Irrsinn pur: Penguins vor dem Aus

Von SPOX
Samstag, 14.04.2012 | 11:59 Uhr
Die Pittsburgh Penguins und die Philadelphia Flyers lieferten sich ein irres Playoff-Spiel
© Getty
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Nach gerade mal zwei Playoff-Spielen stehen schon zwei Stanley-Cup-Favoriten vor dem Aus. Die Pittsburgh Penguins liegen nach einem irren Spiel gegen die Philadelphia Flyers ebenso 0-2 in der Serie zurück wie die Vancouver Canucks gegen die Los Angeles Kings.

Das Spiel der Nacht

Pittsburgh Penguins - Philadelphia Flyers 5:8 (3:1, 1:3, 1:4) - Serie: 0-2

Tore: 1:0 Crosby (1.), 2:0 Kunitz (10./PP), 2:1 Talbot (13./SH), 3:1 Martin (20.), 3:2 Giroux (26./PP), 3:3 Giroux (32./SH), 4:3 Kunitz (32.), 4:4 Couturier (40.), 5:4 Kennedy (42.), 5:5 Couturier (42.), 5:6 Jagr (50.), 5:7 Couturier (59.), 5:8 Giroux (60.)

Was für ein unfassbares Eishockeyspiel! Es irre zu nennen, trifft es eigentlich schon nicht mehr. Denn was in Pittsburgh in Spiel zwei des Hassduells gegen die Flyers passiert ist, muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen.

An erster Stelle steht der Fakt, dass mit den Pens nach zwei Heimspiel-Pleiten der vielleicht größte Stanley-Cup-Favorit schon vor dem Aus in der ersten Playoff-Runde steht. Und das, nachdem sie zum zweiten Mal eine eigentlich sichere Führung verspielt haben.

In Spiel eins lagen sie nach dem ersten Drittel mit 3:0 vorne, nur um noch in der Overtime 3:4 zu verlieren. Diesmal führten sie mit 2:0, 3:1, 4:3 und 5:4 und haben es wieder nicht geschafft, den Vorsprung über die Zeit zu bringen.

"Wir müssen unbedingt einen Weg finden, besser mit einer Führung umzugehen", sagte Pens-Superstar Sidney Crosby, der selbst nach nur 15 Sekunden für die erste dieser Führungen gesorgt hatte. "Wir wissen doch, dass die Flyers immer weiter Druck machen werden."

Das taten sie - und wie. Philly traf zweimal in Unterzahl und ließ sich auch sonst von keinem noch so harten Nackenschlag entmutigen.

Ein Beispiel gefällig? Nach dem ersten Ausgleich von Claude Giroux zum 3:3 ging Pittsburgh nur sechs Sekunden später erneut in Führung. Trotzdem gelang den Flyers drei Sekunden vor Ende des Drittels der erneute Ausgleich.

Noch ein Beispiel gefällig? Nach der erneuten Führung für Pittsburgh zum 5:4 dauerte es gerade mal 17 Sekunden, bis Rookie Sean Couturier den Ausgleich erzielen konnte.

"Ich weiß nicht, wie oft wir solche Comebacks noch schaffen können", sagte Giroux und mahnte gleichzeitig einen besseren Start seiner Flyers in die Spiele an. Bisher reicht es aber auch so.

In Spiel zwei spielte Giroux dabei eine der Hauptrollen. Er erzielte drei Tore und lieferte zusätzlich drei Assists. Sechs Punkte in einem Playoff-Spiel schaffte noch nie zuvor ein Flyers-Spieler.

Die zweite Hauptrolle ging an Rookie Sean Couturier, der als erster Neuling im Flyers-Trikot seit zwölf Jahren einen Hattrick erzielte - und das in einem so wichtigen Playoff-Spiel!

Um die bösen Randgeschichten für Pittsburgh komplett zu machen, haben mit Jaromir Jagr und Maxime Talbot auch noch zwei Spieler für Philly getroffen, die mit den Pens schon den Stanley Cup gewonnen haben. Jagr erzielte mit dem 6:5 den Gamewinner und brachte die Flyers zum ersten Mal nach fünfeinhalb Dritteln in der regulären Spielzeit der Serie in Führung.

Pittsburghs einzige Hoffnung liegt jetzt in ähnlich irren Spielen in Philadelphia, wenn sie die Serie noch drehen wollen. Wie schwer das wird, zeigt eine einzige Bilanz. Die Flyers haben 17 Mal in den Playoffs 2-0 in einer Serie geführt und sind 17 Mal weitergekommen.

Die weiteren Spiele

Vancouver Canucks - Los Angeles Kings 2:4 (0:1, 1:1, 1:2) - Serie: 0-2

Tore: 0:1 Brown (20./SH), 1:1 Hansen (21.), 1:2 Brown (26./SH), 1:3 Stoll (49./PP), 1:4 Lewis (55.), 2:4 Pahlsson (57.)

Mit den Canucks steht der zweite Mitfavorit auf den Stanley Cup mit dem Rücken zur Wand. Der Vorjahres-Finalist scheiterte vor allem am eigenen Power Play. Nicht nur, dass sie selbst in fünf Versuchen kein einziges Mal trafen, sie kassierten auch noch zwei Shorthander durch Dustin Brown. Zusätzlich verzweifelten die Canucks an 46 Saves des überragenden Kings-Goalies Jonathan Quick.

Jetzt geht die Serie nach L.A., wo die Canucks ähnlich wie die Pens schon ein kleines Eishockey-Wunder brauchen.

Nashville Predators - Detroit Red Wings 2:3 (0:2, 1:1, 1:0) - Serie: 1-1

Tore: 0:1 White (9.), 0:2 Emmerton (16.), 1:2 Kostitsyn (30.), 1:3 Franzen (30.), 2:3 Weber (56.)

Die Red Wings haben sich durch den Auswärtssieg den Heimvorteil in der Serie erkämpft. Ausschlaggebend war wieder einmal grandioses Unterzahlspiel. Detroit ist bei zwölf Power Plays von Nashville noch ohne Gegentor und hat seit insgesamt 37 Power Plays gegen sich eine weiße Weste.

Florida Panthers - New Jersey Devils 2:3 (0:3, 2:0, 0:0) - Serie: 0-1

Tore: 0:1 Elias (7.), 0:2 Zubrus (15./PP), 0:3 Carter (15.), 1:3 Bergenheim (28.), 2:3 Versteeg (36./PP)

Fehlstart für das deutsche Duo Marcel Goc/Marco Sturm in die Playoffs. Daran konnte auch Gocs Assist zum 1:3 nichts ändern. Bei den Devils feierte Star-Goalie Martin Brodeur nach 24 Saves den 100. Playoff-Sieg seiner Karriere.

NHL: Der komplette Playoff-Spielplan

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