Tennis

Mischa Zverev verblüfft sich selbst

SID
MUNICH, GERMANY - APRIL 30: Mischa Zverev of Germany plays a back hand against Andy Murray of Scotland during the fiirst round match of the BMW Open at Iphitos tennis club on April 30, 2015 in Munich, Germany. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongar...
© Alexander Hassenstein

Der Hamburger spricht über seinen ersten Challenger-Titel seit November 2007, Finalgegner Gerald Melzer und das Nahziel French Open.

Wenn der jüngere Bruder vorlegt, kann der Ältere nicht nachstehen - diese Prämisse befolgte Mischa Zverev in der vergangenen Woche eindrucksvoll. Der 28-jährige Hamburger gewann das ATP-Challenger-Turnier in Sarasota (USA) und beendete damit eine knapp neunjährige titellose Zeit auf dieser Turnierebene. Auf grünem Sand setzte sich Zverev im Endspiel gegen den Österreicher Gerald Melzer in zwei Sätzen durch. Im ATP-Ranking verbesserte sich der Linkshänder durch den Erfolg um 31 Plätze und steht nun auf Position 131. Damit setzt sich der Aufwärtstrend der ehemaligen Nummer 45 der Welt weiter fort. Während sein jüngerer Bruder Alexander nur noch einen Punkt vom erstmaligen Einzug unter die Top 50 entfernt ist, kann Mischa wieder die Top 100 ins Auge fassen, wo er zuletzt vor knapp fünf Jahren klassiert war.

Nach seiner Traumwoche im US-Bundesstaat Florida gab Zverev der ATP-Webseite ein Interview und sprach darin über die Bedeutung des Turniersiegs, die French Open als Hauptziel und die schwierigen äußeren Bedingungen gegen den aufstrebenden Gerald Melzer.

Mischa Zverev über ...

... den ersten Titel nach fast neun Jahren:

"Es ist großartig. Neun Jahre sind eine lange Zeit. Ich hatte viele Verletzungen, viele Höhen und Tiefen. Ich startete mein Comeback 2014 nach der Handgelenksoperation - das ist jetzt ein großer Schritt im Ranking und für mein Selbstvertrauen, gerade auf Sand, was nicht mein Lieblingsbelag ist."

... den Verzicht auf weitere Challenger auf grünem US-Sand und die Rückkehr nach Europa:

"Ich möchte nicht zu lange in den USA bleiben, da sich der grüne Sand deutlich von der europäischen Asche unterscheidet. Mein Hauptaugenmerk liegt darauf, mich perfekt auf die French Open vorzubereiten. Deshalb richte ich meinen Turnierplan auf roten Sand aus. Dass ich so gut auf der grünen Asche spiele, habe ich nicht erwartet. Jetzt möchte ich einfach daran anknüpfen - was dabei rauskommt, wird man sehen."

... seinen Matchplan gegen den starken Gerald Melzer und den Faktor Wind:

"Wir haben ein ähnliches Spiel, nur er ist etwas aggressiver als ich. Ich versuchte, noch konstanter und geduldiger als Gerald zu sein und mit viel Länge zu operieren, damit er seine gefährliche Vorhand nicht einsetzen konnte. Er wusste, dass ich bereits viele lange Matches sehr solide gespielt hatte. Deshalb riskierte er manchmal zu viel, weil er den Druck spürte, das Spiel machen zu müssen. Der Wind war unangenehm, da ich aber nicht viele Bälle im Steigen nahm, beeinflusste er mich nicht sonderlich. Ich hatte einfach einen guten Rhythmus in dieser Woche und musste nicht unnötig ins Risiko gehen mit meinen Schlägen."

... eine rauschende Siegesfeier:

"Ich werde nichts Verrücktes machen, bin aber innerlich sehr zufrieden, da sich meine harte Arbeit der letzten Wochen ausgezahlt hat. Da meine Freundin in Dallas ist, werde ich sie definitiv sehen, wenn ich einen passenden Flug bekomme. Dann werde ich mich mit meinen Freunden treffen und lecker essen."

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