Tennis

Melzer kehrt erst im April wieder zurück

SID
© (c) GEPA pictures/ Matthias Hauer

Österreichs Nummer eins beantragt ein „Protected Ranking“ und will in Monte Carlo wieder auf der ATP-Tour einsteigen.

Es war nach den so kurzfristigen Absagen für Einzel und Doppel beim ATP-World-Tour-500-Turnier in Acapulco fast schon zu befürchten gewesen, und nun hat es sich bewahrheitet: Das Comeback von Jürgen Melzer verzögert sich weiter. Der Österreicher wird nun gar die ATP-Masters-1000-Turniere von Indian Wells und Miami sowie den Davis Cup in Bratislava gegen die Slowakei (4. bis 6. April) auslassen. Erst beim nicht zur Teilnahme verpflichtenden ATP-Masters-1000-Event in Monte Carlo (Hauptfeld-Start am 13. April), wird der 32-Jährige voraussichtlich wieder aufschlagen.

Die Kraft in der Schulter fehlt noch

Von Melzer liegt weiterhin keine offizielle Stellungnahme vor, und auch sein Manager, ÖTV-Präsident Ronnie Leitgeb, konnte wegen der Zeitverschiebung von MEZ zu Acapulco (sieben Stunden) auch erst am Dienstag am Nachmittag die definitiven Gründe für die Turnierabsage in Erfahrung bringen: „Von den Schmerzen her ist es kein Problem. Aber Jürgen hat nicht die Kraft in der Schulter, um ein Match durchzuservieren", erklärte Leitgeb der „APA - Austria Presse Agentur". Das sei in den letzten Trainingseinheiten vor dem erhofften Comeback klar geworden: „Jürgen hat doch zweimal am Tag ein Sparring gemacht. Er hat gesagt, dass er die Kraft einfach noch nicht hat."

Dabei hatte vor etwa zwei Wochen alles noch viel optimistischer geklungen: „Ich habe voll serviert, voll durchgezogen. Die Schmerzen haben sich verabschiedet. Es passt", berichtete Melzer im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien von seinen Rückkehr-Plänen. Außerdem absolvierte er vor der Abreise nach Mexiko eine problemlose Trainingseinheit mit Youngster Dominic Thiem. Doch in den vergangenen Tagen in Übersee stellte sich heraus, dass Melzer den extrem hohen Anforderungen auf der ATP-Tour derzeit noch nicht wieder gerecht werden könne. Und so geht's für ihn zurück nach Wien, wo der 32-Jährige Therapie und Krafttraining wieder aufnehmen will, um die Muskulatur weiter zu stärken.

Melzer muss den Davis Cup „opfern"

Somit gab es in Acapulco nur ein Melzer-Comeback: Jenes von Jürgens tschechischer Gattin Iveta, die nach anderthalbjähriger Verletzungspause am Dienstag nach Ortszeit beim parallel stattfindenden WTA-International-Turnier zum Auftakt gegen Victoria Duval (USA) unterlag. Für Jürgen geht die bisher viereinhalb Monate lange Zwangspause in die Verlängerung und wird auf mindestens sechs Monate ausgedehnt. Dafür kann der Schützling von Markus Hipfl dann ein „Protected Ranking" beantragen, das ihm bei ausgewählten Turnieren den Wiedereinstieg erleichtert. Bei einer Inanspruchnahme wird Melzer auch bei den großen Sandplatz-Events bis zu den French Open in Paris fix im Hauptfeld stehen, was durch seinen drohenden Rückfall in der Weltrangliste sonst nicht sicher wäre.

Ein Opfer muss Melzer allerdings bringen: Der Davis Cup gegen die Slowakei endet erst eine Woche vor Ablauf der halbjährigen Frist für besagtes „Protected Ranking". Für das Team von ÖTV-Kapitän Clemens Trimmel wird diese Aufgabe in der zweiten Runde der Europa/Afrika-Zone ohne Führungsspieler in den eigenen Reihen also wohl bedeutend schwerer. In die Rolle von Melzer wird dadurch voraussichtlich Thiem schlüpfen müssen, der sein allseits erwartetes Davis-Cup-Debüt womöglich als Nummer eins begehen wird. (Text: MaWa)

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