Donnerstag, 31.05.2012

Stanley Cup Final - Spiel 1

Kopitar schießt die Kings zum Sieg

Die Los Angeles Kings gewinnen Spiel 1 der Stanley Cup Finals bei den New Jesey Devils mit 2:1 in der Overtime. Star-Center Anze Kopitar schießt den Game-Winner. Die Kings bleiben auswärts ungeschlagen. Abseits des Finals wird bekannt, dass Legende Nicklas Lidström wohl zurücktreten wird.

Anze Kopitar markierte in der Overtime den Game-Winner für die Kings
© Getty
Anze Kopitar markierte in der Overtime den Game-Winner für die Kings

New Jersey Devils - Los Angeles Kings 1:2/OT (0:1, 1:0, 0:0) - Serie: 0-1

Tore: 0:1 Fraser (Nolan/10.), 1:1 Volchenkov (Elias, Clarkson/39.), 1:2 Kopitar (Williams, Doughty/69.)

Zum ersten Mal seit 2002 (Carolina vs. Detroit, Game-Winner: Ron Francis) ging Spiel 1 der Finals in die Overtime. Und Spiel 1 hielt insgesamt alles, was es versprach. Defense, Defense und noch mal Defense. In über 68 Minuten feuerten beide Teams zusammen gerade mal 43 Schüsse aufs Tor ab - und dann scorten in der regulären Spielzeit auch erst mal Jungs, die normalerweise nie scoren. Auch das ist keinesfalls untypisch.

Final-Check: Das Matchup ist sehr wohl sexy!

Viel wurde vor dem Spiel über die starke vierte Reihe der Devils mit Ryan Carter, Stephen Gionta und Steve Bernier gesprochen, aber dann war es in der 10. Minute die vierte Reihe der Kings, die für das erste Tor im Stanley Cup Final sorgte.

Brodeur hält Devils im Spiel

Nach einem starken Forecheck und einem Pass von Jordan Nolan traf Colin Fraser (2 Regular-Season-Tore in 67 Spielen) mit einem typischen Kings-Tor zur Führung für L.A. - für Fraser war es selbstverständlich sein erstes Playoff-Tor. Bis kurz vor Ende des zweiten Drittels hielt die 1:0-Führung der Kings, obwohl L.A. mehrere gute Chancen zum 2:0 hatte, aber immer wieder an Martin Brodeur (23 Saves) scheiterte.

New Jersey blieb 14 Minuten ohne einzigen Schuss auf das Tor von Jonathan Quick (17 Saves), dann traf aber Defensiv-Verteidiger Anton Volchenkov per Zufall zum Ausgleich. Volchenkovs Schuss wurde von Quick per Kick-Save pariert, der Puck traf die Schulter von Kings-Verteidiger Slava Voynov und ging irgendwie ins Tor.

Volchenkov, der in 557 NHL-Spielen nur 18 Tore erzielt hat, traf seit Spiel 3 des Stanley Cup Finals 2007 (Ottawa vs. Anaheim) wieder zum ersten Mal in den Playoffs. Danach blieb es bis zur 69. Minute beim 1:1, ehe einer der großen Stars das Spiel in der Overtime auf spektakuläre Art und Weise entschied.

L.A. jetzt 9-0 auswärts!

Anze Kopitar schoss die Kings mit seinem Breakaway-Tor zum Sieg in Spiel 1. Nach einem überragenden Chip-Pass von Justin Williams täuschte Kopitar einen Rückhand-Schuss an, legte sich den Puck auf die Vorhand und bezwang einen völlig ausgespielten Brodeur. Für den slowenischen Top-Center war es sein 7. Playoff-Treffer.

Star-Verteidiger Drew Doughty bekam dabei einen Assist gutgeschrieben, Doughty erhielt die meiste Eiszeit (28:15 Minuten) aller Spieler und stand bei beiden Kings-Toren auf dem Eis. Dagegen stand die Top-Reihe der Devils um Captain Zach Parise, Travis Zajac und Dainius Zubrus bei beiden Gegentoren auf dem Eis.

Die Kings setzen ihren magischen Playoff-Run damit weiter fort - auswärts ist L.A. weiter ungeschlagen (9-0!). Das alleine ist schon ein NHL-Rekord - und zum Playoff-Rekord für die meisten Auswärtssiege fehlt auch nur noch ein Sieg. Wenn man die letzten Playoffs noch dazu rechnet, haben die Kings sogar die letzten 11 Playoff-Auswärtsspiele gewonnen. Einfach irre.

Devils vergeben Großchancen

Vor allem fehlen dem Team von Head Coach Darryl Sutter (jetzt 13-2 in dieser Postseason) aber nur noch drei Siege zum ersten Stanley-Cup-Triumph in der Franchise-Geschichte. Die Devils auf der anderen Seite haben zum dritten Mal in Folge Spiel 1 einer Serie verloren, gegen die Flyers und Rangers machte das bekanntermaßen am Ende nichts.

"Das war wahrscheinlich unser schlechtestes Playoff-Spiel", sagte NHL-Playoff-Topscorer Ilya Kovalchuk, der so gut wie unsichtbar war (nur 1 Schuss). Obwohl die Devils nicht gut spielten, hatten sie mehr als genug Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden. New Jersey vergab eine Menge an Großchancen - so hatte Verteidiger Mark Fayne im letzten Drittel beispielsweise den Sieg auf seinem Schläger, verpasste aber das offene Tor.

So war es dann am Ende Kopitar, der in Spiel 1 zum Helden wurde. "Ich weiß nicht, ob Justin mich gehört hat. Ich habe geschrien und er hat mir den Puck zugechipt, es war perfekt, genau auf meinen Schläger. Zum Glück konnte ich es vollenden. Einen Goalie wie Marty zu bezwingen, ist natürlich ein gutes Gefühl", sagte Kopitar. Spiel 2 findet am Samstag wieder im Prudential Center in New Jersey statt.

Lidström tritt zurück! Das ist ein echter Schocker und eine traurige News. Legende Nicklas Lidström soll Quellen zufolge am Donnerstag auf einer Pressekonferenz nach 20 Jahren in der NHL seinen Rücktritt bekannt geben.

Der 42-jährige Superstar-Verteidiger der Detroit Red Wings hat in seiner fantastischen Karriere sieben Mal die Norris Trophy als bester Verteidiger gewonnen, drei Mal war er der Runner-up. Der Schwede, der 1989 im Draft an 53. Stelle von den Red Wings gezogen wurde, gewann mit Detroit viemal den Stanley Cup, 2002 war er Playoff-MVP.

In 1564 Karriere-Spielen in der NHL hat Lidström 1142 Scorerpunkte (264 Tore und 878 Assists) gesammelt. In der letzten Saison war er mit 34 Scorerpunkten und einem Plus-Minus-Rating von +21 immer noch einer der besten Defender der Liga. Jetzt wird er wohl als einer der besten Verteidiger aller Zeiten seine Karriere beenden - und natürlich eines Tages in die Hall of Fame einziehen.

NHL: Der komplette Playoff-Spielplan

NHL: Die Stanley-Cup-Sieger der letzten 20 Jahre
1995: New Jersey Devils. Playoffs-MVP: Claude Lemieux (Forward)
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1995: New Jersey Devils. Playoffs-MVP: Claude Lemieux (Forward)
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1996: Colorado Avalanche. Playoffs-MVP: Joe Sakic (Forward)
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1997: Detroit Red Wings. Playoffs-MVP: Mike Vernon (Goalie)
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1998: Detroit Red Wings. Playoffs-MVP: Steve Yzerman (Forward)
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1999: Dallas Stars. Playoffs-MVP: Joe Nieuwendyk (Forward)
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1999: Dallas Stars. Playoffs-MVP: Joe Nieuwendyk (Forward)
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2000: New Jersey Devils. Playoffs-MVP: Scott Stevens (Defenseman)
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2001: Colorado Avalanche. Playoffs-MVP: Patrick Roy (Goalie)
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2002: Detroit Red Wings. Playoffs-MVP: Nicklas Lidström (Defenseman)
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2002: Detroit Red Wings. Playoffs-MVP: Nicklas Lidström (Defenseman)
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2003: New Jersey Devils. Playoffs-MVP: Jean-Sebastien Giguere (Goalie, Mighty Ducks of Anaheim)
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2004: Tampa Bay Lightning. Playoffs-MVP: Brad Richards (Forward)
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2004: Tampa Bay Lightning. Playoffs-MVP: Brad Richards (Forward)
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Wegen eines Streiks fiel die NHL-Saison 2005 aus. 2006: Carolina Hurricanes. Playoffs-MVP: Cam Ward (Goalie)
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2007: Anaheim Ducks. Playoffs-MVP: Scott Niedermayer (Defenseman)
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2008: Detroit Red Wings. Playoffs-MVP: Henrik Zetterberg (Forward)
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2008: Detroit Red Wings. Playoffs-MVP: Henrik Zetterberg (Forward)
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2009: Pittsburgh Penguins. Playoffs-MVP: Evgeni Malkin (Forward)
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2009: Pittsburgh Penguins. Playoffs-MVP: Evgeni Malkin (Forward)
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2010: Chicago Blackhawks. Playoffs-MVP: Jonathan Toews (Center)
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2010: Chicago Blackhawks. Playoffs-MVP: Jonathan Toews (Center)
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2011: Boston Bruins. Playoffs-MVP: Tim Thomas (Goalie)
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2012: Los Angeles Kings. Playoffs-MVP: Jonathan Quick (Goalie)
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2013: Chicago Blackhawks. Playoffs-MVP: Patrick Kane (Forward)
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2014: Los Angeles Kings. Playoffs-MVP: Justin Williams (r., Forward)
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2015: Chicago Blackhawks. Playoffs-MVP: Duncan Keith (l., Defenseman)
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2016: Pittsburgh Penguins. Playoffs-MVP: Sidney Crosby (r.)
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