Fall Bäckström

Neue Eiszeit zwischen NHL und IOC

SID
Montag, 24.02.2014 | 13:40 Uhr
Nicklas Bäckström sorgte für einen der größten Dopingfälle der Olympia-Geschichte
© getty
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
MLB
Sa01:10
Indians -
Twins
MLB
Sa04:10
Dodgers -
Rockies
MLB
Sa04:15
Giants -
Mets
MLB
Sa19:05
Yankees -
Rangers
MLB
Sa22:10
Marlins -
Cubs
MLB
Sa22:10
Indians -
Twins
MLB
So04:10
Dodgers -
Rockies
MLB
So19:10
Indians -
Twins
MLB
So22:05
Giants -
Mets
MLB
So22:10
Dodgers -
Rockies
MLB
So22:10
Mariners -
Astros
MLB
Di01:05
Nationals -
Cubs
MLB
Di01:10
Red Sox -
Twins
MLB
Di04:08
Giants -
Rockies
MLB
Di04:10
Dodgers -
Angels
MLB
Mi01:10
Red Sox -
Twins
MLB
Do01:10
Red Sox -
Twins
MLB
Do18:10
Indians -
Rangers
MLB
Fr02:10
White Sox -
Yankees
MLB
Sa01:10
Reds -
Cubs
MLB
Sa02:10
White Sox -
Rangers
MLB
Sa02:15
Royals -
Twins
MLB
Sa04:07
Angels -
Mariners
MLB
Sa20:10
White Sox -
Rangers
MLB
Sa22:10
Brewers -
Marlins
MLB
So04:07
Angels -
Mariners
MLB
So19:10
Reds -
Cubs
MLB
So20:10
Astros -
Yankees
MLB
So20:10
White Sox -
Rangers
MLB
So20:10
Brewers -
Marlins
MLB
Di00:05
Nationals -
Mets
MLB
Di01:05
Yankees -
Blue Jays
MLB
Di01:15
Cardinals -
Marlins
MLB
Di02:10
Twins -
Angels
MLB
Di19:05
Yankees -
Blue Jays
MLB
Di20:15
Cardinals -
Marlins
MLB
Di20:20
Cubs -
Bay Rays
MLB
Mi19:05
Yankees -
Blue Jays
MLB
Do01:35
Braves -
Astros
MLB
Do02:15
Cardinals -
Marlins
MLB
Do04:10
Mariners -
Royals
MLB
Do19:45
Cardinals -
Marlins
MLB
Fr01:05
Nationals -
Braves
MLB
Fr01:07
Blue Jays -
Astros

Nach dem olympischen Dopingskandal um Schwedens Eishockeystürmer Nicklas Bäckström herrscht zwischen NHL und IOC eine neue Eiszeit. Für die nächsten Winterspiele 2018 in Pyeongchang könnte der Fall weitreichende Folgen haben.

"Diese Angelegenheit ist einer der Gründe, warum wir uns überlegen, ob wir unsere Spieler zu Olympia schicken. Wir machen uns Sorgen, weil es großen Schaden anrichtet, wenn solche Entscheidungen getroffen werden", sagte George McPhee, der General Manager von Bäckströms NHL-Klub Washington Capitals, der schwedischen Zeitung Expressen.

Bäckström (26) war in Sotschi drei Stunden vor dem Endspiel gegen Kanada (0:3) aus dem Verkehr gezogen worden, weil seine Dopingprobe nach dem Viertelfinale gegen Slowenien positiv auf Pseudo-Ephedrin getestet worden war. Die Substanz ist in dem Allergiemittel Zyrtec-D enthalten, das Bäckström als Pollenallergiker seit sieben Jahren einnimmt.

Am Tag danach hielt die Schlammschlacht an, die Parteien stritten sich in Sotschi vor allem um die Frage, ob die Schweden dem IOC vor dem Turnier mitgeteilt hatten, dass Bäckström das Präparat zu sich nimmt. "Wir haben es angegeben", versicherte Mannschaftsarzt Björn Waldebäck. Tommy Boustedt, Sportdirektor der schwedischen Nationalmannschaft, bezeichnete die Verantwortlichen des IOC daher als "Amateure. Das ist schlicht nicht professionell und eine politische Sache."

Verwirrung um Einnahme des Mittels

Landsfrau Gunilla Lindberg, IOC-Vizepräsidentin und Generalsekretärin im schwedischen NOK, wehrte sich im Expressen entschieden gegen die Vorwürfe: "Die sind nur schlechte Verlierer. Warum sollte das IOC eine Verschwörung gegen die schwedische Eishockey-Mannschaft geplant haben? Ich leide mit Nicklas Bäckström, aber für ihn gelten dieselben Regeln wie für alle anderen. Nicht das IOC hat einen Fehler gemacht, sondern die Führung der Nationalmannschaft, weil sie nicht angegeben haben, dass er dieses Mittel nimmt."

Ein weiterer Punkt, der die Gemüter erhitzte, war Bäckströms Suspendierung kurz vor der Partie. Stefan Holm, schwedisches Mitglied der IOC-Athletenkommission, dürfte kaum Parteilichkeit vorgeworfen werden. Es brauche eben seine Zeit, erklärte Holm, einen Dopingtest zu analysieren. "Diese Verschwörungstheorien sind einfach nur lächerlich. Wir benachrichtigen, sobald wir ein Ergebnis haben. Wenn das Ergebnis vorher vorgelegen hätte, hätte er im Halbfinale gegen Finnland nicht gespielt. Ich verstehe, dass Bäckström enttäuscht ist, aber die Regeln müssen befolgt werden."

Kanadische Presse pro Bäckström

Der Fall jedenfalls legte einen Schatten über die letzte Entscheidung in Sotschi. Auch in Kanada wurde Partei für die Schweden ergriffen. Die Vancouver Sun schrieb: "Hier wurde ein Mensch benutzt, um ein Exempel zu statuieren. Eine historische Nacht wurde ruiniert, weil die Regeln über die Menschlichkeit triumphierten."

Der Skandal wird das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen der NHL und dem IOC schwer belasten. Vertreter der Liga und der Spielergewerkschaft NHLPA hatten mit dem für das olympische Turnier verantwortlichen Weltverband IIHF schon vor Sotschi nur mühevoll Einigung erzielt. Die Verhandlungen für Pyeongchang werden erst noch geführt - der Ausgang ist nicht zuletzt wegen der Ereignisse am Sonntag offener denn je.

NHL-Spielberechtigung bleibt erhalten

Erst seit 1998 in Nagano nehmen die NHL-Profis an Winterspielen teil. Weil das Turnier seither immer zu den Höhepunkten gehörte, müsste dem IOC einiges daran liegen, sich auch in vier Jahren mit den Kufen-Cracks zu schmücken.

Bäckström muss zumindest nach seiner Rückkehr nach Washington keine Konsequenzen befürchten. "Wir gehen davon aus, dass der Fall keinen Einfluss auf Bäckströms Spielberechtigung hat", wird der stellvertretende Ligaboss Bill Daly in einer Mitteilung zitiert.

Nicklas Bäckström im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung