Nach 6:0, 6:1 – 69-jährige Gail Falkenberg fordert Ex-Nummer-1

SID
Montag, 11.04.2016 | 12:05 Uhr
© (c) Flickr

Gail Falkenberg, die wohl älteste Profiturnier-Spielerin, gewann beim ITF-Turnier in Pelham ein ungleiches Duell. Nächste Gegnerin: Taylor Townsend.

Gail Falkenberg ist eine Ausnahmeerscheinung im Damentennis. Die US-Amerikanerin, Baujahr 1947, bekommt nicht genug vom Profitennis. Falkenberg nimmt regelmäßig an Qualifikationen bei ITF-Turnieren teil - aber das, wie auch zu erwarten ist, ohne Erfolg. Vor 18 Jahren, also im Jahr 1998, gewann die mittlerweile 69-Jährige zuletzt ein Match auf Profiebene - bis gestern. Denn am Sonntag siegte Falkenberg, nachdem sie zwischen 2011 und 2016 in 32 Matches nur 29 Spielgewinne verbucht hatte, in der ersten Quali-Runde beim mit 25.000 US-Dollar dotierten ITF-Turnier in Pelham im US-Bundesstaat Alabama. Das Ergebnis? Man mag es kaum glauben. Die US-Amerikanerin fegte ihre 22-jährige Landsfrau Rosalyn Small mit 6:0, 6:1 vom Platz.

Falkenberg trifft nun in der zweiten Quali-Runde auf die topgesetzte Taylor Townsend. Und Tennisexperten werden bei diesem Namen aufhorchen. Denn Townsend, die in wenigen Tagen 20 Jahre alt wird, war 2012 die Nummer eins bei den Juniorinnen. Der US-Amerikanerin wurde eine erfolgreiche Karriere bei den Profis zugetraut. Im Februar 2015 war die Linkshänderin trotz ihres nicht zu leugnenden Übergewichts die Nummer 94 im WTA-Ranking, ehe es im Sinkflug in die Niederungen der Weltrangliste ging. Townsend ist derzeit nur die Nummer 390 im WTA-Ranking und wird trotz ihres Rückfalls in der Weltrangliste leichtes Spiel mit Falkenberg haben - alles andere wäre eine große Sensation.

Falkenbergs Kampf gegen Jennifer Capriati

Bleibt noch zu klären, warum Falkenberg in der ersten Quali-Runde so klar mit 6:0, 6:1 gegen Small gewonnen hat. Im Internet kursiert eine kurze Videosequenz von diesem Match, wo Falkenberg beim Aufschlag von unten zu sehen ist. Die paar Sekunden zeigen, dass Small nicht zu den talentiertesten Tennisspielerinnen gehört. Warum Small überhaupt in Pelham dabei war? Die 22-Jährige ist jedenfalls extrem leidensfähig. Seit 2012 hat Small 26 Partien in Qualifikationen bei ITF-Turnieren bestritten. Die Bilanz: kein Sieg, kein Satzgewinn, und nur zehn Spielgewinne. Small ist also eher eine drittklassige Amateurspielerin als eine ernstzunehmende Profispielerin.

Falkenberg hingegen hätte sicherlich eine starke Karriere als Profi gehabt, wenn sich nicht erst mit 38 Jahren ihre Karriere gestartete hätte. Immerhin spielte sie sich im Alter von 40 Jahren bis auf Platz 360 im Einzel sowie Platz 430 im Doppel vor - eine mehr als respektable Leistung. Als 42-Jährige hatte Falkenberg einen großen Auftritt, als sie im Jahr 1989 bei einem Turnier in Orlando dem damals 13-jährigen "Wunderkind" Jennifer Capriati gegenüberstand und gegen die spätere Weltranglisten-Erste knapp mit 6:7, 4:6 verlor. 1995 erklärte Falkenberg in einem Zeitungsbericht: "Ich war eine Minderheit von einer Person. Mehr als einmal habe ich eine Gegnerin weinen gehört, ‚Ich kann nicht glauben, dass ich gegen diese alte Frau verliere'. Die meisten anderen Spielerinnen haben in mir nur die Gefahr einer Blamage gesehen."

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