getty Images (Simon Bruty)

John McEnroe schimpft sich am 15. Juni 1981 in Queen's für seinen ersten Wimbledon-Sieg warm.

"You cannot be serious!", "You're pathetic!", "You're a disgrace to mankind!"... John McEnroe s Ausraster kann man eigentlich in jeder Lebenslage brauchen.

Am 15. Juni 1981 gewinnt McEnroe zum dritten Mal in Folge das Finale von Queen's, natürlich ebenso nicht ohne die typischen Ausraster. Im Match gegen Brian Gottfried empfiehlt er den Fans "in einen See zu springen", legt ihnen nahe "Maul halten, ihr Idioten!" und schießt einen Ball in die Richtung einer Linienrichterin.

Mit der als standhaft und "hart" geltenden Schiedsrichterin Georgina Clark legt er sich selbstverständlich auch an und bekommt eine Verwarnung zum Ende des Matches, das er mit 7:6, 7:5 für sich entscheidet. Insgesamt scheint McEnroe doch mehr Probleme mit einer Schiedsrichterin zu haben und verheißt es als ungut, dass Schiedsrichterinnen auch Herrenmatches schiedsen, wie er in der anschließenden Pressekonferenz mitteilt. "Ich bin nicht chauvinistisch und denke auch nicht, dass Frauen schlechtere Schiedsrichter sind als Männer. Es ist einfach schwieriger, sich aufzuregen, wenn ein weiblicher Schiedsrichter da oben sitzt. Es ist besser, wenn Männer mit Männern diskutieren. Ich bin sicher, dass sie sehr nett ist", so der US-Amerikaner. Gottfried sieht das anders. "Ein Schiedsrichter ist ein Schiedsrichter, unabhängig vom Geschlecht, aber ‚Mac' mag ein Problem damit mit Frauen haben, weil seine Sprache manchmal eine andere ist."

Sein dritter Triumph in Queen's war für McEnroe dennoch ein gutes Omen: Nur Wochen später besiegte er erstmals im Wimbledon-Finale seinen Widersacher Björn Borg, gegen den er im Vorjahr das Jahrhundert-Spiel noch verloren hatte . 4:6, 7:6, 7:6, 6:4, so die Zahlen von McEnroes erstmaligem Triumph an der Church Road, den er 1983 und 1984 wiederholte. Besser gelaunt war er jedoch auch hier nicht.

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