"Jagr ist schlichtweg einzigartig"

Von Interview: Dirk Sing
Dienstag, 14.02.2017 | 14:45 Uhr
Denis Malgin wurde von den Florida Panthers verpflichtet
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Denis Malgin peilt in der NHL den Durchbruch an. Der Youngster in Diensten der Florida Panthers spricht im Interview über den Weg in die beste Liga der Welt, Teamkollege Jaromir Jagr und seinen bislang emotionalsten Moment. Außerdem: Ein Duell mit Auston Matthews.

SPOX: Herr Malgin, in den vergangenen Monaten ist auf Sie mit Ihren gerade einmal 20 Jahren sehr viel eingeprasselt. Erst das erfolgreiche Rookie-Tournament bei den Panthers, dann Ihr NHL-Debüt sowie die ersten Punkte und Tore.

SPOX: Das kann man auf alle Fälle so sagen! Ich hatte wirklich ein sehr gutes Rookie-Tournament. Von da an ist es für mich dann stetig bergauf gegangen. Ich habe mir danach gesagt: Mache einfach Schritt für Schritt weiter und versuche in jedem Training, dein Bestes zu geben. Ich denke, es ist das Ziel eines jeden Eishockey-Spielers, in der besten Liga der Welt zu spielen.

SPOX: Lassen Sie uns auf Ihre Anfänge zurückblicken. Sie wurden am 18. Januar 1997 in Olten geboren. Ihr Vater Albert war selbst ein erfolgreicher Eishockey-Profi, Ihre Mutter Nelja einst Eiskunstläuferin und Leichtathletin. Wann war für Sie klar, dass Sie in den Spuren Ihres Papas wandeln wollen?

SPOX: Ich bin als Drei- oder Vierjähriger zum ersten Mal auf das Eis gegangen, was mir auch auf Anhieb Spaß gemacht hat. Allerdings hat mir damals das Eishockey-Spielen plötzlich keinen Spaß mehr gemacht und ich bin zum Fußball gegangen. Allzu lange habe ich es dort aber nicht ausgehalten und bin letztendlich doch wieder zum Eishockey zurückgekehrt. Heute muss ich sagen, dass das mit Sicherheit keine schlechte Entscheidung war. (lacht)

SPOX: Im Alter von 15 Jahren sind Sie dann in die bekannte Nachwuchs-Akademie der ZSC Lions nach Zürich gewechselt. Würden Sie sagen, dass Ihnen dieser Schritt letztlich den Weg zum Profi beziehungsweise NHL-Spieler geebnet hat?

Malgin: Ja, ich denke schon, dass es mir einen sehr großen Schub in meiner Entwicklung gegeben hat, in diese Organisation zu wechseln. Das Nachwuchs-Leistungszentrum der Lions zählt nicht umsonst zu den besten in der Schweiz. Man trainiert dort morgens und abends und arbeitet dabei natürlich sehr viel an den Grundlagen eines Eishockey-Spielers. Im Zusammenhang mit der Schule, die ich da auch besucht habe, war es schon eine sehr intensive Zeit, die mich auf alle Fälle geprägt hat.

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SPOX: In der Saison 2014/2015 wurden Sie vom damaligen Head Coach Marc Crawford als 17-Jähriger erstmals ins NLA-Team hochgezogen. Wie war es für Sie als sehr junger Akteur, unter einem extrem erfahrenen Trainer wie Crawford zu arbeiten?

Malgin: Nun, er hat mich damals hochgeholt, mich in der Mannschaft gut aufgenommen und mir die Möglichkeit gegeben, als sehr junger Spieler in der Nationalliga A gegen ältere und erfahrene Akteure spielen zu dürfen. Natürlich war ich gerade zu Beginn doch sehr nervös und aufgeregt, was sich dann aber im weiteren Verlauf mehr und mehr gelegt hat. Insgesamt hatte ich auch eine recht gute Saison. Ich würde daher schon sagen, dass mir diese Erfahrung - gerade auch im Hinblick auf meine jetzige erste Spielzeit in der NHL - definitiv geholfen hat.

SPOX: Vor der Spielzeit 2015/2016 standen Sie vor einer sehr schweren sportlichen Entscheidung. Nachdem Sie beim CHL-Import-Draft 2014 von den Rouyn-Noranda Huskies an 26. Stelle gezogen worden waren, hatten Sie die Möglichkeit, entweder in die kanadische Junioren-Liga QMJHL zu gehen oder in Zürich zu bleiben. Warum fiel Ihre Wahl letztlich auf eine weitere Saison in der Schweiz?

Malgin: Ich habe mir das lange durch den Kopf gehen lassen. In der Schweiz gab es die Chance, eine weitere Saison in einer der besten Ligen in Europa bei den Männern zu spielen. Auf der anderen Seite wäre ich in Kanada im Junioren-Bereich zum Einsatz gekommen, was mir sicherlich auch etwas gegeben hätte. Ich hätte bereits auf der kleineren Eisfläche gespielt und dadurch vielleicht auch einen früheren Draft-Pick bekommen. Am Ende habe ich mich dann für die Schweiz entschieden, weil ich ganz einfach der Meinung war, dass ich mich dort am besten weiterentwickeln könnte.

SPOX: Bleiben wir noch kurz bei der vergangenen Saison. Sie haben bei den ZSC Lions mit einem anderen jungen Ausnahme-Stürmer zusammengespielt, der schon frühzeitig als "First-Overall-Pick" im NHL-Draft 2016 gehandelt wurde: Auston Matthews.

SPOX: Man sieht jetzt auch in der NHL, wie gut er ist! Er ist wirklich ein unglaublicher Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Wir hatten in der vergangenen Saison in Zürich wirklich viel Spaß. Daran erinnere ich mich sehr gerne zurück.

SPOX: Ihr eigener NHL-Draft war ja bereits im Jahr 2015. Wenn man im Vorfeld die Draft-Prognosen gelesen hat, dann hieß es, dass Sie aufgrund Ihrer Technik und Schnelligkeit sogar ein potenzieller Erst- oder Zweitrunden-Pick, aufgrund Ihrer Größe und Ihres Gewichts jedoch eher ein Dritt- oder Viertrunden-Pick seien. Was hatten Sie sich erhofft?

Malgin: Ehrlich gesagt habe ich darüber gar nicht groß nachgedacht. Ich hatte einfach nur gehofft, dass ich letztlich ein gutes Team bekomme - und das hat mit den Panthers ja auch zu 100 Prozent geklappt. Aber es stimmt schon, in der Vergangenheit habe ich immer wieder zu hören bekommen, dass ich mit meiner Körpergröße von 1,75 Meter Probleme bekommen könnte, den Sprung nach ganz oben zu schaffen. Aber ich habe bewiesen, dass es doch möglich ist. Auch Schnelligkeit, Durchsetzungsvermögen und Cleverness spielen dabei sicherlich eine große Rolle. Wie gesagt, für mich war es wichtig, dass ich von einer Franchise verpflichtet werde, die jungen Spielern eine Chance gibt und bei der ich mich weiterentwickeln kann.

SPOX: Das NHL-Draft-Wochenende 2015 fand ausgerechnet im BB&T-Center in Sunrise statt, wo die Panthers ihre Heimspiele austragen. Wie haben Sie persönlich diese sicherlich aufregenden Tage erlebt?

Malgin: Die Tage waren für mich eigentlich gar nicht so aufregend. (lacht) Ich war zu diesem Zeitpunkt daheim in der Schweiz und habe dann mal eher zufällig auf mein Handy geschaut. Als ich dann gesehen habe, dass ich in erst in der vierten Runde gezogen wurde, war ich zunächst schon etwas enttäuscht. Das hat sich dann aber sofort geändert, als ich erfahren habe, dass sich die Panthers die Rechte an mir gesichert hatten. Ich meine, was gibt es schöneres, als hier im Süden Eishockey zu spielen? Das ist schon unglaublich!

SPOX: Richtig los mit Ihrem "Florida-Abenteuer" ging es ja beim sogenannten "Rookie-Tournament" vom 17. bis 20. September im "Panthers Ice Den", bei dem sich die "Rookie-Teams" der Panthers, Nashville Predators, Tampa Bay Lightning und Washington Capitals gegenüberstanden.

Malgin: Ich habe mich im Vorfeld dieses Turniers bei meinem Agenten Petr Svoboda in Montreal rund zwei Wochen lang mit anderen NHL-Rookies vorbereitet. Als ich dann nach Florida gekommen bin, ging es nach zwei, drei gemeinsamen Trainingseinheiten auch schon richtig los.

SPOX: Wie schwierig ist es, unter diesen Voraussetzungen seine bestmögliche Leistung abzurufen? Sie werden ja zuvor kaum anderweitig mit Ihren neuen Teamkollegen schon zusammengespielt haben.

Malgin: Ja, das stimmt, ich kannte absolut niemanden. Auch die Sprache habe ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich gut beherrscht. Diesbezüglich war es schon eine etwas komische Sache. Aber wenn man dann raus auf das Eis geht, versteht man sich plötzlich schon irgendwie. Die Eishockey-Sprache ist glücklicherweise ja nicht so schwer.

Seite 1: Malgin über seine Kindheit, den Weg in die NHL und den Draft

Seite 2: Jagr als Vorbild, andere Superstars und der Stanley Cup

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