NHL-Playoff-Check

... und reichlich böses Blut

Von Philipp Dornhegge
Mittwoch, 13.04.2011 | 16:27 Uhr
Ryan Miller ist rechtzeitig zu den Playoffs topfit und soll Buffalo zum Sieg über die Flyers führen
© Getty
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Endlich wieder Playoff-Hockey! Das heißt mehr Intensität, mehr Hits, mehr Spannung. Und Duelle, bei denen einem schon jetzt das Wasser im Mund zusammen läuft. SPOX stellt die Matchups der ersten Runde vor und prophezeit das frühe Aus des Vorjahresfinalisten. Der Champion kann dem Ligaprimus nicht das Wasser reichen.

Washington Capitals (1) vs. New York Rangers (8)

Saisonbilanz: 1-3 (5:3, 0:7, 1:2 SO, 0:6)

Ausgangslage: Die Capitals haben fast hundert Tore weniger geschossen als im Vorjahr (224 statt 318), 14 Punkte weniger eingefahren (107 statt 121) - und dennoch ist man erneut die Nummer eins im Osten. Wie hat Washington das gemacht? Mit Defense! Nachdem man sich jahrelang allein auf die unglaubliche Firepower in der Offense verlassen hatte und damit in den Playoffs regelmäßig gescheitert war, wurde der Schwerpunkt in dieser Saison auf die Verteidigung gelegt. Da dies anfangs auf Kosten der Torgefahr ging, hatten Alex Owetschkin und Co. zeitweise gewaltige Probleme mit ihrer Form.

Doch je länger die Spielzeit dauerte, desto besser wurde die Balance gefunden und desto weiter schoben sich die Caps in der Tabelle nach oben. Pünktlich zum Playoff-Beginn muss man sagen, dass die Hauptstädter tatsächlich das beste Team im Osten sind. Die Rangers gehen ebenfalls mit einer Menge Momentum in die Serie, nachdem sie den Sprung in die Playoffs erst im letzten Spiel geschafft haben. Nun mag man denken, dass diese Serie des Ersten gegen den Achten eine klare Sache wird. Aber New York hat zum einen gezeigt, dass es diese Caps schlagen kann. Zum anderen ist mit einem Henrik Lundqvist im Tor alles möglich.

Players to watch: Mike Green vs. Marian Gaborik. Die Caps haben Verletzungssorgen, gerade in der Defense. Gut, dass mit Green einer der offensivstärksten Verteidiger der Liga rechtzeitig zurückkehrt. Den Rangers hatte es Green übrigens zu verdanken, dass er überhaupt erst zwei Monate mit einer Gehirnerschütterung außer Gefecht war. Er ist einer von denen, die in den Playoffs allerdings noch nicht das gezeigt haben, was sie eigentlich drauf haben. Gleiches gilt für Gaborik. Nach dem Aus von Ryan Callahan (Knöchelbruch) ist er der Hoffnungsträger in der Offense, dabei hat er erst drei Mal in der Postseason gespielt. Und dabei zuletzt 2008 nicht ein Tor erzielt. Zudem steckt er derzeit in einer handfesten Krise: In den letzten neun Saisonspielen hat der Slowake nicht einmal getroffen. Dabei braucht New York ihn so dringend.

Prognose: Alles geht von einer eindeutigen Serie für Washington aus. Aber so leicht wird es nicht. New York kann daheim und auswärts dagegen halten. Am Ende wird sich die größere Qualität aber durchsetzen. Capitals in 6.

Die Serien Capitals-Rangers und Flyers-Sabres in der mySPOX-Analyse

Philadelphia Flyers (2) vs. Buffalo Sabres (7)

Saisonbilanz: 2-2 (6:3, 5:2, 3:5, 3:4 OT)

Ausgangslage: Lange Zeit war Philly das Team, das es zu schlagen galt. Dann übernahm irgendwann Vancouver diesen Part, und in den letzten Wochen ging dem Vorjahresfinalisten immer mehr das Mojo verloren. Mit nur drei Siegen in den letzten zehn Spielen präsentieren sich die Flyers ausgerechnet jetzt in wenig berauschender Form und treffen auf einen Gegner, der schon gezeigt hat, wie man sowohl daheim als auch auf gegnerischem Eis gegen Philadelphia gewinnt.

Zudem sind ausgerechnet diese Sabres nach acht Siegen aus zehn Spielen das aktuell heißeste Team der Liga. Buffalo hat bessere Special Teams, Buffalo hat Goalie Ryan Miller: Eigentlich ist es nicht zu glauben, dass man lange Zeit Gefahr lief, die Playoffs zu verpassen. Am Ende soll bitteschön niemand überrascht sein, wenn die Grenzstädter ihren Gegner aus den Playoffs nehmen. Zumal mit Verteidiger Jordan Leopold (Handbruch) ein wichtiger Baustein zurück erwartet wird. Jochen Hecht (Gehirnerschütterung) hofft, dass er in Spiel 2 ins Team zurückkehren kann.

Players to watch: Ville Leino vs. Tyler Myers. Philly hat trotz des Mangels an Superstars eine hochexplosive Offense, die jederzeit sechs, sieben oder sogar acht Tore machen kann. Die Scoring-Last wird dabei gerecht auf viele Schultern verteilt. Zwei davon gehören in diesem Jahr Ville Leino. Der 27-jährige Finne spielt seine erste komplette NHL-Saison und zahlte das Vertrauen der Flyers mit tollen Leistungen und starken Zahlen zurück. 81 Spiele, 53 Punkte und jede Menge Kreativität: Leino ist einer, auf den man unbedingt ein Auge werfen sollte.

Auf der anderen Seite wird Myers verhindern wollen, dass Leino - oder irgendein anderer Gegenspieler - die Fans verzücken kann. Denn hinter der Fitness von Leopold steht noch ein Fragezeichen, umso mehr kommt es deshalb auf den Youngster an. "Unsere Defense ist gereift, und insbesondere Tyler hat sich in der zweiten Saisonhälfte enorm gesteigert", bekam der 21-Jährige zuletzt Lob von Sabres-GM Darcy Regier. Wenn er neben konsequenter Defensivarbeit auch noch den einen oder anderen Punkt einstreut, sieht es nicht schlecht aus für Buffalo. Im Vorjahr hat Myers schon gezeigt, dass er ein Playoff-Performer ist.

Prognose: Ohne Frage wird Buffalo auf die drittbeste Offense der Liga aufpassen müssen. Aber die erwähnten Special Teams und einer der besten Goalies der Liga können für den Upset sorgen. Zumal für die NHL mehr als für jede andere Topliga gilt: Wenn's einmal läuft, dann läuft's. Sabres in 6.

Boston Bruins (3) vs. Montreal Canadiens (6)

Saisonbilanz: 2-4 (1:3, 3:4, 2:3 OT, 8:6, 1:4, 7:0)

Ausgangslage: Wer einen Klassiker sucht, hat ihn gefunden. Original-Six-Team gegen Original-Six-Team, hier bekommt man Tradition, viel Geschichte und reichlich böses Blut. Das ist im Verlauf dieser Saison sogar noch böser geworden, nachdem Zdeno Chara Max Pacioretty mit einem üblen Check für lange Zeit außer Gefecht gesetzt hat. In der Regular Season sahen die Habs im direkten Duell überwiegend besser aus, aber das 7:0 im letzten Duell dürfte den Bruins geholfen haben.

Auf der anderen Seite haben beide Teams die Tendenz demonstriert, in einigen Spielen unerklärlich schlecht zu spielen. Es ist fast unmöglich, eine Prognose über den Ausgang abzugeben. Wer auf die Geschichte schaut, wird auf Montreal setzen, denn die Canadiens haben 24 der bisher 32 Serien gegen Boston gewonnen. Wer aber vor allem in Betracht zieht, was beide Teams diese Saison geleistet haben, wird wohl eher auf die Bruins tippen.

Players to watch: Tim Thomas vs. Carey Price. Ein Goalie-Duell vom Allerfeinsten. Der designierte Vezina-Trophy-Winner Thomas hat gerade mit einer Save-Percentage von 93,82 Prozent einen neuen NHL-Saisonrekord aufgestellt und damit sein Idol Dominik Hasek überflügelt.

Price hat endlich den Durchbruch geschafft und ist vom ewigen Talent zum All-Star gereift. Allerdings müssen beide noch beweisen, dass sie ihre Teams in den Playoffs weit bringen können. Die Goalie-Leistungen werden ganz entscheidenden Einfluss auf Wohl oder Wehe der Kontrahenten haben.

Prognose: Es wird eine knüppelharte und enge Serie, aber am Ende wird sich die zweitbeste Defense der Liga gegen eine allenfalls mittelmäßige Offense durchsetzen. Bruins in 7.

Die Serien Bruins-Canadiens und Penguins-Lightning in der mySPOX-Analyse

Pittsburgh Penguins (4) vs. Tampa Bay Lightning (5)

Saisonbilanz: 2-2 (3:5, 5:1, 8:1, 1:2)

Ausgangslage: Den Pittsburgh Penguins hätte im Grunde nichts Besseres passieren können, als auf Platz vier im Osten zu landen und nun gegen Tampa Bay zu spielen. Denn die Alternativen Buffalo und Montreal sind unberechenbar und haben überragende Goalies. Die Lightning dagegen haben eine sehr potente Offense (247 Tore, ligaweit Platz sechs), aber auch gewaltige Probleme in der Defense (kein Playoff-Team hat mehr Tore kassiert).

Im Grunde gehen beide Teams mit großen Fragezeichen in die Serie: Die Lightning spielen derzeit nach einigen Verletzungen (Vince Lecavalier, Ryan Malone, Simon Gagne, Steve Downie) und einer Durststrecke von All-Star Steven Stamkos ihr vielleicht bestes Hockey seit langem. Der klare Sieg gegen Carolina zuletzt dürfte noch mal Auftrieb gegeben haben. Aber reicht das bei dieser Defense? Bei Pittsburgh ist das Problem genau andersrum gelagert: Goalie Marc-Andre Fleury spielt seine beste Saison, die Defense steht. Die Pens haben das beste Unterzahlspiel der NHL. Aber nachdem klar ist, dass Superstar Sidney Crosby wohl auch in den Playoffs nicht mitmischen kann, muss man zweifeln, ob die Offense genug Firepower für einen Postseason-Run hat.

Players to watch: Tyler Kennedy vs. Steven Stamkos. Kennedy erlebt in den letzten Wochen seine persönlich Coming-Out-Party und knackte in seinem dritten Jahr erstmals die 20-Tore-Marke. Der 24-Jährige steht quasi stellvertretend für Pittsburgh ohne Crosby und Malkin: Es gibt keinen Superstar, aber jeder haut sich rein und trägt seinen Teil bei. Kennedy ist zum Beispiel der erfolgreichste Power-Play-Scorer aller verfügbaren Pens-Spieler und dazu ein echter Energizer.

Stamkos hat für seine Verhältnisse richtig miese Wochen hinter sich. In den letzten 21 Spielen verbuchte der junge All-Star magere 4 Tore. Mittlerweile ist er hinter Martin St. Louis nur noch der zweitbeste Scorer Tampas. Dabei haben die Bolts nur mit einem bärenstarken Stamkos eine Chance.

Prognose: Dank ihrer Defense, dem Heimvorteil und der Playoff-Erfahrung setzen sich die Pens durch. Man darf gespannt sein, was dann alles möglich ist. Penguins in 5.

Hier geht's zu den Matchups im Westen

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