Tausche Tennisschläger gegen Tablet!

SID
Freitag, 29.04.2016 | 13:17 Uhr
EILAT, ISRAEL - FEBRUARY 06: Captain Judy Murray looks on during the tie between Belgium and Great Britain on day three of the Fed Cup Europe/Africa Group One fixture at the Municipal Tennis Club on February 6, 2016 in Eilat, Israel. (Photo by Jord...
© Jordan Mansfield

Judy Murray will, dass Kinder wieder mehr Sport treiben und dafür die Technik öfter beiseitelegen.

Als zweifache Mutter kennt Judy Murray die Liebe ihrer Söhne Andy und Jamie zur "Daddelei" aus eigener Erfahrung. Vor allem Andy Murray machte 2010 Schlagzeilen, als er sich beim Spielen an der Playstation verletzte. Schuld war ein verlorenes "Pro-Evolution-Match" gegen seinen ehemaligen Betreuer Dani Vallverdu . Dabei überdehnte sich der Schotte die Sehne an der Hand. Ein Jahr früher löste Murrays Spieltrieb eine Beziehungskrise mit seiner heutigen Frau Kim Sears aus. "Er zockt sieben Stunden pro Tag an seiner Videokonsole", wird dessen ehemaliger Trainer Brad Gilbert in der Zeitung "The Sun" zitiert.

Judy Murray hatte die Leidenschaft ihrer Kinder aber meist noch im Blick, da die Brüder häufig in den eigenen vier Wänden mit Playstation oder Nintendo spielten. Heute sei das anders, wie die 56-Jährige der Schottischen "Sun" sagte: "Mittlerweile haben schon viele Achtjährige ein Smartphone oder Tablet, das sie überall mit hinnehmen können." Die ehemalige Chefin des britischen Damenteams sieht hier große Gefahren für den Entwicklungsprozess der Kinder und kämpft deshalb im Rahmen der Gesundheitskampagne "Highland Spring" dafür, dass Kinder sich wieder mehr bewegen und weniger Zeit mit technischen Geräten verbringen.

Judy Murray: "Viele Kinder sind übergewichtig"

Um ihre Botschaft zu vermitteln, besucht Murray zahlreiche Schulen in Schottland, wo sie oft mit einer bitteren Realität konfrontiert wird. "Viele Kinder sind übergewichtig und haben Probleme mit der Koordination, da sie sich kaum bewegen", erklärt die Tennislehrerin, die ihren Sport für ideal hält, um den Nachwuchs zu mehr körperlichen Aktivitäten zu animieren: "Tennis kann man altersunabhängig betreiben. Als Andy und Jamie klein waren, nahmen sie sich einen Luftballon, spannten ein Seil zwischen zwei Stühle und begannen im Wohnzimmer zu spielen."

Judy Murray verteufelt die neuen technischen Möglichkeiten keineswegs, wie sie zugibt, und nutzt häufig "Social-Messenger-Dienste", um mit ihren Söhnen zu kommunizieren, da diese weltweit unterwegs sind. Dennoch will die Schottin mit ihrer Kampagne möglichst viele Kinder von deren technischen "Freunden" weglocken, um die reale Kommunikation zu fördern und ruft auf: "Packt euch eine Wasserflasche und einen Tennisschläger ein und kommt spielen!" Überall in Schottland werden im kommenden Sommer Mini-Tennis-Veranstaltungen stattfinden, wo der Nachwuchs sich austoben kann. Vielleicht werden dort auch junge Talente entdeckt, die irgendwann mal in die Fußstapfen von Andy und Jamie Murray treten können.

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