Die unvollendeten Tennisspieler

Montag, 13.12.2010 | 18:18 Uhr
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tennisnet.com präsentiert in einer Top-Ten-Liste die Spieler mit einem kleinen Makel in der Karriere: Der fehlende Sieg bei einem Majorturnier.

Von Christian Albrecht Barschel

Was haben Andy Murray, Nikolay Davydenko, Robin Söderling und Caroline Wozniacki gemeinsam? Richtig, sie alle haben noch kein Grand-Slam-Turnier gewonnen. Doch für alle genannten Akteure ist die Zeit als Tennisprofi noch nicht beendet. Deshalb haben sie alle noch die Chance, zumindest einmal eines der vier "Majorturniere" zu gewinnen. Falls ihnen das nicht gelingen sollte, könnten sie allesamt nach dem Karriereende in der Liste der besten Spieler und Spielerinnen ohne Grand-Slam-Titel landen, die tennisnet.com in einer Top-Ten-Liste präsentiert.

Platz 10: Tim Henman

Er war die große Tennishoffnung von Großbritannien und der Gentleman im Herrentennis. Tim Henman, der aus der Top-Ten-Liste Spieler wie Cedric Pioline, Henri Leconte, Kevin Curren und Mark Philippoussis verdrängt hat, war nahe dran, Sportgeschichte im Vereinigten Königreich zu schreiben und als erster Brite nach Fred Perry 1936 das Wimbledonturnier zu gewinnen. Doch sowohl in Wimbledon als auch bei den anderen Grand-Slam-Turnieren reichte es für Henman nicht zum großen Coup.

In Wimbledon ging Henman 14-mal an den Start, doch ein Sieg beim traditiosnreichsten Tennisturnier blieb ihm stets verwehrt. Jeweils viermal erreichte er das Halbfinale und das Viertelfinale und lieferte sich auf dem Centre Court viele packende Fünfsatz-Matches. Am dichtesten dran an einem Wimbledontriumph war Henman 2001 im Halbfinale gegen den späteren Sieger Goran Ivanisevic. Das Halbfinale, das aufgrund von Regen über drei Tage gespielt wurde, verlor er aber noch nach einer 2:1-Satz-Führung. Auch bei den US Open und den French Open zog der Serve-and-Volley-Spezialist jeweils in das Halbfinale ein, scheiterte aber dort. Am Ende seiner Karriere standen für Henman elf Turniersiege, mehrere Jahre in den Top Ten und mit Platz vier die höchste Ranglistenposition zu Buche.

Henman zog die britischen Zuschauer in seinen Bann und war der "Local Hero" in Wimbledon. Die Briten hatten nach Jahren endlich wieder einen Spieler, der eine reelle Chance auf den Sieg in Wimbledon besaß. Die Zuschauer, die keine Karte für den Centre Court und die Spiele von Henman ergattern konnten, versammelten sich auf der Anlage vor dem "Henman Hill", um sich die Spiele ihres Lieblings auf der Großleinwand anzusehen. Im Zuge des Erfolgs des Schotten Andy Murray wurde der "Henman Hill" nach dem Karriereende von Henman in "Murray Mountain" umbenannt.

Platz 9: Pam Shriver

Ihre Bilanz liest sich eindrucksvoll. 21 Grand-Slam-Titel, Gewinn des Grand Slams im Jahre 1984, zehnmal Weltmeisterin, 112 Turniersiege, olympisches Gold. Pam Shriver hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Und zwar im Doppel. Shriver ist nach Martina Navratilova, mit der sie das weltbeste Doppel aller Zeiten bildete, die erfolgreichste Doppelspielerin der Geschichte.

Aber auch im Einzel legte die US-Amerikanerin eine glanzvolle Karriere hin. Bereits bei ihrem zweiten Grand-Slam-Turnier, den US Open 1978, erreichte die damals 16-jährige Shriver das Finale und verlor dieses gegen Chris Evert. Es sollte das einzige Grand-Slam-Endspiel bleiben. Zwar stand sie acht weitere Male im Halbfinale bei den "Majors", aber mehr war nicht drin für Shriver, die es liebte, bei jeder Möglichkeit ans Netz zu stürmen. Ihr offensives Spiel brachte der US-Amerikanerin nicht nur 21 Einzeltitel, sondern auch bis auf Platz drei in der Weltrangliste.

Platz 8: Guillermo Coria

Guillermo Coria zählte zu den besten Sandplatzspielern seiner Zeit. Doch die sehr kurze Karriere von "El Mago", der Magier, wie der Argentinier genannt wurde, war gepflastert von negativen Höhepunkten. Mit 19 Jahren im April 2001 wurde Coria positiv auf Nandrolon getestet und für zwei Jahre gesperrt. Die Sperre wurde aber auf sieben Monate verkürzt, da nachgewiesen werden konnte, dass ein Nahrungsmittel die verbotenen Substanzen enthielt.

Danach startete der kleine Argentinier richtig durch und war der herausragende Sandplatzspieler in den Jahren 2003 und 2004. Insgesamt neun Turniersiege konnte Coria in seiner Karriere verbuchen, was ihn bis auf Platz drei in der Weltrangliste spülte. Doch bei den French Open versagten dem damaligen Turnierfavoriten die Nerven. 2003 unterlag er im Halbfinale völlig überraschend dem Niederländer Martin Verkerk, 2004 traf er im Finale auf seinem Landsmann Gaston Gaudio.

Gaudio war anfangs gegen die magischen Kräfte von "El Mago" chancenlos und wurde vorgeführt. Bis zum 6:0, 6:3 und 4:4 hatte Coria alles unter Kontrolle, ehe bei ihm der Faden riss. Im fünften Satz servierte er zweimal zum French-Open-Sieg, hatte zwei Matchbälle und verlor schließlich doch noch. Von dieser Niederlage erholte sich Coria nicht mehr richtig. Viele Verletzungen pflasterten anschließend seinen Weg.

Viel schlimmer war aber die Tatsache, dass ihm die "Yips" beim Aufschlag zu schaffen machten. Die "Yips" sind unwillkürliche Zuckungen der Hände oder der Unterarme, die Coria beim Aufschlag behinderten und in zahlreichen Doppelfehlern mündeten. Anna Kournikova litt ebenfalls eine Zeit lang unter den "Service Yips". Coria konnte sich von seiner Aufschlagschwäche nicht erholen. 20 Doppelfehler pro Spiel waren keine Seltenheit. Trotzdem gelang dem Argentinier oft noch der Sieg, was sein herausragendes Talent zeigt. 2008 im Alter von 26 Jahren spielte Coria sein letztes Profimatch, das er verletzungsbedingt aufgab.

Platz 7: Alex Corretja

Alex Corretja war ein klassischer Sandplatzspezialist, eine Wühlmaus, die sich auf der roten Asche auf der ganzen Welt zu Hause fühlte. Von seinen 17 Turniersiegen errang Corretja elf auf Sand. Zweimal schaffte der Spanier den Sprung in das Finale der French Open. Doch 1998 war sein Landsmann Carlos Moya und 2001 Gustavo Kuerten zu stark für den Katalanen. Bei den anderen Grand-Slam-Turnieren spielte Corretja eher mit mäßigem Erfolg. Bei den US Open 1996 erreichte er das Viertelfinale und unterlag in einem denkwürdigen Match Pete Sampras, der sich im Tiebreak des fünften Satzes übergeben musste.

Anfang 1999 stand Corretja auf Position zwei in der Weltrangliste. Maßgeblichen Anteil für den Aufstieg des sympathischen und lebenslustigen Spaniers hatte sein größter Erfolg in seiner Karriere, der ihm jedoch nicht bei einem Sandplatzturnier gelang. Bei der ATP-Weltmeisterschaft 1998 in Hannover siegte er sensationell und wurde Weltmeister. Im Finale nahm er Revanche an Carlos Moya für die Niederlage bei den French Open und schlug diesen nach einem 0:2-Satzrückstand. 2005 war die Karriere von Alex Corretja vorbei. Eine Augenverletzung ließ kein Wettkamptennis mehr zu.

Platz 6: Todd Martin

Todd Martin wurde in der Tennisszene der "Professor" genannt. Das lag nicht daran, dass er schon mit Anfang 20 graue Haare bekam, sondern weil er so langsam redete und immer viel nachdachte, bevor er sprach. Mit seinen 1,98 Meter Körperlänge gehörte der US-Amerikaner damals zu den größten Spielern auf der Tour. Sein Spiel war auf Serve-and-Volley abgestimmt, mit dem er acht Turniersiege erreichte und bis auf Platz vier in der Weltrangliste vorstieß.

Zweimal stand Martin in seiner Karriere in einem Grand-Slam-Finale. Während er bei den Australian Open 1994 Pete Sampras noch deutlich unterlag, hatte er im Endspiel der US Open 1999 gegen Andre Agassi den Sieg vor Augen. Beinahe schaffte es der US-Amerikaner auch ins Finale von Wimbledon. Im Halbfinale 1996 gegen seinen Landsmann Malivai Washington führte Martin mit 5:1 im fünften Satz, ehe er einen schweren Arm bekam und das Match noch verlor. Abseits des Platzes war Martin ein umgänglicher Spieler, der sich sehr für die Belange des Tennissports einsetze. Drei Jahre lang war er Präsident des Spielerrats und wurde zweimal mit dem "Sportmanship Award" für sein sportliches Verhalten ausgezeichnet.

Platz 5: Miloslav Mecir

Miloslav Mecir bleibt vor allem in Erinnerung durch seine elegante Spielweise. Seine Art, Tennis zu spielen, wirkte mühelos, als bedeute diese keine Kraftanstrengung. Daher bekam er auch den Spitznamen "die Katze" verpasst. Für die meisten Tennisspieler war der Tschechoslowake ein Angstgegner, weil es so schwer war, gegen ihn zu bestehen. Besonders der damalige Weltranglisten-Erste Mats Wilander biss sich an Mecir immer wieder die Zähne aus. Mecir, der als "Schweden-Killer" galt, hat gegen Wilander eine 7:4-Bilanz vorzuweisen.

Der Tschechoslowake erreichte bei den US Open 1986 und den Australian Open 1989 jeweils das Finale, verlor aber beide Male deutlich gegen Ivan Lendl. Im US-Open-Endspiel spielte Mecir sogar noch mit seinem alten Holzschläger. In keinem weiteren Grand-Slam-Finale wurde ein Holzschläger von einem Spieler benutzt. Bei den French Open und in Wimbledon stand Mecir zudem im Halbfinale. Doch zu mehr reichte es für den "Mann mit dem Vollbart" bei den vier Grand-Slam-Turnieren nicht.

Dabei stand Mecir sich häufig selbst im Weg. Dem Einzelgänger, der ohne Trainer durch die Welt reiste, fehlte es an Konstanz. Nach großen Siegen folgten immer wieder bittere Niederlagen. Insgesamt gewann der Tschechoslowake elf Turniere und stand auf Platz vier in der Weltrangliste. Sein größter Triumph bleibt zweifelsohne die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul. Im Finale besiegte Mecir den US-Amerikaner Tim Mayotte. Bereits im jungen Alter von 26 Jahren beendete "die Katze" aufgrund von anhaltenden Rückenproblemen seine Karriere. Auch sein Sohn Miloslav Mecir Junior versucht es derzeit als Tennisprofi auf der Tour, derzeit noch mit mäßigem Erfolg. Mecir Junior ist weit von den Top 100 entfernt.

Platz 4: Mary Joe Fernandez

Ihr Markenzeichen war ihr lang geflochtener Rapunzel-Zopf und das weiße Stirnband, das sie bei fast jedem Match trug: Die Rede ist von Mary Joe Fernandez. Die US-Amerikanerin gehörte Ende der Achtziger und in den Neunzigern zu den konstantesten Spielerinnen im Damentennis und schaffte es mit sieben Einzeltiteln bis auf Platz vier in der Weltrangliste. Fernandez galt als Tennis-Wunderkind und bestritt schon mit 13 Jahren bei den French Open 1985 ihr erstes Grand-Slam-Turnier. Bei den US Open 1985 wurde sie acht Tage nach ihrem 14. Geburtstag die jüngste Spielerin, die bei den US Open ein Hauptrundenmatch gewann.

Doch erst einige Jahre später, kam die Karriere von Fernandez so richtig in Schwung. Die US-Amerikanerin, die für viele zu den schönsten Tennisspielerinnen zählt, erreichte insgesamt drei Endspiele bei Grand-Slam-Turnieren und stand bei allen vier "Majors" mindestens im Halbfinale. Bei den Australian Open 1990 und 1992 war Fernandez gegen Steffi Graf und Monica Seles im Finale chancenlos. Bei den French Open 1993 stand erneut Steffi Graf im Weg, gegen die Fernandez eine vernichtende 0:17-Bilanz in ihrer Laufbahn vorzuweisen hatte.

Ihr legendärstes Match spielte die US-Amerikanerin ebenfalls bei den French Open 1993. Im Viertelfinale lag sie gegen die Argentinierin Gabriela Sabatini aussichtslos mit 1:6 und 1:5 zurück, ehe ihre Aufholjagd begann. Am Ende triumphierte die US-Amerikanerin, die fünf Matchbälle abwehren konnte, nach mehr als dreieinhalb Stunden mit 1:6, 7:6 (4) und 10:8. Der große Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier blieb ihr jedoch verwehrt. Die dünne und zierliche Fernandez galt vielen Experten als zu brav für den großen Wurf.

Was die US-Amerikanerin im Einzel nicht schaffte, machte sie im Doppel dagegen umso besser. Bei den Australian Open 1991 (mit Patty Fendick) und den French Open 1996 (mit Lindsay Davenport) siegte sie in der Doppelkonkurrenz. Gemeinsam mit ihrer Namensvetterin Gig Fernandez gewann sie 1992 und 1996 bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille für die USA. Auch in der Einzelkonkurrenz errang sie bei Olympia 1992 die Bronzemedaille und wurde 1996 Vierte. Derzeit trainiert die zweifache Mutter das Fed-Cup-Team der USA und arbeitet als Kommentatorin für das amerikanische Fernsehen.

Platz 3: Helena Sukova

Helena Sukova wurde in eine sportliche und tennisverrückte Familie hineingeboren. Schon ihre Mutter Vera war eine professionelle Tennisspielerin, die das Wimbledonfinale 1962 erreichte. Ihr Vater war der Präsident des Tennisverbands in der Tschechoslowakei. Sukova gewann in ihrer langen Karriere zehn Einzeltitel und spielte sich bis auf Platz vier in der Weltrangliste vor. Viermal hatte die Tschechoslowakin die Chance auf einen Grand-Slam-Titel, viermal verlor sie das Endspiel (Australian Open 1984 und 1989 und US Open 1986 und 1993).

Besonders Martina Navratilova bekam des Öfteren die Stärke von Sukova zu spüren. Im Halbfinale der Australian Open stoppte sie Navratilovas Siegesserie von 74 Matches in Folge, beim Rasenturnier in Eastbourne 1987 beendete sie deren 69 Erfolge in Serie auf Rasen. Trotz alledem wurde es nichts mit dem erhofften Grand-Slam-Sieg im Einzel. Dafür ist Sukova eine der besten Doppel- und Mixedspielerin, die es je gegeben hat.

Im Doppel und Mixed stand die Tschechoslowakin in 22 Grand-Slam-Finals, von denen sie 14 Endspiele gewinnen konnte. In der Doppelkonkurrenz war sie bei allen vier Grand-Slam-Turnieren siegreich. Neun Titel mit vier Partnerinnen (Claudia Kohde-Kilsch, Jana Novotna, Aranxta Sanchez-Vicario und Martina Hingis) waren die Ausbeute von Sukova. In der Mixedkonkurrenz holte sie fünf Grand-Slam-Siege, drei davon mit ihrem Bruder Cyril Suk.

Platz 2: Marcelo Rios

Marcelo Rios war ein "Enfant Terrible" und der "Bad Boy" während seiner aktiven Zeit. Der Chilene, der mehrfach zum unsympathischsten Spieler auf der Tour gewählt wurde, bestach aber auch durch sein unglaubliches Talent gepaart mit einem extremen Ballgefühl. Rios gewann in seiner kurzen Karriere 18 Turniere (darunter fünf Masters-Wettbewerbe) und schaffte 1998 als erster Südamerikaner den Sprung an die Spitze der Weltrangliste. Bei den vier Grand-Slam-Turnieren reichte es für den Chilenen aber nicht bis ganz nach oben.

Sein einziges Grand-Slam-Finale verlor Rios bei den Australian Open 1998 gegen den Tschechen Petr Korda glatt in drei Sätzen. Er ist bis heute der einzige Weltranglisten-Erste im Herrentennis, der kein Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte. Immer wieder hatte der Chilene mit Verletzungen zu kämpfen und musste 2004 deshalb seine Karriere beenden. Bezeichnend ist, dass er in seinem letzten Profimatch aufgeben musste. Auf dem Platz sorgte der Linkshänder mit dem Pferdeschwanz immer wieder durch sein gefühlvolles, variantenreiches Spiel für Staunen bei den Zuschauern. Viele Experten trauten ihm mehrere Grand-Slam-Siege zu.

Abseits des Platzes war Rios ein Mysterium. Der scheue Chilene mied die Öffentlichkeit, gab selten Interviews und war nicht sonderlich beliebt in der Tennisszene. "Er ist der größte Depp, den ich je getroffen habe", polterte der ehemalige Weltranglisten-Erste Ilie Nastase über den Chilenen. Immer wieder sorgte Rios für Skandale und negative Schlagzeilen. Nach einer Prügelei mit einem Taxifahrer und der Polizei wurde er ebenso inhaftiert, wie nach einem Handgemenge in einer Bar in seiner Heimstadt Santiago de Chile.

Platz 1: Elena Dementieva

Für tennisnet.com ist sie die verdiente Nummer eins: Elena Dementieva. Die Russin kann als beste Spielerin bezeichnet werden, die nie ein Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte. Dabei hatte Dementieva großes Potenzial, um mehrere "Majors" zu gewinnen und die Nummer eins der Welt zu werden. Die Russin war wohl die fitteste Spielerin auf der Tour, nahm bei 47 Grand-Slam-Turnieren in Folge teil und hatte alle Grundschläge, die man im Damentennis braucht, um einen großen Wettbewerb gewinnen zu können. Doch immer wieder machten der teilweise unterklassige zweite Aufschlag und die labile Psyche ihr das Leben auf dem Platz schwer. Letztendlich reichte es für Dementieva "nur" zu 16 Turniersiegen und bis auf Platz drei in der Weltrangliste.

Zweimal erreichte sie ein Grand-Slam-Finale. Bei den French Open 2004 und den US Open 2004 ging sie jeweils als Favoritin ins Spiel und verlor dennoch gegen ihre Landsfrauen Anasatasia Myskina und Svetlana Kuznetsova. Sieben weitere Male stand Dementieva im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers, zehnmal nahm sie an der WTA-Weltmeisterschaft teil. Am 11. September 2000 wurde die sympathische Blondine erstmalig in den Top 20 geführt. Dort blieb sie bis zu ihrem Karriereende in den folgenden 524 von 529 möglichen Wochen. Insgesamt 328 Wochen verbrachte sie innerhalb der Top 10. Beeindruckende Zahlen, aber eben ohne den richtigen Paukenschlag.

Der größte Triumph von Dementieva bleibt zweifelsohne der Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking mit einem Finalsieg über Dinara Safina. Schon bei Olympia 2000 in Sydney gewann sie die Silbermedaille. Nach dem verlorenen Match gegen Francesca Schiavone beim WTA-Masters 2010 verkündete Dementieva überraschend ihren Rücktritt vom Tennissport. "Ich möchte auch bald eine Familie haben. Ich denke, ich habe den idealen Zeitpunkt für einen Rückzug erwischt. Man soll nicht gehen, wenn die Leute den Kopf über einen schütteln", begründete die bei ihren Kolleginnen sehr beliebte Dementieva. Die Russin wird dem Damentennis als herausragende Athletin fehlen. (Fotos: GEPA pictures; Collage: tennisnet.com)

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