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NFL Draft 2019 - Tag 1: Arizona Cardinals ziehen Kyler Murray, was wird aus Josh Rosen?

Kyler Murray (M.) war der erste Pick im NFL Draft 2019.

Die 1. Runde im NFL Draft 2019 ist Geschichte und brachte durchaus ein paar Überraschungen hervor. Die größten: Josh Rosen ist noch Spieler der Arizona Cardinals und ein eigentlich sicherer Erstrundenpick in Drew Lock noch zu haben. Wie geht es weiter für die Quarterbacks und was erwartet uns an Tag 2?

NFL Draft: Cardinals ziehen Kyler Murray mit dem ersten Pick

Erstaunlicherweise leakte keine Information im Vorfeld, sodass alle tatsächlich bis zur Verkündung von Commissioner Roger Goodell warten mussten. Doch dann war es soweit: "Mit dem ersten Pick im NFL Draft 2019 wählen die Arizona Cardinals Kyler Murray, Quarterback, Oklahoma."

Damit einher ging natürlich dann sofort die Frage: Was ist mit Josh Rosen? Haben sie schon einen Deal für ihn? Wer ist noch im Rennen? Und was bekämen die Cardinals für ihren letztjährigen Erstrundenpick?

Stand jetzt ist Rosen immer noch ein Cardinal, obgleich eigentlich jedem bewusst sein dürfte, dass Murray, der nach eigener Aussage einen engen Draht mit seinem neuen Head Coach Kliff Kingsbury habe, seit er 15 Jahre alt war - der QB, nicht der Coach -, in Woche 1 starten wird.

"Es ist etwas, worüber wir seit langer Zeit gesprochen haben", sagte Murray zu seiner Zusammenkunft mit Kingsbury. "Gottes Wege sind unergründlich. Es ist ein surreales Gefühl, jetzt für ihn zu spielen."

New York Giants: Verblüffende Picks in Runde 1 des Drafts

Sowohl der Autor dieses Texts als auch Kollege Adrian Franke haben sich bereits zuvor über die aktuelle Lage sowie die einzelnen Schritte der New York Giants in den letzten paar Jahren unter der Regie von General Manager Dave Gettleman ausgelassen. Das Fazit: Diese Franchise ist ein einziger Zirkus ohne erkennbaren Plan.

Dieser Eindruck bestätigte sich nun auch im Draft. Mit dem sechsten Pick zogen die "G-Men" Daniel Jones von Duke. Daniel Jones? Laut Franke der sechstbeste Quarterback in dieser Draftklasse. Die Giants zogen ihn - sicherlich ohne Not - an 6, obwohl dort allen voran Top-Edge-Rusher Josh Allen noch zu haben war. Und wenn sie so scharf auf Jones waren, hätten sie ihn sicherlich auch noch an Position 17 bekommen, denn dem Vernehmen nach hatte sonst keiner immenses Interesse am Blue Devil.

An 17 dann zogen die Giants mit Dexter Lawrence (Nummer 41 auf dem SPOX Big Board) sicherlich einen imposanten Defensive Tackle, doch auch das erschien eher als Reach. Zumal er wenig für den Pass Rush tun wird. Dass die Giants dann nochmal in die erste Runde hoch tradeten, um Cornerback Deandre Baker zu holen, war dann interessant, aber vielleicht auch nicht allzu nötig, wenn man bedenkt, dass in Runde 1 mit diesem Pick erst ein Cornerback gezogen wurde und New York bereits mit Pick 37 wieder am Start gewesen wäre.

Am Ende bleibt also bei "Big Blue" wieder mal nur Kopfschütteln nach Runde 1. Und wenn sie nicht hoch traden, kommen sie auch erst wieder mit Pick 95 zum Zug. Mal sehen, was Gettleman dann aus dem Hut zaubert.

Arizona Cardinals: Der Markt für Josh Rosen

Doch zurück zur anderen verblüffenden Baustelle. Wer hätte gedacht, dass Rosen am Ende von Tag 1 noch ein Cardinal ist - unter der Voraussetzung, dass Kingsbury tatsächlich Kyler pickt? Nicht viele jedenfalls. Doch genau das ist der Fall. Nach menschlichem Ermessen scheint das falsch zu sein, denn niemand zieht zwei QBs nacheinander in der ersten Runde in aufeinanderfolgenden Drafts und darf sich als konzeptionell sonderlich planvoll bezeichnen.

Ein Grund, warum Rosen noch da ist, könnte der Preis sein, den die Cardinals Medienberichten zufolge aufgerufen haben. Da war von einem Pick in der ersten Hälfte von Runde 1 die Rede. Offensichtlich kam es nicht dazu.

GM Steve Keim kommentierte die Lage so: "Unterm Strich ist Josh ein wirklich guter Footballspieler. Wir werden gute Footballspieler nicht einfach ziehen lassen." Keim ergänzte: "Ich denke, dass wir alle im Hinterkopf behalten müssen - wir haben da Nachforschungen angestellt -, dass in den letzten drei Jahren 19 Starting Quarterbacks wenigstens drei Spiele verpasst haben. OK? Und von diesen 19 Startern haben 14 von deren Teams die Playoffs verpasst." Keim zog daraus den Schluss, dass es wichtig sei, einen guten Backup parat zu haben.

Wahre Worte. Aber in diesem Fall vielleicht auch eher ein Verhandlungstrick.

Um es klar zu sagen: Ihn zu halten macht wenig Sinn. Er ist kein Murray-Klon und Kingsbury wollte Murray, um seinen Air-Raid-Stil zu verwirklichen. Das wiederum ist mit Rosen eher schwierig. Sollte Murray also mal ausfallen, müsste man die Offense umstellen, was man für einen Backup-QB nur ungern tut. Zudem sollte es das Ziel sein, zumindest etwas Value zurückzubekommen, denn andernfalls hätte man den letztjährigen Erstrundenpick in die Tonne getreten.

Angenommen, Keim ist nach wie vor gewillt, Rosen zu verschiffen - und das sollte der Fall sein -, dann scheint der Markt für den jungen QB überschaubar zu sein. Die offensichtlichsten Kandidaten Giants und Washington Redskins, die auch dank der "interessanten" Wahl von Jones an Dwayne Haskins an Position 15 gekommen sind, sind raus.

Was bleibt? Interesse wird den Patriots, Chargers und Dolphins, eventuell noch den Broncos nachgesagt. Die Patriots und Chargers machen hier am meisten Sinn, denn sie suchen nach einem Backup, der auf Sicht das Ruder an sich reißen kann, wenn die Legenden dieser Teams ihre Karrieren beenden. Die Dolphins sollten interessiert sein, doch das wäre eher kontraproduktiv für die Mission 2019: "Tanking for Tua", weshalb die die Finger still halten werden.

Bleiben die Broncos! Die spannende Frage hier: Gesteht sich Alleinunterhalter John Elway ein, dass sein Trade für Joe Flacco eventuell keine so gute Idee war? Ist zu bezweifeln. Ein Indikator dafür: Sie hatten den zehnten Pick und hätten die Wahl gehabt zwischen allen guten QB-Prospects mit Ausnahme von Murray - nein, Jones gehört wirklich nicht in diese Gruppe! Stattdessen tradeten sie runter. Die Wahl viel auf Tight End Noah Fant, der in erster Linie dabei helfen wird, Flacco besser aussehen zu lassen als er ist. Er liebt es, zum Tight End zu werfen.

Bleiben also vielleicht wirklich nur die Patriots und Chargers, die beide vermutlich noch eine Weile auf ihre Starter setzen werden und daher nicht allzu großen Druck verspüren, einen hohen Preis für Rosen zu zahlen. Obgleich sie ihn durchaus als sicherere Lösung als einen der diesjährigen Quarterbacks einstufen werden.

Ein Darkhorse in diesem Rennen könnten im Übrigen die Packers sein, die Gerüchten zufolge ebenfalls auf Backup-QB-mit-Perspektive-Suche sind.

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