Von Boris Becker bis Alexander Zverev – Die Davis-Cup-Debüts der Deutschen

Montag, 29.02.2016 | 12:44 Uhr
Alexander Zverev
© Dean Mouhtaropoulos
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Der 18-jährige Alexander Zverev gibt heute in Hannover sein Debüt für das deutsche Davis-Cup-Team.

Von Christian Albrecht Barschel aus Hannover

Alexander Zverev gibt heute in Hannover 47 Tage vor seinem 19. Geburtstag sein Davis-Cup-Debüt für Deutschland. Er ist somit der jüngste deutsche Debütant seit Boris Becker. Der Premiereneinsatz des Hamburgers war bereits im September vergangenen Jahres im Relegationsspiel in der Dominikanischen Republik vorgesehen, doch wegen einer Krankheit hatte er sein geplantes Debüt absagen müssen. Wird der heutige Einsatz von Zverev seine erfolgreiche Davis-Cup-Ära einläuten? Sein Gegner beim Debüt hätte kaum schwerer sein können. Der Weltranglisten-Siebte Tomas Berdych führte Tschechien in den Jahren 2012 und 2013 zum Titel im Davis Cup. tennisnet.com hat im Archiv gekramt und sich die Einzeldebüts der bedeutendsten deutschen Davis-Cup-Spieler seit Boris Becker, der in Hannover vor Ort sein wird, angeschaut.

Boris Becker (8. März 1985)
(Gegner: Juan Aguilera - 6:3, 6:4, 6:4)

Boris Becker gab mit 17 Jahren, drei Monaten und 16 Tagen sein Debüt für das deutsche Davis-Cup-Team. Er besiegte in Sindelfingen den Spanier Juan Aguilera glatt in drei Sätzen und begann seine illustre Karriere im Mannschaftswettbewerb standesgemäß. In der Erstrunden-Begegnung gegen Spanien kassierte Becker eine seiner nur drei Einzel-Niederlagen im Davis Cup. Sergio Casal besiegte den Leimener gleich zweimal. Becker führte Deutschland 1985 ins Endspiel und gewann 1988 sowie 1989 den Titel.

Carl-Uwe Steeb (5. Februar 1988)
(Gegner: Luiz Mattar - 6:1, 6:2, 6:3)

Wenn man den Namen Carl-Uwe Steeb hört, denkt man unweigerlich an das Match seines Lebens im Davis-Cup-Finale 1988 gegen Schweden. Steeb gewann das Auftakteinzel gegen den damaligen Weltranglisten-Ersten Mats Wilander nach 0:2-Satzrückstand und Abwehr eines Matchballs und legte beim "Weihnachtsmärchen von Göteborg" den Grundstein für den ersten deutschen Davis-Cup-Titel. Im gleichen Jahr gab der Schwabe sein Debüt mit einem glatten Sieg gegen den Brasilianer Luiz Mattar. Der Coup gegen Wilander war nicht die einzige Heldentat von Steeb im Davis Cup. 1989 fixierte er mit einem Sieg gegen Andre Agassi den erneuten Finaleinzug für das deutsche Team.

Michael Stich (4. Februar 1990)
(Gegner: Tom Nijssen - 6:7 (5), 1:6)

Die Einzelkarriere von Michael Stich im deutschen Davis-Cup-Einzel begann im Jahr 1990 im Erstrunden-Match gegen die Niederlande mit einem unbedeutenden Einzel gegen Tom Nijssen. Stich führte Deutschland im Jahr 1993 mit sieben Einzel- sowie vier Doppelsiegen zum bislang letzten Davis-Cup-Titel. Der heutige Turnierdirektor am Hamburger Rothenbaum erlebte im Davis Cup aber auch seinen wohl bittersten Moment als Profi. Im September 1995 im Halbfinale in Russland hatte Stich den Finaleinzug für Deutschland vor Augen. Doch neun Matchbälle bei eigenem Aufschlag reichten nicht aus, um Andrei Chesnokov zu besiegen. Statt der Freude über das Jahrhundert-Finale gegen die USA gab es bittere Tränen. Das Matchball-Drama war eine Zäsur im deutschen Herrentennis.

Marc-Kevin Goellner (16. Juli 1993)
(Gegner: Petr Korda - 6:4, 6:7 (5), 6:1, 7:6 (3))

In der Karriere von Marc-Kevin Goellner ging es im Jahr 1993 im Eiltempo von 0 auf 100. Mit dem Turniersieg im Mai in Nizza wurde Goellner in der breiten Öffentlichkeit bekannt. Zwei Monate später durfte er im deutschen Davis-Cup-Team debütieren. Goellner, dessen Lieblingsbelag Sand war, eröffnete in Halle/Westfalen das Viertelfinale gegen Tschechien - auf Rasen. Mit dem überraschenden Sieg gegen Petr Korda legte er den Grundstein für den Einzug ins Halbfinale. Doch damit nicht genug. Goellner setzte sich auch noch im Halbfinale in Schweden gegen Stefan Edberg durch. Deutschland holte schließlich den letzten der drei bisherigen Davis-Cup-Titel.

Nicolas Kiefer (3. April 1998)
(Gegner: Grant Stafford - 4:6, 4:6, 6:1, 6:2, 6:2)

Eine großartige Davis-Cup-Karriere hat Nicolas Kiefer nicht hingelegt. Der Niedersachse gewann nur sechs Einzel, bei denen es um etwas ging. Kiefer gab im Alter von 20 Jahren sein Debüt im Davis Cup - und das mit einem Paukenschlag. Denn er drehte einen 0:2-Satzrückstand gegen Grant Stafford und brachte Deutschland in Bremen im Erstrunden-Duell gegen Südafrika mit 1:0 in Führung.

Tommy Haas (3. April 1998)
(Gegner: Wayne Ferreira - 7:6 (2), 3:6, 6:3, 6:4)

Tommy Haas gab genauso wie Nicolas Kiefer sein Davis-Cup-Debüt am 3. April 1998 gegen Südafrika. Was noch hinzukam: Haas feierte an jenem Tag seinen 20. Geburtstag. Und es wurde ein runder Ehrentag für den gebürtigen Hamburger. Haas beschenkte sich selbst und bezwang Südafrikas Dauerbrenner Wayne Ferreira in vier Sätzen. Seine Davis-Cup-Karriere wird Haas höchstwahrscheinlich mit einer 19:7-Bilanz im Einzel beenden.

Rainer Schüttler (24. September 1999)
(Gegner: Andrei Pavel - 6:7 (2), 2:6, 2:6)

Mit dem Gespann Tommy Haas, Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler hätte Deutschland gute Chancen auf den Gewinn des Davis Cups gehabt. Doch an einem Strang zog das Trio nur ganz selten. Schüttler kam im Jahr 1999 in Bukarest im Relegationsspiel gegen Rumänien zu seinem Debüt. Der Korbacher verlor am ersten Tag gegen Rumäniens Spitzenspieler Andrei Pavel glatt in drei Sätzen. Immerhin schaffte Deutschland den Klassenerhalt.

Florian Mayer (24. September 2004)
(Gegner: Dominik Hrbaty - 3:6, 1:6, 3:6)

An sein Davis-Cup-Debüt denkt Florian Mayer sicherlich nicht gerne zurück. Der Bayreuther kam im Jahr 2004 im Relegationsspiel gegen die Slowakei in Bratislava erstmals zum Einsatz und war im Auftakteinzel gegen die slowakische Nummer eins, Dominik Hrbay, ebenso chancenlos wie im entscheidenden Einzel gegen Karol Kucera, das er mit 4:6, 0:6, 2:6 verlor. Deutschland verpasste mit der 2:3-Niederlage den Wiederaufstieg in die Weltgruppe.

Philipp Kohlschreiber (6. April 2007)
(Gegner: Olivier Rochus - 6:3, 7:5, 7:6 (4))

Philipp Kohlschreiber hat sich in den letzten Jahren zum Dauerbrenner im deutschen Davis-Cup-Team gemausert - und das trotz der ständigen Querelen um seine Person. Der Augsburger wird voraussichtlich seine Einzel 25 und 26 im Davis Cup spielen und würde, was Einzelpartien angeht, mit Tommy Haas gleichziehen. Seit Beginn der Open Era hätten dann nur Boris Becker und Michael Stich mehr Einzelpartien für Deutschland bestritten als Kohlschreiber. Der 32-Jährige gab im April 2007 in Ostende sein Debüt und hatte mit seinem klaren Sieg gegen Belgiens damalige Nummer eins, Olivier Rochus, großen Anteil am bislang letzten Halbfinal-Einzug eines deutschen Davis-Cup-Teams.

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