Tennis

Angelique Kerber – Ohne Druck ins Lieblingsturnier

Von Jens Huiber
STUTTGART, GERMANY - APRIL 26: Angelique Kerber of Germany enters the court for her final match against Caroline Wozniacki of Denmark during Day 7 of the Porsche Tennis Grand Prix on April 26, 2015 in Stuttgart, Germany. (Photo by Dennis Grombkowsk...
© Dennis Grombkowski

Die Australian-Open-Siegerin eröffnet den Porsche Tennis Grand Prix mit einem entspannten Pressegespräch.

Zu den großen Ritualen im Tennissport zählt das Spalier der Ballkinder für die Sieger und Siegerinnen in Wimbledon. Oder die Flugstaffel, die am Eröffnungstag der US Open über das Arthur Ashe Stadium düsen. Oder aber der feierliche Einzug der in der Regel erfolgreichen deutschen Fed-Cup-Equipe am ersten Tag des Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart. 2016 macht da keine Ausnahme, nach dem Sieg in Cluj gegen Rumänien steht fest, dass die Mannschaft um Teamchefin Barbara Rittner auch im kommenden Jahr in den Weltgruppe des wichtigsten Mannschaftsbewerb im Damentennis um den Titel mitspielen wird.

Ganz vorne dran: Angelique Kerber, die in Rumänien eine weitere Spielerin von jener Liste strich, gegen die sei noch nie gewonnen hatte: Simona Halep, die French-Open-Finalistin von 2014, die beim WTA-Premier-Event in der Porsche-Arena an Nummer vier gesetzt erst im Finale auf Titelverteidigerin Kerber treffen könnte. Die Melbourne-Siegerin findet sich in der unteren Tableau-Hälfte wieder, zum Einstieg wartet möglicherweise ein deutsches Stallduell mit Annika Beck. Für den Hauptsponsor des Events ist die Kielerin nicht nur Markenbotschafterin, sondern auch ein ebensolcher Gewinn, Turnierdirektor Markus Günthardt weist schon vorab darauf hin, dass die Erfolge Kerbers das Publikumsinteresse sehr wohl beflügelt haben.

Keine Probleme mit Erwartungsdruck

Zum Pressegespräch erscheint Angelique Kerber ganz in Lindgrün - und mit dem Wissen, nach einem kurzen Durchhänger nach den Australian Open ("genau genommen waren es nur zwei schlechte Turniere"), wieder auf höchstem Niveau agieren zu können. "Ich habe in den letzten Wochen viel Erfahrungen mit Druck gesammelt", erklärte die Titelverteidigerin vor einem vollen Pressesaal. Stuttgart sei ihr Lieblingsturnier, nicht nur hier würde sie eine gesteigerte Aufmerksamkeit erfahren - und genießen. Um aber einzuschränken: "Ich muss nach wie vor Zeit für mich und mein Training finden."

Der aktuelle Situation an der Weltspitze, die Problematik um Maria Sharapova - Themen, die an diesem Nachmittag eine untergeordnete Rolle spielen. Vielmehr präsentiert sich Angelique Kerber als Spielerin, die um ihre Stärken weiß und auch die Gefahren kennt :"Man darf nicht denken, dass man plötzlich alles geschenkt bekommt, eher im Gegenteil." Auch nicht von ihren Kolleginnen im Fed-Cup-Team. Von denen Kerber aber zumindest eines sagen kann: Dass sie sich ehrlich für sie bei ihrem Triumph in Melbourne gefreut haben. Und im kommenden Jahr wieder auf Titeljagd gehen werden. Gerne auch in der Porsche-Arena Stuttgart.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung