NHL-Playoff-Check: Conference Finals

Die alte Debatte: Ruhe oder Strom?

Von Marcus Blumberg
Sonntag, 13.05.2012 | 16:07 Uhr
Brad Richards (l.) gewann mit seinen Rangers schon zweimal Spiel 7. Die Devils waren souveräner
© Getty
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Im Osten steht das Duell der Bundesstaatsnachbarn aus New York und New Jersey an. Die Rangers gewannen nun schon ihre zweite Sieben-Spiele-Serie, während die Devils ihr Conference-Halbfinale souverän nach fünf Spielen beendeten. Im Westen kämpfen die Phoenix Coyotes und Los Angeles Kings um einen historischen Erfolg. SPOX geht von zwei langen, harten Serien aus.

Phoenix Coyotes (3) - Los Angeles Kings (8)

Saisonbilanz: 3-3 (0:2, 3:2 OT, 3:4, 0:1 OT, 1:0, 5:4 SO)

Ausgangslage: Beide Teams gehen ausgeruht in die die Serie. Die Coyotes entledigten sich den Nashville Predators in fünf Spielen, die Kings schafften sogar einen Sweep gegen die St. Louis Blues. Alle Beteiligten hatten also fast eine ganze Woche Zeit zu regenerieren. Für die Coyotes ist es im Übrigen der erste Auftritt in den Conference Finals überhaupt. Die Kings waren seit 19 Jahren nicht mehr so weit gekommen.

Players to watch: Mike Smith vs. Jonathan Quick. Die Goalies sind zweifellos die Hauptgründe für den Erfolg ihrer Teams. Smith kommt in seinen elf Starts - er startete genau wie sein Kontrahent jedes Spiel in den Playoffs - auf einen Gegentorschnitt von 1,77 und eine Save Percentage von .950. Quick ließ im Schnitt sogar nur 1,55 Tore pro Spiel zu (in 9 Starts).

Special-Teams-Battle: Bemerkenswert ist es, dass die Kings in der Blues-Serie den Special-Teams-Battle mit +3 Toren für sich entschieden. Und das, obwohl sie nur ein Power-Play-Tor erzielten. Dafür waren sie 17-17 im Penalty Killing und schossen sogar zwei Tore in Unterzahl. Müßig zu sagen, dass die Coyotes gerade in solchen Situationen mehr aus ihren Möglichkeiten machen müssen, als es die Blues geschafft haben.

Prognose: Beide Teams sind offensichtlich hungrig, weil sie Playoff-Erfolg nicht gewöhnt sind. Einen wirklichen psychologischen Vorteil gibt es also nicht. Es wird eine Serie auf Augenhöhe, die wohl nur durch Nuancen entschieden wird. Heimvorteil allein sollte kein Faktor sein, da diese Teams unzweifelhaft gezeigt haben, dass sie auch auswärts gewinnen können. Die Kings haben die Nummer 1 rausgeworfen, dann die Nummer 2, folgt jetzt die Nummer 3? Nein! Coyotes in 7.

New York Rangers (1) - New Jersey Devils (6)

Saisonbilanz: 3-3 (4:1, 3:4 SO, 0:1, 2:0, 1:4, 4:2)

Ausgangslage: Die Gemütslage beider Teams könnte nicht unterschiedlicher sein. Während die Rangers bis zum letzten Augenblick in Spiel 7 gegen die Washington Capitals ums Weiterkommen zittern mussten, benötigten die Devils nur fünf Spiele gegen die Philadelphia Flyers. Nach einer Pleite in Spiel 1 gewann man die letzten vier Partien in Serie. Womit wir bei der Allzeit-Debatte wären, was denn nun besser ist: Ausgeruht sein vor so einer Serie oder immer noch unter Strom zu stehen nach der gerade gemeisterten Aufgabe.

Players to watch: Henrik Lundqvist vs. Martin Brodeur. Kein Goalie gewann in der NHL-Historie mehr Spiele als Brodeur. Und jetzt trifft er auf Super-Hank, ohne Frage einer der, wenn nicht der beste Keeper der Welt. Was die aktuellen Playoffs angeht, kann Lundqvist bessere Zahlen vorweisen als Brodeur. Sein Gegentorschnitt von 1,68 ist um fast ein halbes Tor besser als der vom Kanadier (2,05). Und er wehrt 94 Prozent der Schüsse ab, Brodeur kommt auf 92 Prozent.

Prognose: Abgesehen davon, dass es der letzte Schritt vor dem Erreichen der Stanley Cup Finals ist, birgt dieses Spiel eine besondere Brisanz: Das Nachbarschaftsduell wird für eine noch größere Spannung sorgen und beide werden bis in die Haarspitzen motiviert sein. Die Rangers sind hartnäckig, die Devils nicht zu unterschätzen. Es wird ein überragendes Rematch der East Finals 1994. Mit dem gleichen Ausgang wie damals. Rangers in 7.

NHL: Der komplette Playoff-Spielplan

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