Sonntag, 25.04.2010

NHL-Playoffs, 1. Runde

Das Herz eines Champions

Ottawa ist auf dem besten Weg in ein siebtes Spiel, doch dann starten die Pens eine furiose Aufholjagd. Auch San Jose steht in der nächsten Runde - und in Chicago spielt sich ein Drama ab.

Penguins-Stürmer Pascal Dupuis schoss sein Team in der Overtime ins Conference-Halbfinale
© Getty
Penguins-Stürmer Pascal Dupuis schoss sein Team in der Overtime ins Conference-Halbfinale

Ottawa Senators (5) - Pittsburgh Penguins (4) 3:4 OT

Der amtierende Champion hat wie erwartet die nächste Runde erreicht, aber gegen eine charakterlich beeindruckende Sens-Mannschaft war es absolute Schwerstarbeit.

Ottawa, nach dem unglaublichen Triple-Overtime-Sieg in Spiel 5 emotional im Hoch, begann wie die Feuerwehr und dominierte die Penguins in der ersten Hälfte des ersten Drittels komplett. Nach einem schönen Pass von Daniel Alfredsson schoss Matt Cullen (6. Minute) die Sens mit einem Breakaway-Tor verdient in Führung.

In der Folge kam Pittsburgh besser ins Spiel, scheiterte aber immer wieder am erneut starken Pascal Leclaire. Ein vermeintliches Tor von Mike Rupp wurde nach langem Video-Studium nicht gegeben - ob die Scheibe bei Leclaires Kick-Save mit vollem Umfang über der Linie war, ließ sicht nicht zweifelsfrei entscheiden.

Im zweiten Drittel erwischte wieder Ottawa den besseren Start und baute die Führung durch Chris Neil (22.) aus. Als Alfredsson (30.) dann auch noch das 3:0 nachlegte, schien Pittsburgh geschlagen und Spiel 7 perfekt.

Doch dann bewiesen die Pens das Herz eines Champions. Matt Cooke (31.) sorgte mit seinem Tor zum 1:3 für Hoffnung, die beinahe durch Mike Fisher wieder zerstört worden wäre.

Die Pens hatten Glück, dass Fishers Tor nach dem nächsten langen Video-Studium nicht gegeben wurde, weil das Tor verschoben war, bevor die Scheibe die Linie überquerte. Dann muss es in der zweiten Drittelpause in der Pittsburgh-Kabine sehr deutliche Worte gegeben haben.

Die Pens spielten anschließend ein furioses Schlussdrittel (Schussverhältnis: 18:4) und retteten sich durch Tore von Bill Guerin (48.) und erneut Cooke (53.) in die Verlängerung.

Dort war es dann Pascal Dupuis (70.), der nach überragender Vorarbeit von Jordan Staal mit einem perfekten Schuss über Leclaires Fanghand hinweg für die Entscheidung sorgte.

Bemerkenswert: Pittsburgh hat zum fünften Mal in Folge eine Serie auswärts zugemacht. Und noch bemerkenswerter: Die Pens schafften das Comeback ohne einen einzigen Scorerpunkt von Superstar Sidney Crosby.

Chicago Blackhawks (2) - Nashville Predators (7) 5:4 OT

Was für ein Drama in Chicago! Die Blackhawks werden ihrer Favoritenrolle langsam gerecht, sie mussten aber mächtig zittern, bis ihr dritter Sieg feststand.

Nachdem Nashville durch David Legwand (7.) in Führung gegangen war, drehte Chicago auf und schoss sich dank Toren von Andrew Ladd (10.), Niklas Hjalmarsson (15.) und Tomas Kopecky (37.) eine vermeintlich souveräne 3:1-Führung heraus. Doch dann kamen die Preds.

Joel Ward (38.) sorgte in Unterzahl für den Anschluss und im Schlussdrittel brachte Martin Erat (42./52.) Nashville sogar auf die Siegerstraße.

Als Marian Hossa kurz vor Schluss dann auch noch wegen eines Bandenchecks gegen Dan Hamhuis für fünf Minuten auf die Strafbank wanderte, schien Chicagos Pleite unabwendbar.

Doch dann kam der große Auftritt von Patrick Kane, der die Blackhawks mit seinem Shorthander 14 Sekunden vor Schluss in die Overtime schoss. Chicago hatte zuvor Goalie Antti Niemi vom Eis genommen, um wenigstens in Gleichzahl spielen zu können.

Die Preds vergaben zu Beginn der Overtime die lange PP-Chance (nur Nashville ist in den Playoffs ohne PP-Tor) und um das Drama perfekt zu machen, war es dann ausgerechnet Hossa (65.), der nach abgesessener Strafe mit seinem ersten Playoff-Tor für die Entscheidung sorgte.

Colorado Avalanche (8) - San Jose Sharks (1) 2:5

Die Sharks haben ihren Playoff-Fluch besiegt und stehen als erstes Team im Westen in der nächsten Runde. In Colorado war es vor allem ein überragender Joe Pavelski, der den Unterschied ausmachte. Pavelski brachte die Sharks schon nach 47 Sekunden in Führung.

Die Avs fighteten aber trotz ihrer Verletzungssorgen (Peter Mueller und Milan Hejduk verletzt) zurück und waren nach Toren von Marek Svatos (27.) und Brandon Yip (45.) sogar auf einem guten Weg, ein siebtes Spiel zu erzwingen.

Dan Boyle (48.) glich aber sofort wieder für San Jose aus - und dann war erneut Pavelski (50.) zur Stelle. Devin Setoguchi und Douglas Murray machten mit zwei Empty-Net-Toren in der letzten Minute endgültig alles klar.

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