Das Fazit

Montag, 31.12.2012 | 11:31 Uhr
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Wie ist es den Spielern und Spielerinnen ergangen, die wir für das Jahr 2012 auf dem Zettel hatten.

(Auf dem Foto von links nach rechts: Bojana Jovanovski, Ryan Harrison, Laura Robson)

Von Christian Albrecht Barschel

Am Silvestertag 2011 hatten wir fünf Herren, fünf Damen und fünf deutsche Spieler für die Saison 2012 vorgestellt, von denen wir uns viel versprachen. Wie ist es ihnen im Jahr 2012 ergangen? Hier ist das Fazit!

Herren:

Bernard Tomic (Ende 2011: Platz 42; Ende 2012: Platz 52)

Es war ein turbulentes Jahr für Bernard Tomic. Der Australier startete gut in die Saison mit dem Halbfinale in Brisbane und dem Achtelfinale bei den Australian Open. Doch dann setzte allmählich der Abwärtsstrudel bei Tomic ein. In Miami wollte der mittlerweile 20-Jährige seinen Vater von der Tribüne verbannen. Im September verlor er mit Australien das Relegationsspiel im Davis Cup gegen Deutschland. Dann ermittelte auch noch die Polizei wegen einer Prügelei mit einem Freund gegen ihn. Zu guter Letzt warf Patrick Rafter ihn auch noch aus dem Davis-Cup-Team für die Begegnung Anfang Februar. 2013 kann es fast nur besser werden für Tomic.

Fazit: Erwartungen nicht erfüllt.

Ryan Harrison (Ende 2011: Platz 79; Ende 2012: Platz 69)

Der große Durchbruch blieb bei Ryan Harrison im Jahr 2012 aus. Seine größten Erfolge in der abgelaufenen Saison waren das Achtelfinale in Indian Wells und die Halbfinals bei den Rasenturnieren in Eastbourne und Newport. Zwischenzeitlich hatte sich der 20-jährige US-Amerikaner bis auf Platz 43 vorgespielt. Doch zum Jahresende ging es wieder abwärts.

Fazit: Erwartungen nicht ganz erfüllt.

Benjamin Mitchell (Ende 2011: Platz 227; Ende 2012: Platz 326)

Auch für den zweiten Australier, den wir für 2012 auf dem Radar hatten, ging es nicht aufwärts, sondern abwärts. Benjamin Mitchell verlor im Vergleich zum Vorjahr knapp 100 Plätze in der Weltrangliste. 13-mal scheiterte Mitchell in der ersten Runde, viermal war in der ersten Quali-Runde Schluss. Zum Ende des Jahres ging die Formkurve des Australiers wieder nach oben. Mitchell gewann ein Future-Turnier in seiner Heimat und erreichte ein weiteres Endspiel.

Fazit: Erwartungen überhaupt nicht erfüllt.

Jiri Vesely (Ende 2011: Platz 603; Ende 2012: Platz 263)

Die richtig großen Schlagzeilen hat Jiri Vesely 2012 nicht geschrieben, dennoch hat sich der Tscheche Stück für Stück nach oben gespielt. Vesely machte in der abgelaufenen Saison einen Sprung von gut 350 Plätzen in der Weltrangliste. Der 19-Jährige gewann fünf Future-Turniere und stand zwischenzeitlich auf Platz 254. Vesely wird 2013 noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen und die Top 100 knacken. Da sind wir uns sicher.

Fazit: Erwartungen teilweise erfüllt.

Dominic Thiem (Ende 2011: Platz 640; Ende 2012: Platz 310)

Die Erwartungen, die in unserem Nachbarland Österreich in Dominic Thiem gesetzt werden, sind riesig. Der Orange-Bowl-Sieger von 2011 soll in die Fußstapfen des schwächelnden Jürgen Melzer steigen. 2012 begann nicht gut für den Österreicher. Der 19-Jährige musste sich erst an das Niveau auf der Herrentour gewöhnen. Doch im Laufe der Saison gab Thiem Gas und spielte sich mit drei Future-Siegen in die Nähe der Top 300.

Fazit: Erwartungen teilweise erfüllt.

Damen:

Christina McHale (Ende 2011: Platz 43; Ende 2012: Platz 33)

Christina McHale spielte 2012 konstant gut, aber noch nicht gut genug für die richtige Weltspitze. Die US-Amerikanerin stand zwischenzeitlich auf Platz 24. Bei den Grand Slams erreichte die 20-Jährige dreimal die dritte Runde. McHale schlug meistens die in der Weltrangliste hinter ihr stehenden Spielerinnen, schied dann aber immer wieder gegen vor ihr platzierte Kolleginnen aus. Um den nächsten Schritt zu machen, muss McHale auch mal Top-10 und Top-20-Spielerinnen besiegen.

Fazit: Erwartungen teilweise erfüllt.

Bojana Jovanovski (Ende 2011: Platz 73; Ende 2012: Platz 56)

Bojana Jovanovski stand 2011 schon auf Platz 50. Doch so richtig voran will es bei der Serbin nicht gehen. Jovanovskis Höhepunkt 2012 war der Titelgewinn in Baku. Es war ihr erster WTA-Turniersieg. Am heutigen Silvestertag wird die Serbin 21 Jahre alt. Jovanovski gehört nicht zu den geduldigsten Spielerinnen. Sie ist vor allem bekannt für ihr exzessives Stöhnen. In der zweiten Runde beim diesjährigen Wimbledonturnier beschwerte sich Sabine Lisicki beim Schiedsrichter über das laute Stöhnen. Jovanovski wurde anschließend merklich leiser, verlor den Faden und das Match.

Fazit: Erwartungen teilweise erfüllt.

Sloane Stephens (Ende 2011: Platz 96; Ende 2012: Platz 38)

Sloane Stephens spielte 2012 ein starkes Jahr. Die 19-Jährige scheint derzeit die größte Nachwuchshoffnung im US-amerikanischen Damentennis zu sein. Stephens erreichte bei den French Open das Achtelfinale und stand in zwei Halbfinals auf der WTA-Tour. In Wimbledon und bei den US Open reichte es bis zur dritten Runde. Stephens würde sicherlich noch ein paar Plätze weiter oben stehen, wenn die US Open nicht ihr letztes Turnier im Jahr 2012 gewesen wären.

Fazit: Erwartungen erfüllt.

Laura Robson (Ende 2011: Platz 132; Ende 2012: Platz 53)

Im ersten Halbjahr lief bei Laura Robson noch nicht allzu viel zusammen. Doch in der zweiten Jahreshälfte platzte bei der Britin der Knoten. Die 18-Jährige erreichte zunächst das Halbfinale in Palermo. Berühmtheit erlangte Robson dann als Mixed-Partnerin von Andy Murray bei den Olympischen Spielen. Das Duo holte die Silbermedaille für Großbritannien. Beflügelt von der olympischen Erfahrung spielte Robson bei den US Open groß auf, beendete die Karriere von Kim Clijsters und schaffte den Einzug ins Achtelfinale. Im chinesischen Guangzhou stand sie wenige Wochen später in ihrem ersten Finale auf der WTA-Tour. In ihrer Zeit in China entstand auch ein kultiges Video an der Seite der Kanadierin Eugenie Bouchard. Robson und ihre gute Freundin parodierten den Welthit "Gangnam-Style" und sorgten damit für einige Lacher.

Fazit: Erwartungen erfüllt.

Caroline Garcia (Ende 2011: Platz 147; Ende 2012: Platz 154)

Bei Caroline Garcia ging es 2012 nicht wirklich bergauf, sondern eher etwas bergab. Die 19-Jährige versuchte sich, auf der WTA-Tour zu etablieren. Doch der Versuch ist vorerst gescheitert. Mit ihrer gleichaltrigen Landsmännin Kristina Mladenovic könnte Garcia eines Tages das französische Fed-Cup-Team stellen. Mladenovic hat im Vergleich zu Garcia die Top 100 bereits geknackt.

Fazit: Erwartungen nicht erfüllt.

Deutsche:

Cedrik-Marcel Stebe (Ende 2011: Platz 81; Ende 2012: Platz 177)

Was bleibt von Cedrik-Marcel Stebe aus dem Jahr 2012 hängen? Sicherlich sein großer Sieg im entscheidenden Einzel im Relegationsspiel gegen Australien. Stebe spielte sein bestes Match im Jahr und durfte sich einige Tage als deutscher Held fühlen. Doch ansonsten lief es für den mittlerweile 22-Jährigen mehr schlecht als recht. Bei seinem Heimturnier in Stuttgart erreicht er immerhin das Viertelfinale. Stebe ist derzeit weit von den Top 100 entfernt und muss nun entweder den Umweg über die Qualifikationen nehmen oder sich erst einmal auf Challenger-Turniere konzentrieren.

Fazit: Erwartungen nicht erfüllt.

Annika Beck (Ende 2011: Platz 222; Ende 2012: Platz 78)

Annika Beck war neben Angelique Kerber die deutsche Aufsteigerin im Jahr 2012. Die 18-Jährige ist derzeit die jüngste Spielerin in den Top 100. Beck gewann die Juniorinnen-Konkurrenz bei den French Open und sechs Turniere auf der ITF-Tour. Ihr starkes Jahr krönte die Bonnerin mit dem Titelgewinn bei den Deutschen Meisterschaften. Geht es weiter in diesem Tempo voran, dürfte Beck bald unter den Top 50 zu finden sein.

Fazit: Erwartungen erfüllt.

Dinah Pfizenmaier (Ende 2011: Platz 262; Ende 2012: Platz 141)

Dinah Pfizenmaier tauchte 2011 wie Phönix aus der Asche auf. Von 0 auf Platz 262 in nur vier Monaten. Die Westfälin hatte alle überrascht, am meisten wohl sich selbst. In diesem rasanten Tempo ging es 2012 nicht ganz voran. Dennoch verbesserte sich Pfizenmaier in der Weltrangliste bis auf Platz 121. Bei den French Open qualifizierte sie sich zum ersten Mal für ein Grand-Slam-Turnier, überstand die erste Runde und durfte im zweiten Match auf dem Court Philippe Chatrier spielen. In der neuen Saison gilt es für Pfizenmaier, den Sprung auf die WTA-Tour zu schaffen.

Fazit: Erwartungen erfüllt.

Kevin Krawietz (Ende 2011: Platz 332; Ende 2012: Platz 377)

Kevin Krawietz hat 2012 nicht ganz bewiesen, dass er zu den größten deutschen Nachwuchshoffnungen gehört. Auf der Challenger-Ebene lief es eher mäßig für den 20-Jährigen. Den Großteil seiner Punkte holte er auf der Future-Tour. Im Vergleich zum Vorjahr verschlechterte sich der Coburger um 45 Plätze. In der neuen Saison sollte nun das Etablieren auf der Challenger-Tour im Vordergrund stehen.

Fazit: Erwartungen nicht erfüllt.

Carina Witthöft (Ende 2011: Platz 413; Ende 2012: Platz 226)

Carina Witthöft hat sich 2012 um 200 Plätze verbessert und schnupperte kurz am Einzug in die Top 200. Dabei stieg die 17-jährige Hamburgerin erst im April in die Saison ein. Besonders Schweden wird für Witthöft in guter Erinnerung bleiben. In Ystad errang sie den zweiten Turniersieg ihrer Karriere. Zwei Wochen später qualifizierte sie sich in Bastad für ihr erstes WTA-Turnier. Sollte Witthöft 2013 voll durchspielen, scheint eine Jahresendposition in den Top 100 möglich.

Fazit: Erwartungen erfüllt.

Morgen stellen wir fünf Herren, fünf Damen und fünf Deutsche vor, die man für 2013 im Auge behalten sollte.

Fotos: GEPA pictures

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