Liebe am Arbeitsplatz

Freitag, 13.12.2013 | 08:28 Uhr
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Liebesgeschichten zwischen Tennisprofis haben Tradition.

Von Christian Albrecht Barschel

Warum sollte es auf dem Tennisplatz anders sein als im Büro? Liebe am Arbeitsplatz, das gibt es auch immer wieder unter Tenniskollegen. Wir stellen zehn prominente Tennis-Paare vor. Bei einigen hält die Liebe noch, bei anderen ist sie erloschen.

Andre Agassi und Steffi Graf

Andre Agassi und Steffi Graf sind zweifellos das berühmteste Tennis-Paar. Die beiden fanden 1999 in den Endzügen von Grafs Karriere zueinander, wobei Agassi schon einige Jahre zuvor ein Auge auf die Deutsche geworfen hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatten nur zwei Spieler alle Grand Slams und die Goldmedaille bei Olympia gewonnen: Agassi und Graf. Am 22. Oktober 2001 heirateten die beiden, vier Tage später kam ihr Sohn Jaden Gil zur Welt. Zwei Jahre später wurde ihre Tochter Jaz Elle geboren. Agassi und Graf führen eine Ehe ohne Skandale und sonstige Schlagzeilen. Der US-Amerikaner bezeichnete die Ehe mit der Deutschen als "großes Tennis". "Ich könnte mir nicht vorstellen, wie es noch besser sein sollte." Das Geheimnis ihrer Ehe, sei sich umeinander zu kümmern. "Jeden Tag. Darin sind wir sehr diszipliniert", erklärt Agassi. "Ich habe das Glück, meine große Liebe gefunden zu haben. Unser Geheimnis: Wir haben Verständnis und viel Respekt füreinander und nehmen uns, wie wir sind", sagte die Deutsche über ihre Liebe zu Agassi.

Roger Federer und Miroslava "Mirka" Vavrinec

Miroslava Vavrinec, genannt Mirka, ist die starke Frau an der Seite von Roger Federer. Was viele vergessen, ist, dass Mirka selbst eine gute Tennisspielerin war, die ihre Karriere früh beenden musste. Die Schweizerin, die in der Slowakei geboren wurde, schaffte es bis auf Platz 76. Wegen einer Fußverletzung beendete sie 2002 im Alter von 24 Jahren ihre Karriere. Federer und Vavrinec wurden 2000 bei den Olympischen Spielen in Sydney ein Paar. Mirka tröstete den Schweizer über das verpasste Edelmetall hinweg. Fortan sind die beiden ein unzertrennliches Paar. Mirka ist ständiger Begleiter von Federer und agiert im Hintergrund. Interviews gibt sie keine mehr. Dafür regelte sie einige Jahre die Presseaktivitäten von Federer. Am 11. April 2009 erfolgte die Heirat. Am 23. Juli 2009 bekam das Paar Zwillinge, die Mädchen Myla Rose und Charlene Riva. "Mirka hat mir immer geholfen, sie ist eine großartige Begleitung. Als ich sie getroffen habe, hatte ich keine Titel, jetzt habe ich 76. Also man sieht, was da passiert ist", sagte Federer Ende 2012 über Mirka.

Lleyton Hewitt und Kim Clijsters

Lleyton Hewitt und Kim Clijsters lernten sich 2000 bei den Australian Open im Teenager-Alter intensiv kennen, als Clijsters jüngere Schwester Elke um ein Autogramm von Hewitt bat. Das Paar wurde von der australischen Presse frenetisch gefeiert. Die Belgierin Clijsters bekam den Spitznamen "Aussie Kim" verpasst. Im Dezember 2003 machte Hewitt während einer Bootstour im Hafen von Sydney Clijsters einen Heiratsantrag. Die Heirat war für Februar 2005 angekündigt. Doch dazu kam es nicht. Das Paar gab im Oktober 2004 die Trennung bekannt. Sowohl Clijsters als auch Hewitt gingen kurz nach ihrer Trennung eine neue Beziehung ein. Hewitt machte der australischen Schauspielerin Bec Cartwright nach sechs Wochen Beziehung einen Heiratsantrag. Das Paar hat drei Kinder. Clijsters ist mit dem Basketballspieler Brian Lynch verheiratet und hat zwei Kinder.

Jimmy Connors und Chris Evert

Jimmy Connors und Chris Evert waren das Tennis-Traumpaar in den Siebzigern - für etwas mehr als zwei Jahre. Kurz vor dem Wimbledonturnier 1972 wurden Connors (damals 19) und Evert (damals 17) ein Paar. Auf dem Siegerfoto 1974, als beide den Titel in Wimbledon gewannen, sieht man die beiden sich innig küssen. Die beiden US-Amerikaner wollten im November 1974 heiraten. Doch Connors und Evert lösten im September 1974 ihre Verlobung auf und trennten sich kurz vor der anstehenden Hochzeit. In seiner Biografie "The Outsider" deutet Connors an, dass seine Ex-Verlobte damals schwanger gewesen sei und abgetrieben habe. "Ein Thema ist aufgekommen als Ergebnis jugendlicher Leidenschaft. Eine Entscheidung musste von einem Paar getroffen werden. Ich war erfreut, Mutter Natur ihren Lauf zu lassen. Chrissie hatte sich allerdings entschlossen, dass der Zeitpunkt schlecht war. Sie hat mich gefragt, wie wir mit den Details umgehen." Connors schreibt auch, dass er Evert geliebt habe und die sportlichen Ziele ein Hindernis in der Beziehung gewesen seien. "Es führte auf die gleiche, alte Frage zurück: Können zwei Nummer Einsen in einem existieren? Du kannst nicht zwei Nummer Einsen in einer Beziehung haben. Das wird nicht funktionieren." Evert reagierte extrem enttäuscht auf die Enthüllungen in der Biografie von Connors. "In seinem Buch hat Jimmy Connors über eine Zeit in unserer Beziehung geschrieben, die sehr persönlich und emotional schmerzvoll war. Ich bin extrem enttäuscht, dass er das Buch benutzt hat, um eine Privatsache, die vor 40 Jahren stattgefunden hat, ohne mein Wissen zu veröffentlichen", sagte Evert in einem Statement. Nach ihrer Liaison mit Connors war Evert mit dem britischen Tennisspieler John Lloyd acht Jahre verheiratet.

Jürgen Melzer und Iveta Benesova

Jürgen Melzer und seine Tenniskolleginnen: War da was? Ja, da war so einiges. Der Österreicher war mit Anastasia Myskina und Dominika Cibulkova liiert. Auch Nicole Vaidisova soll für kurze Zeit an seiner Seite gewesen sein. Beim Wimbledonturnier 2011 schlug dann der Liebes-Blitz bei Melzer ein. Er spielte an der Seite der Tschechin Iveta Benesova in der Mixedkonkurrenz. Was folgte, war der Titel auf dem "Heiligen Rasen". Aus der beruflichen Partnerschaft wurde die große Liebe. Nach über einjähriger Beziehung gaben sich die beiden am 14. September 2012 das Ja-Wort. "Ich für mich wusste, dass sie die Richtige für mich ist, also habe ich sie gefragt", erklärte Melzer im Interview mit der Tageszeitung "Kleine Zeitung". "Es ist einfach schön, dass Iveta genau weiß, wie es mir nach einem Sieg oder einer Niederlage geht - sie kann sich in mich hineinfühlen und mich auch unterstützen. Umgekehrt gilt das auch."

Radek Stepanek und Petra Kvitova

Wie bei Jürgen Melzer dreht sich bei Radek Stepanek das Liebes-Karussell vorwiegend um Kolleginnen. Der Tscheche war zunächst mit Martina Hingis verlobt und heiratete dann im Juli 2010 seine Landsfrau Nicole Vaidisova. Nach drei Ehejahren reichten beide in diesem Jahr die Scheidung ein. Stepanek hat mittlerweile mit der nächsten Kollegin angebandelt. Es ist Petra Kvitova, die nun die neue Nummer eins bei Stepanek ist. Kvitova hatte sich nach langjähriger Partnerschaft von ihrem vier Jahre jüngeren Kollegen Adam Pavlasek getrennt. "Ich habe in Petra jemand ganz, ganz Besonderes gefunden. Sie ist ein sehr cleveres Mädchen und sehr bescheiden für eine Person, die bereits sehr viel im Tennis erreicht hat. Sie hat ein großes Herz, und wenn ich ihre Eltern sehe, sehe ich auch irgendwie meine Eltern. Ich bin so glücklich, dass ich sie gefunden habe. Es hat definitiv mein Leben verändert", schwärmt Stepanek über Kvitova.

Grigor Dimitrov und Maria Sharapova

Neben Melzer/Benesova und Stepanek/Kvitova gibt es noch ein weiteres prominentes aktives Tennis-Paar. Es sind Grigor Dimitrov und Maria Sharapova. Der 22-jährige Bulgare und die 26-jährige Russin haben sich in diesem Jahr zu ihrer Liebe öffentlich bekannt. "Es geht darum, die Person zu finden, wo du die ganze Zeit du selbst sein kannst, wo du ungezwungen das junge Mädchen, das alte Mädchen und das reife Mädchen sein kannst, und die Person dich versteht. Vielleicht macht mich das auch wirklich jung im Inneren, was gut ist", sagte Sharapova über die Beziehung zum vier Jahre jüngeren Dimitrov. Die Liebe scheint den Bulgaren zu beflügeln. In diesem Jahr knackte Dimitrov erstmals die Top 30 und gewann seinen Premieren-Titel auf der ATP-Tour. "Jeder von uns hat Probleme zu lösen. Ich denke, dass ich bewiesen habe, dass die Leute falsch lagen, die gesagt haben, meine Beziehung mit ihr gefährdet mein Spiel. Ich denke, dass ich genau das Gegenteil bewiesen habe", erklärte Dimitrov.

Carlos Moya und Flavia Pennetta

Carlos Moya und Flavia Pennetta ware einige Jahre ein Paar. Doch die Beziehung scheiterte 2007, als Moya die Italienerin mit einer spanischen TV-Moderatorin betrog. Die Welt von Pennetta stürzte ein. Ihr gesamtes Leben war auf Moya ausgerichtet, wie sie 2012 in ihrer Biografie "Mitten ins Herz" schrieb. "Ich habe alles beiseite gelegt, um ihn zu unterstützen. Er war meine Leidenschaft. Ich habe mich komplett aufgegeben und meine Balance verloren." Die Trennung hinterließ Spuren bei der Italienerin. "Die Leute hatten Mitleid mit mir und ich konnte mich nicht mal selbst verteidigen. Es war so, als ob ich meinen Geschmack für Sachen verloren hatte. Ich versuchte, mich dem Leben gegenüber zu betäuben und keinen Schmerz zu spüren. Ich habe nicht mal körperliche Schmerzen gespürt. Ein doofes Beispiel: Selbst als ich mich gewachst habe, spürte ich gar nichts." Sportlich lief es bei Pennetta nach der Trennung von Moya weitaus besser als in der Partnerschaft. Sie erreichte im Einzel die Top Ten und wurde im Doppel sogar die Nummer eins.

Tomas Berdych und Lucie Safarova

Tomas Berdych und Lucie Safarova lernten sich als Jugendliche im Tennisclub in Prostejov kennen. Es begann mit einer SMS, die Berdych seiner Kollegin schickte, um ihr zu einem Preis zu beglückwünschen. Aus Freundschaft wurde Liebe. Die beiden Tschechen lebten in einer gemeinsamen Wohnung in Prostejov, wenn sie nicht auf der Tour unterwegs waren. Immer wieder machten Heiratsgerüchte die Runde. Doch ihre Liebe endete nach knapp neun gemeinsamen Jahren. "Wir haben uns wie Erwachsene getrennt. Es gibt keinen Zorn. Wir sind immer noch Freunde", erklärte Safarova. Berdych ist nun seit zwei Jahren mit dem tschechischen Model Ester Satorova liiert. Und auch Safarova soll einen neuen Partner haben.

Andrei Medvedev und Anke Huber

Neben Steffi Graf hatte auch die zweiterfolgreichste deutsche Spielerin eine Beziehung zu einem Kollegen, die aber nicht zu einer Hochzeit führte. Anke Huber und Andrei Medvedev waren das Tennis-Traumpaar in den Neunzigern. Das Paar verliebte sich 1993 und spielte 1994 in Wimbledon gemeinsam Mixed. Nach der Trennung kamen die beiden 1999 wieder zusammen. Von der Liebe beflügelt, erreichte Medvedev 1999 bei den French Open das Endspiel, wo er gegen Andre Agassi schon eine Hand am Siegerpokal hatte. Die Liebe zerbrach schließlich Anfang 2000. Medvedev trennte sich von Huber. Kuriosum am Rande: Medvedev und Huber spielten im Oktober 2001 innerhalb von einer Woche ihr letztes Karriere-Match.

Das sind weitere ehemalige Tennis-Paare:

Xavier Malisse und Jennifer Capriati

Magnus Norman und Martina Hingis

Fernando Verdasco und Ana Ivanovic

Fernando Verdasco und Gisela Dulko

Fernando Gonzalez und Gisela Dulko

Tommy Robredo und Gisela Dulko

Gael Monfils und Dominika Cibulkova

Igor Andreev und Maria Kirilenko

Sergei Bubka jr. und Victoria Azarenka

Marcos Baghdatis und Karolina Sprem

Samuel Groth und Jarmila Gajdosova

Björn Borg und Mariana Simionescu

(Fotos: GEPA pictures)

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