Sonntag, 17.01.2010

NHL

Shootout-Sieg für Blackhawks in Detroit

Mit einem 4:3-Sieg nach Penaltyschießen haben sich die Chicago Blackhawks von den Detroit Red Wings verabschiedet. Washington kam daheim zu einem 5:3 über die Philadelphia Flyers.

Das Publikum in der Joe Louis Arena tobte bei der Prügelei zwischen Kris Versteeg und Patrick Eaves
© Getty
Das Publikum in der Joe Louis Arena tobte bei der Prügelei zwischen Kris Versteeg und Patrick Eaves

New York Rangers (23-19-7) - Montreal Canadiens (23-23-4) 6:2

So kann man seine Durststrecke natürlich auch beenden. Gut 147 Minuten hatten die Rangers daheim kein Tor mehr geschossen, gegen die Canadiens drehten die Gastgeber urplötzlich wieder auf.

Ryan Callahan (2), Brandon Dubinsky, Marian Gaborik und Chris Drury drehten im zweiten und dritten Drittel einen 0:2-Rückstand, nachdem Mike Cammaleri und Brian Gionta im Auftaktdrittel für die Canadiens getroffen hatte. Neben seinen beiden Toren gelangen Callahan außerdem zwei Assists. "Er hat uns den entscheidenden Schub gegeben", lobte Coach John Tortorella.

Die Rangers beendeten mit dem Sieg eine Pleitenserie von drei Spielen und machten ein Tor mehr als in den letzten fünf Spielen insgesamt. "Ich habe ja immer gesagt, dass wir in der Lage sind zu scoren", sagte Dubinsky mit einiger Genugtuung.

Anaheim Ducks (22-20-7) - Calgary Flames (26-17-6) 5:4

Wer seinen Torwart so hängen lässt wie die Ducks, der muss offensiv einiges leisten, um einen Sieg einzufahren. Gleich dreimal durften die Flames ungehindert auf Goalie Jonas Hiller zuspazieren, Olli Jokinen, Mark Giordano und Curtis Glencross ließen sich nicht zweimal bitten.

Nach zwei Dritteln lag Anaheim mit 3:4 zurück und stand vor der elften Heimpleite. Nicht mit mir, dachte sich dann offensichtlich Bobby Ryan. Nach dem Ausgleich durch Corey Perry fasste sich der Rightwinger ein Herz und netzte von halbrechts aus kurzer Distanz ins lange Eck ein.

Sieben Minuten vor Schluss war es dieser Treffer, der den Flames das Genick brach. "Wir haben unseren Goalie ganz schön im Stich gelassen", entschuldigte sich Ryan stellvertretend für sein Team. "Er hat da ein paar tolle Saves gezeigt, und zum Glück waren wir in der Lage, das Spiel am Ende noch zu drehen."

Detroit Red Wings (34-11-4) - Chicago Blackhawks (24-16-8) 3:4 n.P.

Als wäre das Spiel zwischen an sich nicht schon spannend genug gewesen, legten beide Teams im Shootout nochmal einen drauf. Doch der Reihe nach: Nachdem die Hawks einen Blitzstart hinlegten und schnell 2:0 führten - Troy Brouwer und Patrick Kane hatten getroffen - erzielte Nicklas Lidström noch im ersten Drittel den Anschluss. Im Mitteldrittel gelang Henrik Zetterberg der Ausgleich, Detroit war jetzt im Spiel.

Auch der erneute Rückstand durch Patrick Sharp warf die erfahrenen Wings nicht aus der Bahn, und so glich Patrick Eaves Mitte des letzten Abschnitts erneut aus. In der Verlänergung hielten Antti Niemi und Jimmy Howard ihre Kästen sauber, Penalties mussten also über den Sieg entscheiden. Detroit legte vor - und war dank Pavel Datsyuk gleich erfolgreich. Jonathan Toews schlug jedoch sofort zurück.

Anschließend scheiterten Zetterberg und Kane, Todd Bertuzzi und Marian Hossa wiederum waren treffsicher. Auch hier musste also nachgesessen werden. Daniel Cleary zeigte gegen Niemi Nerven und gab Sharp die Chance, zum Helden des Abends zu werden. Der Center blieb eiskalt, verhandelte und bescherte seinem Team den dritten Sieg in Folge.

Freude von grenzwertigem Körperkontakt kamen übrigens schon im ersten Drittel richtig auf ihre Kosten: Eaves und Kris Versteeg, mit 8 bzw. 20 Penalty-Minuten in diesem Jahr nicht gerade als unsaubere Spieler verschrien, lieferten sich kurz vor Abschnittsende eine Schlägerei, die absolute Begeisterung auslöste. Und sie lieferten den Beweis, dass das hier eine ganz enge Kiste war: Beide gingen gemeinsam zu Boden, ein remis also auch hier.

Washington Capitals (29-12-6) - Philadelphia Flyers (23-20-3) 5:3

Die Capitals lagen im ersten Drittel zweimal zurück, nachdem Jeff Carter und James van Riemsdyk für die Flyers vorgelegt hatten. Mike Knuble und Brooks Laich glichen jedoch jeweils aus. Alexander Semin nutzte dann eine Power-Play-Situation aus und erzielte mit seinem 20. Saisontreffer die erste Führung für die Hausherren.

Im dritten Drittel legte der Gast verzweifelt nochmal einen Zahn zu, setzte die Caps gehörig unter Druck, sodass die kaum einmal zu einer Schusschance kamen. Doch gleich die erste Gelegenheit im Abschnitt ließ sich erneut Laich nicht nehmen: Der Center scorte in Unterzahl und sorgte so für die Vorentscheidung.

Als dann gut vier Minuten vor Schluss Alexander Owetschkin freistehend vor Ray Emerys Tor gefoult, ließ sich der Superstar nicht zweimal bitten und setzte den fälligen Penalty-Shot in die Maschen. Das Spiel war gelaufen, Danny Brieres Treffer kurz vor dem Ende war nur noch Ergebniskosmetik.

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