Tennis

Nach Verhaftung seines Trainers – Robin Haase verpflichtet Ex-WTA-Profi

SID
Robin Haase
© (c) GEPA pictures

Die Nummer eins der Niederlande nimmt die ehemalige Spitzenspielerin Kristie Boogert unter Vertrag.

Exakt zwei Monate ist es her, dass der Trainer von Robin Haase , Mark de Jong, am Flughafen Schiphol in Amsterdam festgenommen worden war , wegen des mutmaßlichen Mordes vom 4. März am Geschäftsmann Koen Everink, bei dem er Poker-Spielschulden gehabt haben dürfte. Haase versucht die Vorfälle um de Jong, der ihn seit Ende 2014 betreut hatte, so gut wie eben möglich zu verarbeiten und hinter sich zu lassen und hat nun einen neuen Trainer verpflichtet. Besser gesagt: eine Trainerin. Der 29-Jährige hat sich, laut niederländischen Medienberichten, für eine 42-jährige Dame entschieden, die vieljährigen Tennisfans noch ein Begriff sein sollte: Ex-WTA-Profi Kristie Boogert, einst Nummer 50 der Welt im Jahr 1997. „Sie versteht Tennis und hat Erfahrung auf höchster Ebene“, begründete Haase seine Entscheidung.

Schwere Zeiten hinter Haase

Ob die soeben begonnene Zusammenarbeit weitergeht, steht indes noch nicht fest: „Ich suchte nach Menschen, denen ich vertraue“, sagte Haase. „In den letzten Wochen haben mich einige Leute unterstützt, auch mein Vater. Es ist schön, im Kopf Frieden in diesem Bereich zu haben und nicht mehr allzu viel Stress zu verspüren.“ Natürlich gingen diese Ereignisse der früheren Nummer 33 und aktuellen Nummer 86 in der Herren-Weltrangliste ziemlich nahe: „Es ist eine unerfreuliche und ungewöhnliche Zeit gewesen. Es wird schön, etwas Frust herauszulassen“ – waren seine letzten Auftritte auf der ATP-Tour doch nicht nach Wunsch verlaufen, auch nicht bei den French Open. Bei dem Grand-Slam-Turnier in Paris scheiterte er am Montag gleich in der ersten Hauptrunde mit 3:6, 5:7, 6:3, 7:6 (3), 2:6 an Jack Sock (USA/23).

Auch große körperliche Probleme

Ein Mitgrund für sein Tief dürfte zudem sein, dass Haase nicht bloß psychisch schwere Zeiten hinter sich hat, sondern auch an physischen Problemen in Form von Knieschmerzen leidet, die ihn regelmäßig gar am normalen Gehen hindern würden. Nach einer Regenpause beim Match gegen Sock am Sonntag habe er nicht einmal aufgewärmt: „Ich konnte mich kaum bewegen.“ Ein Karriereende sei für ihn deshalb aber erst mal kein Thema: „Ich spiele oft unter Adrenalin – und solange mein Körper mitmacht, will ich mehr.“

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