Montag, 02.02.2015

NHL-Roundup

Blues siegen trotz Doppel-Rückschlag

Der Kapitän fliegt runter, der beste Verteidiger verletzt sich - trotzdem feiern Marcel Goc' St. Louis Blues bei den Washington Capitals einen Sieg. Die Pittsburgh Penguins gehen derweil gegen die Nashville Predators unter und die Arizona Coyotes ziehen sensationell die Montreal Canadiens ab.

Alex Steen traf für die Blues gegen Washington doppelt und verbuchte einen Assist
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Alex Steen traf für die Blues gegen Washington doppelt und verbuchte einen Assist

Das Spiel der Nacht:

Washington Capitals (25-15-10, 60 pts) - St. Louis Blues (32-13-4, 68 pts) 3:4 BOXSCORE

"Das war ein Sieg des Willens. Du verlierst deinen besten Verteidiger beim zweiten Shift des Spiels, dein Kapitän muss raus", rekapitulierte Blues-Coach Ken Hitchcock: "Wir haben einfach nicht aufgegeben, wir haben sehr gut gespielt. Es gibt Siege und richtig beeindruckende Siege. Das hier war ein ein sehr beeindruckender Sieg."

David Backes flog schon zu Beginn des Mitteldrittels raus, nachdem Karl Alzner seinetwegen zu hart mit der Bande kollidiert war. Die Blues, bei denen Marcel Goc 15:16 Minuten auf dem Eis stand, zwei Torschüsse verbuchte und fünf seiner acht Faceoffs gewannen, hätten geschockt reagieren können.

Schon zuvor hatten sie einen Rückschlag erlitten: Nachdem sich am Dienstag die beiden Center Patrik Berglund und Jori Lehtera verletzt hatten und deshalb ausfielen, musste Kapitän Kevin Shattenkirk während des ersten Drittels verletzt vom Eis (Lower Body), nachdem er mit Washingtons Alex Ovechkin zusammengeprallt war.

Ebenjener Ovechkin wäre zudem fast zum Spieler des Spiels aufgestiegen. Der Russe egalisierte nicht nur nach 9:50 Minuten die frühe Führung St. Louis', er wiederholte den Ausgleich im Mitteldrittel mit seinem 31. Saisontor und sammelte zudem noch einen Assist beim Tor von Alzner. Doch die Blues ließen sich nicht schocken, der Verlust ihres zweiten Leistungsträgers binnen weniger Minuten drehte das Spiel - aber zu ihren Gunsten.

St. Louis blieb während der fünfminütigen Unterzahl ohne Gegentor, die zweitbeste Power-Play-Mannschaft der Liga, schoss nur zwei Mal. "Selbstvertrauen für uns und Frustration für ihre besten Spieler", fasste Verteidiger Alex Pietrangelo zusammen. Sein Coach ergänzte: "Wir haben die Energie aus ihrem Team gezogen."

Nur eine Minute später besorgte Dmitrij Jaskin das 2:1, Alex Steen, der die beiden ersten Tore erzielte und später noch einen Assist beisteuerte, verlor zwar den Puck, bekam ihn aber wieder und netzte nach Fehlschuss doch noch ein. Nach Ovechkins Ausgleich besorgten Dmitrij Jaskin und Vladimir Tasarenko den Zwei-Tore-Vorsprung, den Washington nicht mehr egalisieren konnte.

Die weiteren Spiele:

Pittsburgh Penguins (28-14-8, 64 pts) - Nashville Predators (32-11-6, 70 pts) 0:4 BOXSCORE

21 Schüsse der Penguins, 0 Tore - Ersatzgoalie Carter Hutton, der wieder den verletzten Pekka Rinne vertrat, bescherte den Predators den ersten Sieg nach regulärer Spielzeit in Pittsburgh seit 2004. Zudem stoppte der zweite Shutout seiner Karriere die Serie von fünf Niederlagen in Folge. "Ich versuche es einfach zu halten", sagte Hutton anschließend: "Die Jungs kämpfen hart vor mir, versuchen dadurch den Save zu machen und uns eine Chance zum Sieg zu geben."

Gegen die Penguins ging der Plan auf perfekt. Gabriel Borque und Eric Nystrom trafen nach Turnovern. Penguins-Goalie Marc-Andre Fleury kam auf 20 Saves, wurde aber von seiner Defensive im Stich gelassen. "Wir haben einige Fehler gemacht, die im Netz geendet haben", sagte der 30-jährige Kanadier: "Wir hatten noch viel Zeit. Aber wir müssen herausfinden, wie man Tore schießt."

Für die Penguins, bei denen Christian Ehrhoff weiter mit einer Kopfverletzung fehlt, war es nicht nur die sechste Niederlage in acht Spielen, sie haben in den letzten drei Spielen nur zwei Mal getroffen. Das Highlight lieferte Simon Despres, der eine Situation mit einem Pass aus der Ecke klären wollte: Er spielte den Puck genau in den Slot, wo Borque mit einem Hammer zum 2:0 erhöhte. "Das geht so nicht. Das war keine gute Entscheidung", regte sich Coach Mike Johnston auf.

Montreal Canadiens (32-14-3, 67 pts) - Arizona Coyotes (18-26-6, 42 pts) 2:3 BOXSCORE

2:0 durch die Saisontore 14 und 15 von Alex Galchenyuk im ersten Drittel reichen den Canadiens nicht zum Sieg! "Nachdem wir den Start erwischt hatten, den wir haben wollten, wurde das Spiel schwer", sagte Coach Michel Therrien. Zu Beginn sah es nämlich noch so aus, als würde der erste Einsatz als Starter für Louis Domingue zum Debakel werden.

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Arizonas Goalie kassierte in seinem zweiten NHL-Spiel zwei Tore aus den ersten vier Schüssen. "Ich war meilenweit weg, aber ich habe mich beruhigt und das Team hat angefangen, besser zu spielen", sagte der 22-Jährige. Er erholte sich, kam noch auf 16 Saves und durfte sich über einen Heimsieg freuen - er ist in der Nähe von Montreal aufgewachsen.

Die Coyotes, bei denen Tobias Rieder 20:44 Minuten auf dem Eis stand, drehten im Mitteldrittel plötzlich auf. Das Torschussverhältnis lautete 14:5, Lauri Korpikoski traf in Überzahl, indem er einen Schuss knapp unterhalb der Latte abfälschte. Nachdem Oliver Ekman-Larsson von der linken Band den Ausgleich besorgt hatte, erzielte der Finne schließlich abermals im Powerplay auch noch das Siegtor, als sein Pass abgefälscht wurde.

Vancouver Canucks (27-18-3, 57 pts) - Minnesota Wild (23-20-6, 52 pts) 2:4 BOXSCORE

Die Wild beenden ihren Kanadatrip nach Edmonton, Calgary und Vancouver ohne Niederlage. Jason Zucker machte den Sieg mit einem Empty Netter perfekt, nachdem die Canucks ihren zwischenzeitlichen 0:3-Rückstand fast egalisiert hatten.

Binnen einer Minute verkürzten Ronalds Kenins mit seinem ersten Saisontor und Daniel Sedin mit seinem zehnten auf 2:3. "Die letzten 20 Minuten haben wir gut gespielt, aber das zählt nicht", sagte Sedin.

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