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NFL

Draft Tag 3 Recap: Backup-Quarterbacks, Steals und Value

Der Draft 2019 ist Geschichte! An Tag 3 finden unter anderem die Patriots und die Chargers Quarterbacks. Die Cardinals greifen weiter Value ab, einige Running Backs werden teuer ertradet - und auch Punter, Kicker und Long Snaper gehen vom Board!

Patriots, Chargers, Jaguars - Backup-Quarterbacks gehen weg

Der Eindruck, dass es keine gute Quarterback-Klasse ist, bestätigte sich spätestens an Tag 3 des Drafts. Mit Kyler Murray, Daniel Jones, Dwayne Haskins, Drew Lock und Will Grier waren die für viele Top-5-Kandidaten vom Board, und dahinter sammelte sich vor allem Backup-Material. So gestaltete sich der dritte Tag dann auch.

Cincinnati eröffnete die QB-Picks mit Ryan Finley, einem Quarterback mit gutem Spielverständnis und teilweise tollem Ball-Placement, der aber aufgrund mangelnder Armstärke limitiert ist und mit Pressure konstant große Probleme hat.

Jarrett Stidham wurde im Vorfeld komplett unterschiedlich eingeschätzt - jetzt ist er der neue Backup von Tom Brady. Die Patriots drafteten ihn am Ende der 4. Runde, ich hatte Stidham noch deutlich später auf dem Board. Er hat einige gute Tendenzen mit seinem Release, mit seiner Fußarbeit und er zeigt teilweise tolle Pässe. Doch ist seine Accuracy extrem inkonstant und gegen Pressure - den er bei Auburn zugegebenermaßen häufig hatte - war er eine Katastrophe.

Easton Stick (Chargers) und Clayton Thorson (Eagles) sind beide bestenfalls Backups, vor allem bei Thorson gibt es kaum nennenswertes Upside. Trace McSorley ist ein interessanter Backup-Kandidat für Lamar Jackson in Baltimore, McSorleys beste Qualitäten kommen als Runner.

Spannender ist da Gardner Minshew, der nach Jacksonville geht: Minshew hat teilweise sehr gutes Tape mit schnellen, kompletten Reads, mit großem Spielverständnis und mit fantastischem Ball Placement. Seine Accuracy muss noch konstanter werden, das könnte mit seiner Beinarbeit aber reparierbar sein. Und dann ist er ein potenziell sehr interessanter Quarterback.

Bleibt zu hoffen, dass die Jaguars-Offense unter DeFilippo tatsächlich umgestellt wird - die Jags-Offense der vergangenen Jahre könnte kaum weiter weg sein von dem, was Minshew im College unter Mike Leach gespielt hat.

Zwei Undrafted Free Agents kann man hier ebenfalls rein packen: Tyree Jackson einigte sich direkt nach dem Draft mit den Buffalo Bills, was wie die Faust aufs Auge passt - Jackson ist die noch rohere Version von Bills-QB Josh Allen.

Brett Rypien derweil, der für mich komplett überraschend aus dem Draft gefallen ist, geht nach Denver zu den Broncos, wo ihm hinter Flacco und Drew Lock nur der dritte Platz bleibt. Und selbst der ist mit Hogan und Greyson im Roster nicht garantiert. Vom Tape her war Rypien einer der ausgereiftesten Quarterbacks dieser Klasse - dass hier kein Team zumindest Backup-Value sah, etwa über Thorson oder Easton Stick, überrascht doch sehr.

Zwei Receiver-Steals für Chicago

Die Chicago Bears hatten nicht viele Picks in diesem Draft, unter anderem bedingt durch den Khalil-Mack-Trade. Insbesondere vor diesem Hintergrund war mir der Trade nach oben für Running Back David Montgomery zu teuer - den Value holten die Bears aber auf der Receiver-Position wieder rein.

Georgias Riley Ridley ist der vielleicht beste Route Runner in dieser Klasse, Chicago bekam ihn Mitte der vierten Runde. Mitch Trubisky ist immer noch wacklig was seine Reads und seine Accuracy angeht, ein Receiver wie Ridley, der einfach häufig offen sein wird, hat da immensen Wert. Als UDFA schnappten sich die Bears dann außerdem Emanuel Hall, einen der gefährlichsten Deep-Receiver im Draft.

Arizona Cardinals picken weiter Value

Was sich an Tag 2 mit Byron Murphy, Andy Isabella und Zach Allen bereits angedeutet hatte, setzte sich auch am letzten Draft-Tag fort: Die Arizona Cardinals hatten, wenn man die Josh-Rosen-Geschichte ignoriert und sich nur auf den Draft konzentriert, einen sehr guten Draft mit Value-Picks fast an jedem Spot.

Das begann an Tag 3 mit Hakeem Butler in Runde 4, für viele einer der zwei, drei besten Receiver im Draft; ein physischer Downfield-Receiver, der auch im Slot spielen kann, der eine tolle Mischung aus Speed, Größe und Körperkontrolle hat, der produktivste vertikale Receiver in der vergangenen Saison war - und der seine Drops in den Griff bekommen muss.

Alabamas Safety Deionte Thompson (Runde 5) könnte schnell zumindest eine Co-Starter-Rolle ergattern, vermeintliche Knieprobleme ließen ihn offenbar abrutschen. Die Cardinals erklärten nach dem Draft, dass sie keinerlei derartige Probleme festgestellt haben.

Abgerundet wird das Bild mit Speedster-Receiver KeeSean Johnson und Georgia-Center Lamont Gaillard (6. Runde). Gaillard war Arizonas erster O-Line-Pick, ein Interior Lineman, in der vergangenen Saison bei 353 Pass-Blocking-Snaps ganze acht Total QB-Pressures zugelassen hat. Und selbst Mr. Irrelevant - UCLA-Tight-End Caleb Wilson - könnte aufgrund seiner Qualitäten als Receiver eine Chance auf einen Kaderplatz haben.

Draft 2019: Picks, die mir an Tag 3 gefallen haben:

Kelvin Harmon zu den Redskins: Harmon war in meinen Augen ein Top-5-Receiver und ein Kandidat für die ersten beiden Runden in diesem Draft - die NFL sah das ganz offensichtlich deutlich anders. Es dauerte bis spät in die sechste Runde, ehe Harmon vom Board ging. Harmon ist ein physischer Possession-Receiver mit toller Körperkontrolle und sehr guten Händen, der sich nicht gut vom Gegenspieler lösen kann, dennoch aber immer wieder gewinnt. Könnte super zur West Coast Offense in Washington und zu Dwayne Haskins passen.

Chauncey Gardner-Johnson zu den Saints: Soll einige Team-Interviews in den Sand gesetzt haben, was sein Abrutschen erklären würde. Sportlich ist Gardner-Johnson einer der besten Safeties dieser Klasse, ein Safety-Typ wie Derwin James oder Tyrann Mathieu, der flexibel eingesetzt werden kann, ideal aber rund um die Box zuhause ist. Gibt der Saints-Defense nochmal eine Dimension, die New Orleans bisher nicht hatte.

Julian Love und Darius Slayton zu den Giants: Dass die Giants an 6 Daniel Jones und an 17 einen Nose Tackle genommen haben, kann ich immer noch nicht wirklich glauben. Seither aber wurde es deutlich besser, mit DeAndre Baker und Oshane Ximines, und an Tag 3 legte New York nach: Julian Love ist ein toller, explosiver Cornerback mit super Instinkten, der direkt im Slot starten könnte. Fünftrunden-Receiver Darius Slayton gibt den Giants potenziell den vertikalen Field-Stretcher, der ihnen dringend noch gefehlt hat.

Blake Cashman zu den Jets: Mein Nummer-3-Linebacker, den ich in der dritten Runde verortet hatte, fiel bis in Runde 5 - wo die Jets schließlich zuschlugen. Hat Athletik und Agilität, kann covern, ist ein gefährlicher Blitzer und gilt als High Character Guy - Cashman ist etwas Undersized, aber er hat das Potential, ein 3-Down-Backer in der NFL zu werden. Großartiger Value-Pick hier.

Ben Burr-Kirven zu den Seahawks: In einer sehr durchwachsenen Linebacker-Klasse hat mir persönlich kein Tape mehr Spaß gemacht als das von Burr-Kirven. Ein unheimlich explosiver, spielintelligenter Linebacker, der covern kann - notfalls auch im Slot - und der permanent in Ballnähe auftaucht. Er ist klein, aber er passt in die Seahawks-Defense und sollte dort schnell eine Rolle finden.

Amani Oruwariye zu den Lions: Oruwariye bringt die Mischung aus Größe, Speed und Physis mit, die Belichick - und damit auch Matt Patricia - gerne sehen. Kann ein Press-Corner werden, attackiert Routes in Zone Coverage und ist ein guter Run-Defender. Oruwariye ist nicht der agilste Corner, was man bei seinem Backpedal immer wieder sieht, und deshalb wird er gelegentlich überlaufen; in Runde 5 war das dennoch ein sehr guter Pick für Detroit, Oruwariye hat Starter-Potenzial auf deiner Premium-Position.

Mack Wilson zu den Browns: Die Linebacker-Reihenfolge war letztlich etwas merkwürdig, was dafür sorgte, dass Mack Wilson Mitte der fünften Runde noch auf dem Board war. Dort beendeten die Browns schließlich seinen Slide, Wilson ist ein rundum solider Linebacker mit guter Coverage und Qualitäten als Blitzer. Für mich war er der viertbeste Linebacker im Draft.

Darwin Thompson zu den Chiefs: Tolles Tape und ein toller Pick in Runde 6. Thompson ist wahnsinnig agil und extrem schwer zu Boden zu bringen, er hat schnelle Füße, er kann mit Power laufen und er ist ein sehr guter Receiver. Er passt perfekt in die Chiefs-Offense und im besten Fall traue ich ihm eine Rolle ähnlich der von Kareem Hunt zu. Zusätzlich haben sich die Chiefs James Williams als UDFA geholt, für mich der beste Receiving-Back im diesjährigen Draft.

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