NHL-Schlaglichter November

Wo sich die Blondine prügelt…

Von Florian Regelmann
Dienstag, 01.12.2009 | 11:26 Uhr
Scott Niedermayers Tor gegen Tampa Bay war der Anfang von der ganzen Katastrophe
© Getty
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In der NHL war auch im November wieder so einiges geboten. Scott Niedermayer löst ungewollt eine Schlägerei aus, die Hurricanes wollen das 16. Team der DEL werden und in San Jose sind drei gemeingefährliche Jungs unterwegs.

Das Team des Monats: Chicago Blackhawks. Der Stanley-Cup-Champion 2010? Warum nicht?! Die Blackhawks haben ein aufregendes Team zusammen, das im November aufregendes Eishockey zeigte. In Calgary gewann Chicago mit 7:1, in San Jose gewann Chicago mit 7:2. Die superstarken Sharks auf deren Eis so zu demütigen, das hat schon was. Die Offense ist mit Patrick Kane und Jonathan Toews, der Blackhawks-Version von Crosby und Malkin, herausragend besetzt, die Defense um Duncan Keith steht sicher, und im Tor ist Cristobal Huet nach anfänglichen Problemen zu einem starken Rückhalt geworden. Wie gefährlich sind die Blackhawks erst, wenn Marian Hossa noch aufdreht?

Das Überraschungsteam des Monats: Atlanta Thrashers. Noch mehr oder wenig unbemerkt, spielen die Thrashers eine starke Saison. Die Zeiten, in denen nur Ilja Kowaltschuk zauberte, sind längst vorbei. Zwei der positiven Überraschungen heißen Rich Peverley und Maxim Afinogenow. In Nashville wurde das Talent des schon 27-jährigen Peverley offensichtlich verkannt, denn in Atlanta ist er nun sogar Topscorer. Afinogenow hat nach schwachen Jahren in Buffalo ebenfalls zu alter Stärke zurückgefunden. Wenn die Thrashers spielen, geht offensiv die Post ab. Und hinten halten Ondrej Pavelec oder Johan Hedberg in Abwesenheit von Kari Lehtonen das Tor bemerkenswert gut sauber.

Die Gurken des Monats: Carolina Hurricanes. Ein Team, das ja in der letzten Saison noch im Eastern-Conference-Finale stand. Was sich seitdem geändert hat? Nun ja, Dennis Seidenberg ist nicht mehr da. Carolina hat erst 15 Punkte auf dem Konto, auswärts haben die Hurricanes in 13 Spielen überhaupt noch nicht gewonnen. Braucht die DEL vielleicht noch ein 16. Team? Aber es gibt auch Hoffnung in Carolina. Das Powerplay ist nämlich bockstark. In ungefähr jedem zehnten Powerplay schießen die Canes einen Treffer. Und es gibt noch was Positives: Wenn Carolina so weitermacht, hat die Franchise gute Chancen auf den ersten Pick im nächsten Draft. Dann könnten sich die Canes eventuell Supertalent Taylor Hall schnappen.

Die Spieler des Monats: Jarome Iginla und Tuuka Rask. Wenn der Flames-Superstar heiß läuft, gibt es kaum einen explosiveren Spieler in der NHL. In 14 Spielen erzielte Iginla im November 13 Tore! Calgary steht und fällt mit den Leistungen seiner Nummer 12. Iginla hat seinen Platz in der ersten Reihe (Nash - Crosby - Iginla) von Team Canada bei Olympia ziemlich sicher. Da wir uns nicht entscheiden konnten, muss sich Iginla die Auszeichnung mit Tuuka Rask teilen. Der Goalie der Bruins hat Tim Thomas mit seinen überragenden Saves zwar nicht verdrängt, aber er ist mindestens gleichwertig. Dass Rask ein Torwart mit Feuer ist, hat er im Übrigen schon früher mal ganz deutlich gezeigt...

Die Reihe des Monats: Patrick Marleau/Joe Thornton/Dany Heatley. Eine unmenschliche, gemeingefährliche, brutale Linie. Ein Allrounder, eine Assist-Maschine und ein Sniper vor dem Herrn. Wenn diese drei Jungs auf dem Eis stehen, schlägt es im gegnerischen Tor reihenweise ein. Zusammen hat das Trio schon fast die 100 Scorerpunkte geknackt.

Der Rookie des Monats: Die einfache Wahl wäre John Tavares, aber den Top-Rookie der Islanders kennen die meisten. Das kann man bei Niclas Bergfors nicht sagen. Der junge Schwede machte im November in zwölf Spielen zehn Scorerpunkte (4+6). Mit Jacques Lemaire hat Bergfors einen harten Hund als Trainer, der ihm nach eigenen Angaben schon 50 Mal gesagt hat, dass er kürzere Wechsel fahren soll. Wenn Bergfors das auch noch beherzigt, wird er ein Großer. Die Devils haben auf jeden Fall mehr zu bieten als nur Martin Brodeur und Zach Parise.

Das Spiel des Monats: Pens vs. Rangers. Der Champion zeigte beim 8:3 gegen die Broadway Blueshirts, wie es aussieht, wenn mal richtig ernst gemacht wird. Falsch: Sidney Crosby zeigte das. Der Penguins-Captain, der punktetechnisch einen für seine Verhältnisse langsamen Start in die Saison hatte, machte ein 5-Punkte-Spiel. Bei seinem Hattrick war ein Tor schöner als das andere. Nach acht Scorerpunkten in zwei Spielen gegen die Rangers ist Crosby in der Scorerliste schon wieder in den Top 3.

Das Highlight des Monats: David Perrons Tor gegen die Islanders. Der Blues-Stürmer bekommt an der eigenen blauen Linie den Puck, marschiert los, spielt sich den Puck lässig zwischen den Beinen durch, kurvt um den ganz alt aussehenden All-Star-Verteidiger Mark Streit herum - und vollendet sein Solo dann mit einem Zucker-Move, der Dwayne Roloson im Islanders-Tor keine Chance lässt. Wenn die US-Reporter ausflippen und nur noch "ho, ho, ho" brüllen, ist klar: Das Tor war mal richtig fett.

Der Skandal des Monats: Scott Niedermayer ist nicht nur einer der besten Verteidiger aller Zeiten, er ist auch ein netter Kerl. Also will er, nachdem er gegen Tampa Bay in der Overtime den Siegtreffer erzielte, einem kleinen Mädchen seinen Schläger schenken und gibt ihn über die Bande. Was dann passiert, ist kaum zu fassen. Es entsteht eine wilde Prügelei um den Schläger. Es wird gewürgt, geschlagen und geboxt. Und die Schlimmste ist eine Blondine!

Was machen die Deutschen? Der Star aus deutscher Sicht heißt weiterhin Christian Ehrhoff. Der Deutsche kratzt mit 17 Scorerpunkten (6+11) an den Top 10 der punktbesten Verteidiger der ganzen Liga. Auch seine Plus-Minus-Bilanz ist top (+11). Auch Dennis Seidenberg (11 Scorerpunkte, 1+10) setzt seine konstant gute Saison bei den Florida Panthers fort. Auf  Ehrhoff und Seidenberg darf sich Uwe Krupp bei Olympia richtig freuen. Christoph Schubert hat sein erstes Tor für die Thrashers erzielt und ist ein fester Bestandteil seines Teams. Marco Sturm steht inzwischen bei 12 Scorerpunkten (6+6), alles sehr ordentlich, aber auch nicht überragend. Sturms Highlight war ein Shorthander in St. Louis. Jochen Hecht hat in Buffalo weiter eine Checking-Rolle inne, tritt aber zunehmend auch offensiv in Erscheinung (7 Scorerpunkte, 4+3). Während Marcel Goc in Nashville im November seine ersten beiden Saisontore machte, pendelt Alex Sulzer weiter zwischen Tribüne und Farmteam - er muss auf seine Chance warten. Auch bei Thomas Greiss gibt es nichts Neues. Alle Jubeljahre erhält Stammgoalie Jewgeni Nabokow mal eine Pause - dann darf er ran, sonst nicht.

Wer ist verletzt? Kurz ein Überblick über die wichtigsten Ausfälle. Die Caps bangen um Alex Owetschkin, der sich am Knie verletzt hat. Schlecht für Washington: Alexander Semin (Handgelenk) fällt bereits aus. Ganz schlimm hat es die Edmonton Oilers erwischt - eine Verletzung jagt die nächste. Für Ales Hemsky (Schulter) ist die Saison sogar gelaufen. Auch bei den Red Wings (Niklas Kronwall) und den Kings (Ryan Smith) sind Leistungsträger aktuell nicht mit an Bord. Minnesota muss auf die Dienste von Martin Havlat verzichten. Wobei das angesichts der Katastrophen-Saison, die der so begabte Slowake bis zur Verletzung gespielt hatte, auch nicht so tragisch ist.

Wer sind die Stats-Leader? Joe Thornton (Sharks/7+30) und Marian Gaborik (Rangers/21+16) führen die NHL mit 37 Scorerpunkten an, gefolgt von Sidney Crosby (17+16) und Kings-Center Anze Kopitar (14+19) mit jeweils 33 Scorerpunkten. Topscorer bei den Verteidigern sind Tomas Kaberle (Toronto) und Mike Green (Washington) mit je 25 Scorerpunkten. Bei den Goalies top: Jewgeni Nabokow (San Jose/16 Siege) und Marc-Andre Fleury (Pittsburgh/16 Siege) bzw. Ryan Miller (Buffalo/1.84 GAA, 93,7 Prozent Fangquote).

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