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NFL

Draft: Nick Bosa oder Quinnen Williams - wer ist das bessere Prospect?

Nick Bosa und Quinnen Williams gelten als die beiden besten Prospects im diesjährigen Draft.

Sie gelten gemeinhin als die beiden besten Spieler im diesjährigen Draft - Edge-Rusher Nick Bosa und Defensive Tackle Quinnen Williams. Doch was zeichnet die beiden Top-Prospects eigentlich aus? Und welcher der beiden könnte in der NFL der bessere Spieler werden?

Bevor der Hype um Kyler Murray so richtig Fahrt aufnahm, bevor die Verbindung von Kyler Murray zu Cardinals-Coach Kliff Kingsbury die Medienlandschaft diktierte und Arizona, Inhaber des Nummer-1-Picks im Draft, den Gerüchten immer wieder Nahrung gab, war sich die Football-Welt ziemlich einig: Nick Bosa würde der Nummer-1-Pick im Draft sein.

Bosa hatte in ersten Ansätzen schon 2016 und dann nochmal eindrucksvoller 2017, damals noch in einer Rotationsrolle, immenses Potential angedeutet, und sein Start in die 2018er Spielzeit ließ auf eine große Saison hoffen: Sechs Tackles for Loss, vier Sacks und ein Forced Fumble hatte Bosa nach drei Spielen auf dem Konto - als die Saison für ihn zu einem jähen Ende kam.

Ende September wurde bekannt, dass sich Bosa einer Operation an der Rumpfmuskulatur unterziehen wird. Nach einem Kreuzbandriss, der seine letzte High-School-Saison vorzeitig beendet hatte, war es für Bosa der zweite schwere Eingriff innerhalb weniger Jahre und so fasste er einen Entschluss: Am 16. Oktober verkündete Bosa, dass er nicht mehr für Ohio State spielen und sich stattdessen auf die Reha und dann den Draft-Prozess konzentrieren würde.

"Ich weiß, dass das eine sehr schwere und emotionale Entscheidung für Nick und seine Familie war", erklärte Ohio-State-Coach Urban Meyer anschließend, "und ich wünsche ihm, dass er zu 100 Prozent gesund und bereit für sein nächstes Kapitel sein wird. Ich möchte ihm danken für den großartigen Einsatz, den er für dieses Programm gezeigt hat. Er ist ein erstklassiger junger Mann und es war uns eine Ehre, ihn zu coachen."

Draft: Nick Bosa - was macht ihn so stark?

Mindestens zwölf Wochen hätte die Reha-Zeit betragen, die Bosa-Familie sah das Risiko, seine Draft-Aktien bei einer zu frühen Rückkehr ernsthaft zu gefährden, als zu groß an. Stattdessen ließ sich Bosa, jetzt nicht mehr Teil des Football-Teams, von eigenen Ärzten behandeln, trainierte nach strengem Reha-Plan und konnte in vollem Umfang bei der Combine Ende Februar teilnehmen.

Der alljährliche Quarterback-Wahnsinn könnte dennoch dafür sorgen, dass Bosa letztlich erst an Position zwei vom Board geht - dass er am Ende aus der Top-3 rausfällt, scheint kaum vorstellbar. Doch was macht sein Spiel aus? Weshalb wird Bosa gemeinhin als dieses Slam-Dunk-Prospect betrachtet?

Bosa hat zwei Qualitäten, die ihn definieren und die ihn zu einem der besten Prospects in der diesjährigen Draft-Klasse machen: Technik und Power.

Ein zentraler Part seines Spiels ist dabei die sogenannte "Speed-to-Power"-Umwandlung. Gemeint ist, dass Bosa vom Snap weg eine gute Geschwindigkeit hat, damit alleine in der NFL aber nicht gewinnen wird - er ist nicht Von Miller, kein "Edge-Bender", der mit unheimlichem Speed und in engem Winkel um den Offensive Tackle herumkommt.

Was Bosas Spiel auszeichnet, ist, dass er wie hier zu sehen einen Tackle mit seinem Get-Off dazu bringen kann, sich ein wenig zu öffnen und ihn dann mit seiner Power attackiert. Bosa hat ein niedriges Pad-Level und die notwendige Agilität, dass er mühelos jede Menge Power aufbauen und dann nach innen attackieren kann.

Bosa kann seine Hüften schnell in eine andere Richtung bewegen, ohne dass er dabei signifikant an Geschwindigkeit verliert, während er gleichzeitig aus den Beinen Power aufbaut.

Das kombiniert er - und das ist der "Technik"-Part - mit einerseits wahnsinnig guten Händen und andererseits mit einer Vielzahl an Pass-Rush-Moves.

Teilweise gewinnt er einfach, weil er mit seinen Händen viel zu schnell für den Tackle ist und sich so blitzartig an ihm vorbei arbeiten kann.

Teilweise gewinnt er auch mit seinen Pass-Rush-Moves, ein Bereich, in dem Bosa vermutlich mit deutlichem Abstand weiter ist als jedes andere Prospect im diesjährigen Draft.

Bosa ist außerdem ein guter Edge-Setter, also ein Spieler, der seine Position in der Run-Defense halten kann, vereinfacht könnte man sagen: Er ist ein wahnsinnig sicheres Prospect. Weil er nicht die Athletik eines Von Miller hat und weil er teilweise aufgrund seiner für die Position kurzen Arme vor Probleme gestellt wird, mag er nicht das absolute Elite-Upside haben. Doch ist umgekehrt die Basis extrem hoch.

Bosa ist als Techniker und was die Nuancen der Position angeht schon viel zu weit und viel zu gut, als dass er in zwei, drei Jahren als Draft-Bust dastehen könnte. Er wird in der NFL schnell Fuß fassen, er wird schnell Sacks liefern und mit seinen Qualitäten kann er den allermeisten Offensive Tackles in der NFL Probleme bereiten.

Wenn er mal Inside rushen durfte, fallen seine Agilität und seine schnelle, gut eingesetzte Arbeit mit den Händen umso mehr auf - gegnerische Guards haben gegen Bosa im Pass-Rush oftmals überhaupt keine Chance.

Nick Bosa Draft Profile

Stärken:

  • Ist technisch unheimlich weit. Bosa setzt seine Hände wahnsinnig gut und effizient ein, er hat auffallend viele verschiedene Pass-Rush-Moves in seinem Repertoire und kann sich konstant schnell von einem Blocker lösen.
  • Niedriges Pad-Level in Kombination mit jeder Menge Kraft aus den Beinen führt zu einer beachtlichen Power beim Kontakt. Bosa nutzt die Kraft, die er hier aufbauen kann, um Blocker nach innen zu schlagen. Bosa nimmt mit den ersten Schritten Geschwindigkeit auf und kann die dann in enorme Kraft umwandeln, was für Offensive Linemen eine große Herausforderung darstellt.
  • Dazu hat Bosa die hierfür notwendige Agilität. Er kann aus seiner tiefen Grundhaltung heraus die Hüften schnell in alle Richtungen bewegen, ohne dass er dafür abbremsen muss.
  • Außerdem ist Bosa ein guter Tackler und ein verlässlicher Run-Verteidiger.

Schwächen:

  • Bosa ist kein athletischer Edge-Bender wie Von Miller, der mit unglaublichem Speed innerhalb kürzester Zeit um den Offensive Tackle herum kommt.
  • Er hat zwar eine gute Beschleunigung vom Snap weg, aber damit alleine wird er in der NFL nicht gewinnen. Bosa muss mit seiner Technik und Power auf dem nächsten Level Erfolg haben.
  • Bosa hat kurze Arme, und manchmal fällt es auf. Athletische Tackles, die ihm hier überlegen sind, können ihn fixieren; hier bleibt Bosa gelegentlich an Gegenspielern hängen. In der Folge hat er doch einige Plays, wo er auf das Play überhaupt keinen Impact hat.
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