Keine Einigung über neuen Tarifvertrag

NHL droht erneut Verschiebung des Saisonstarts

SID
Donnerstag, 13.09.2012 | 12:54 Uhr
Vieles deutet darauf hin, dass die Scheibe in naher Zukunft nicht bewegt wird
© Getty
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Es geht um Geld, sehr viel Geld sogar. 3,3 Milliarden Euro müssen schließlich verteilt werden unter Klubs und Spielern der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL. Und wieder einmal sind die Fronten in den Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag zwischen Klubbesitzern und der Spielergewerkschaft verhärtet.

Eine Einigung ist kurz vor dem Ablauf der Frist am Samstag nicht in Sicht, eine weitere Verhandlungsrunde wurde am Mittwoch in New York erneut ohne Ergebnis nach zweieinhalb Stunden beendet.

Damit wird eine Verschiebung des für den 11. Oktober vorgesehenen Saisonstarts in der NHL immer wahrscheinlicher, was auch Auswirkungen auf die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hätte. So könnten einige NHL-Profis während eines Lockouts (Aussperrung) in Deutschland oder andernorts in Europa spielen.

Deutsche Profis zieht es in die Heimat

Insbesondere die deutschen Akteure in den USA sind für die DEL-Klubs interessant. So ist Marco Sturm ein Kandidat beim ERC Ingolstadt, Christian Ehrhoff bei den Krefeld Pinguinen sowie Alexander Sulzer und Korbinian Holzer bei der Düsseldorfer EG.

Gar soweit ist es aber noch nicht. Noch wird in den USA gefeilscht - mit harten Bandagen. "Das Angebot der Gewerkschaft unterscheidet sich kaum vom vorherigen, das wir bereits als nicht akzeptabel bezeichnet haben", sagte Liga-Boss Gary Bettman nach der zweieinhalbstündigen Unterredung mit der Gegenseite. Der von den Klubbesitzern gemachte Vorschlag fand ebenso keine Zustimmung.

Jochen Hecht und Christian Erhoff zum möglichen Lockout

Angebote weit auseinander

57 Prozent der Gesamteinnahmen hatten die Spieler bislang erhalten. Diese Summe will die NHL deutlich nach unten drücken. Das erste Angebot von 46 Prozent soll in den zurückliegenden Verhandlungen nur marginal gesteigert worden sein. Die Spielergewerkschaft sieht indes in ihrem Fünf-Jahres-Modell einen Anteil von 54,3 Prozent im ersten Jahr, über dann 52 bis schließlich am Ende 54 Prozent vor.

"Wir sehen keinen Grund nach sieben Jahren, in denen Rekordeinnahmen erzielt worden sind und wir schon Zugeständnisse gemacht haben, jetzt noch eine Gehaltskürzung hinzunehmen", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Donald Fehr und ergänzte: "Es ist immer dasselbe bei Sportarten mit einer Gehaltsobergrenze. Die Vorschläge beinhalten, dass die Spieler weniger Geld bekommen, ansonsten werden sie ausgesperrt. Das ist wohl die Welt, in der wir leben."

Letzter Lockout in der Saison 2004/05

Diese Welt könnte den dritten Lockout innerhalb von 18 Jahren vorsehen. Den ersten Arbeitskampf hatte es 1994/95 gegeben, als die Klubs schließlich nur 48 der ursprünglich vorgesehenen 84 Spiele absolvierten. 2004/05 fiel schließlich die gesamte Saison ins Wasser. Damals hatten mehr als 400 NHL-Profis in Übersee gespielt.

Und einige der Stars haben bereits Interesse an ein erneutes Engagement in Europa bekundet, darunter auch Superstar Sidney Crosby von den Pittsburgh Penguins. Dessen Teamkollege Jewgeni Malkin steht bereits in Kontakt zum russischen Klub Metallurg Magnitogorsk.

Die russische Liga KHL hat bereits Vorkehrungen für einen möglichen Lockout aufgestellt und knüpft die Verpflichtung von NHL-Spielern an Bedingungen wie Absolvierung von 150 NHL-Partien, internationalen Einsätzen für die Nationalmannschaft, KHL-Erfahrung oder diversen Auszeichnungen in der NHL.

Der angesetzte NHL-Spielplan der Saison 2012/13 im Überblick

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