Montag, 19.04.2010

NHL-Playoffs, 1. Runde

51 Saves! Sharks verzweifeln an Anderson

Die San Jose Sharks verzweifeln erst an Avalanche-Goalie Craig Anderson - und dann hauen sie sich die Scheibe auch noch auf bizarre Weise selbst ins Tor. Die Penguins sind dank Sidney Crosby auf Kurs und in Philly wird ein Schlägertyp zum Held.

Kein Goalie hat in der Saison so viele Schüsse auf seinen Kasten bekommen wie Craig Anderson
© Getty
Kein Goalie hat in der Saison so viele Schüsse auf seinen Kasten bekommen wie Craig Anderson

Detroit Red Wings - Phoenix Coyotes 2:4

Diese Coyotes sind einfach nicht totzukriegen! Wer gedacht hatte, dass die Red Wings nach ihrem Sieg in Spiel 2 in der heimischen Joe Louis Arena die Kontrolle über die Serie übernehmen würden, der sah sich getäuscht.

Die Coyotes steckten es sogar noch weg, dass mit Vernon Fiddler vor der Partie ein wichtiger Spieler ausfiel, und dass sie ab Anfang des zweiten Drittels auch noch auf Kapitän Shane Doan verzichten mussten. Doan zog sich bei einem Sturz in die Bande eine Oberkörperverletzung zu.

Verteidiger Sami Lepistö hatte Phoenix bereits nach 29 Sekunden in Führung gebracht, sein finnischer Landsmann auf Seiten der Red Wings, Valtteri Filppula, sorgte in der 15. Minute im Powerplay für den Ausgleich.

Ende des zweiten Drittels schoss Wojtek Wolski (40.) die Coyotes dann erneut in Führung, Petr Prucha (49.) baute diese im Schlussdrittel aus. Johan Franzen (50.) brachte Detroit zwar noch einmal heran, aber Radim Vrbata (52.) machte wenig später alles klar für Phoenix. Während Ilja Brzygalow im Tor der Coyotes stark spielte, war die Leistung von Red-Wings-Keeper Jimmy Howard allenfalls Durchschnitt.

"Es ist interessant, dass ihr Journalisten denkt, dass wir Phoenix einfach so wegballern müssten. Sie haben auch eine gute Mannschaft", meinte Detroits Coach Mike Babcock. Denken wir überhaupt nicht, Herr Babcock! Die Coyotes können die Serie auf jeden Fall gewinnen.

Philadelphia Flyers - New Jersey Devils 3:2 OT

Ein sensationeller Martin Brodeur (31 Saves) hielt die Devils mit Weltklasse-Paraden lange im Spiel, aber in der Overtime war er dann machtlos. Daniel Carcillo, normalerweise als Schlägertyp und nicht als Torjäger bekannt, erzielte in der 64. Minute den entscheidenden Treffer.

In der regulären Spielzeit hatten Claude Giroux und Mike Richards die Treffer der Flyers erzielt, für die Devils traf Brian Rolston zweimal im Powerplay.

Philadelphias Goalie Brian Boucher, der vor der Serie als möglicher Schwachpunkt galt, zeigte erneut eine sehr ansprechende Leistung, allerdings wurde er von den Devils auch nicht wirklich unter Beschuss genommen (17 Saves).

Ottawa Senators - Pittsburgh Penguins 2:4

Der Stanley-Cup-Champion ist auf dem Weg in die nächste Runde. Nach der überraschenden Heimpleite zum Serienauftakt haben die Pens nun zwei Spiele in Folge gewonnen. Hauptverantwortlich dafür waren ihre Superstars: Sidney Crosby und Jewgeni Malkin.

Malkin (26.) brachte die Pens im zweiten Drittel mit seinem dritten Playoff-Treffer auf die Siegerstraße - Crosby erzielte kurz vor Ende des zweiten Drittels ein wunderschönes Powerplay-Tor, als er von der Ecke vors Tor kurvte und die Scheibe über den am Boden liegenden Brian Elliott zum 3:1 ins Netz lupfte.

Zum 4:1 von Bill Guerin (45.) steuerte Crosby außerdem einen Assist bei, sodass er jetzt nach drei Spielen bei starken sieben Scorerpunkten liegt. Und das, obwohl er immer das Top-Verteidigungs-Duo der Sens (Anton Woltschenkow, Chris Phillips) gegen sich hat.

Chicago Blackhawks - Nashville Predators 2:0

Die Blackhawks haben gegen Marcel Goc' Nashville die Geduldsprobe gemeistert. Nach ihrer bitteren Pleite in Spiel 1 mussten sie trotz größter Dominanz bis zur 29. Minute warten, ehe Dave Bolland im Powerplay den Bann brach und den starken Pekka Rinne im Gehäuse der Preds überwand.

Im Schlussdrittel machte Patrick Kane mit einem Tor nach einem 3-1-Break alles klar. Blackhawks-Goalie Antti Niemi, der in Spiel 1 ein ganz unglückliches Tor kassiert hatte und enorm unter Druck stand, verbuchte 23 Saves und kam in seinem zweiten Playoff-Spiel zu seinem ersten Shutout.

Er profitierte allerdings auch davon, dass Chicagos Defense (13 geblockte Schüsse) vor ihm einen ausgezeichneten Job machte und Nashville ohne den verletzten Top-Torjäger Patric Hornqvist (Oberkörperverletzung) wenig Gefahr ausstrahlte.

Colorado Avalanche - San Jose Sharks 1:0 OT

51 Saves! Was für eine Monster-Performance von Avalanche-Goalie Craig Anderson! Die Sharks, die wegen einer nicht näher beschriebenen Verletzung ohne Dany Heatley auskommen mussten, dominierten das Spiel im zweiten und dritten Drittel (Schussstatistik: 42:7!) nach Belieben, brachten den Puck aber einfach nicht an Anderson vorbei. Dieser hechtete im Tor umher und machte mit unzähligen Big Saves wohl das Spiel seines Lebens.

In der Overtime kam es dann noch schlimmer für die Sharks, als Avs-Rookie-Stürmer Ryan O'Reilly nach 51 Sekunden für die Entscheidung sorgte. Und mit was für einem bizarren Tor er das tat.

Eigentlich hatte er mit dem Tor nämlich gar nichts zu tun. O'Reilly stand beim Forechecking einfach nur irgendwie zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle in der Ecke, als Sharks-Verteidiger Dan Boyle die Scheibe so seltsam an O'Reillys Schläger spielte, das sie auf wundersame Weise am verdutzten Jewgeni Nabokow vorbei im Tor einschlug.

"Wir haben ihren Goalie nicht bezwungen, aber wir haben es geschafft, unseren eigenen zu bezwingen", sagte ein frustrierter Sharks-Coach Todd McLellan.

Der Spielplan der Playoffs

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