Donnerstag, 22.04.2010

NHL: Playoffs, 1. Runde

Caps spielen Montreal an die Wand

Die Capitals stampften die Canadiens in den Boden, die Bruins hatten in einem Overtime-Krimi Nerven aus Stahl und die Kings und die Canucks lieferten sich einen erbitterten Battle.

Alex Owetschkin steht seit 2005 für die Washington Capitals auf dem Eis
© Getty
Alex Owetschkin steht seit 2005 für die Washington Capitals auf dem Eis

Montreal Canadiens (8) - Washington Capitals (1) 3:6

Startete Alex Owetschkin etwas schleppend in die Playoffs, so ist er inzwischen wieder in gewohnter Hochform und steuerte dem 6:3-Sieg über die Canadiens gleich zwei Tore bei. Der Sieg verschafft den Capitals eine 3-1-Führung in der Serie und damit ein angenehmes Polster.

Dabei war Montreal nicht chancenlos, doch die Unfähigkeit, die Dominanz des zweiten Drittels in mehr als nur ein Tor zu verwandeln, machte den Canadiens letztendlich den Garaus.

In der neunten Spielminute brachte Owetschkin die Caps mit einem Powerplay-Treffer in Führung. Doch Montreal ließ sich nicht lumpen und sorgte lediglich 62 Sekunden später für den Ausgleich zum 1:1 durch Mike Cammalleri.

Im zweiten Drittel nutzte Brian Gionta (36.) eine Powerplay-Chance, um die Canadiens in Führung zu bringen. Sieben Sekunden vor Schluss des zweiten Abschnitts gelang Mike Knuble der Ausgleichstreffer - und das in Unterzahl.

Das war zudem der Startschuss für die Capitals, Vollgas zu geben. Im letzten Drittel schossen Owetschkin (52.), Jason Chimera (53.) und Knuble (58.) die Caps im Schnelldurchlauf zu einer souveränen 5:2-Führung.

Ein völlig überfordertes Montreal konnte durch einen Treffer von Dominic Moore in der 59. Spielminute noch einmal auf 3:5 verkürzen, doch dann machte Nicklas Bäckström mit dem Tor zum 6:3-Endstand elf Sekunden vor Schluss den Sack endgültig zu.

Montreal-Goalie Carey Price stand zum ersten Mal in der Serie von Beginn an auf dem Eis. Am Montag ersetzte er Jaroslav Halak während des zweiten Drittels. Zufrieden kann er dennoch nicht sein, wurde er doch zweimal mit einer Zwei-Minuten-Strafe belegt. Nach dem Gegentor von Chimera feuerte Price ihm den Puck hinterher und traf Jeff Schultz am Rücken.

"Ich war frustriert. Es war kein guter Zug von mir, aber es ist nicht schlecht, sie wissen zu lassen, dass ich da bin. Ich wollte eigentlich keinen treffen, aber jetzt ist es sowieso vorbei", sagte Price nach dem Spiel.

Boston Bruins (6) - Buffalo Sabres (3) 3:2  2OT

Was für ein Spiel - und vor allem: was für ein Ende! Miroslav Satan erzielte nach sage und schreibe 87:41 Minuten Spielzeit erst in der zweiten Verlängerung das entscheidende Powerplay-Tor zum 3:2-Endstand. Die Strafe gab's für Buffalo wegen zu vieler Spieler auf dem Eis - mehr als ärgerlich.

Satan hingegen kennt sich mit Toren in der zweiten Verlängerung eines Playoff-Spiels aus: Schon 1999 schoss er sein Team zum Sieg - damals war es allerdings Buffalo. Den Assist zum entscheidenden Tor leistete Goalie Tuukka Rask. Ein Assist von einem Torwart in der Verlängerung kam übrigens zuletzt am 22.Mai 2002 vor.

Nach dem zweiten Heimsieg und dem dritten Sieg in Folge führen die Bruins die Serie nun souverän mit 3-1 an. Die Sabres mussten weiterhin auf Jochen Hecht und Thomas Vanek verzichten und müssen sich nun dringend etwas einfallen lassen.

Dabei begann das Spiel für die Sabres eigentlich nach Plan: Schon nach 132 Sekunden fiel der erste Treffer durch Tim Kennedy. Im zweiten Drittel baute Steve Montador in der 27. Spielminute die Führung der Sabres auf 2:0 aus - doch dann kam der dritte Abschnitt und damit der Untergang des Teams aus Buffalo.

David Kreici nutzte eine Powerplay-Chance und erzielte in der 43. Spielminute den Anschlusstreffer zum 1:2. Das schien den Bruins Flügel zu verleihen, denn nur viereinhalb Minuten später gelang Patrice Bergeron der ersehnte Ausgleich.

"Endlich ist es vorbei. Wir haben nun eine 3-1-Führung, also können wir etwas aufatmen. Aber in dieser Serie spielen beide Seiten gutes Hockey und wir wissen, dass sich das nicht ändern wird", sagte Satan nach dem Spiel.

Los Angeles Kings (6) - Vancouver Canucks (3) 4:6

Es bleibt spannend zwischen den Kings und den Canucks: Mit dem 6:4-Sieg gleicht Vancouver nach zwei Siegen der Kings in Folge die Serie nun zum 2-2 aus.

Es war ein wichtiger Sieg für die Canucks, wären sie im Falle einer Niederlage doch bereits 1-3 zurückgelegen und am Rand des Abgrunds gestanden. Doch der Weg zum Sieg wurde extrem mühselig.

Zunächst ging es zwar noch relativ ruhig los: Erst nach 13:26 Minuten fiel das erste Tor. Drew Doughty nutzte eine Powerplay-Chance und erzielte den Führungstreffer für die Kings.

Doch mit Beginn des zweiten Drittels war es mit der Ruhe vorbei, denn es wurde turbulent - und wie: In der 24. Minute gelang Christian Ehrhoff im Powerplay der Ausgleichstreffer zum 1:1.

Doch die Kings fackeln nicht lange und kontern sofort. Knapp zweieinhalb Minuten später geht Los Angeles durch ein Tor von Dustin Brown wieder in Führung - ebenfalls im Powerplay.

In der 36. Spielminute gelingt Pavol Dimitra nach einem Assist von Christian Ehrhoff der erneute Ausgleich für die Canucks. Nur eineinhalb Minuten später aber bringt Anze Kopitar die Kings mit dem Treffer zum 3:2 wieder in Führung.

Und das letzte Drittel steht dem zweiten Abschnitt in nichts nach: In der 48. Spielminute gleicht Mikael Samuelsson zum 3:3 aus.

Doch das nächste Tor erzielt diesmal nicht Los Angeles, sondern Vancouver, das durch den Powerplay-Treffer von Sami Salo zum ersten Mal an diesem Abend in Führung geht.

Doch Los Angeles kontert sofort: Nur 62 Sekunden später gelingt Wayne Simmonds der vierte Ausgleich in diesem Spiel. Henrik Sedin sorgt in der 58. Spielminute für die erneute Führung der Canucks und die Zeit rennt.

Los Angeles macht Dampf, nimmt Goalie Jonathan Quick raus, aber Vancouver hält dem Druck stand. Und nicht nur das: Ryan Kesler schiebt 17 Sekunden vor Schluss den Puck zum 6:4-Endstand ins leere Netz.

Titelverteidiger Pittsburgh nimmt Ottawa auseinander

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