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Free Agency Recap: Pats-Ausverkauf - irrer Foles-Deal in Jacksonville

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Mit dem Start des Verhandlungsfensters flogen die Deals und die Millionen nur so durch die Gegend: Nick Foles ist sich mit den Jaguars einig, die Detroit Lions rüsten kräftig auf und die Philadelphia Eagles verstärken sich sinnvoll. SPOX geht im Schnelldurchlauf durch die ersten großen Entscheidungen.

Anmerkung: Alle hier aufgeführten Deals - sofern der Spieler nicht von seinem ehemaligen Team entlassen oder getradet wurde - sind unter Vorbehalt. Auch wenn sich Spieler- und Team-Seite verständigt und beide dem Deal zugestimmt haben, so dürfen die Free Agents erst mit dem Start des neuen Ligajahres am Mittwochabend ihre Verträge tatsächlich auch unterschreiben.

Free Agency: Collins, Foles und Co. - verrückte Deals!

Free Agency ist Jahr für Jahr von teuren Deals geprägt, die deutlich über den Wert eines Spielers hinausgehen - aber erklärbar sind, weil man sich plötzlich gegen andere Interessenten durchsetzen muss. Doch in diesem Jahr sprengte das in einigen Fällen nochmals die im Vorfeld vermutete Skala; insbesondere mit Blick auf einige Positionen, Spieler und Spielertypen, die teilweise deutlich über dem erwarteten Preis bezahlt wurden.

Nick Foles zu den Jaguars: Dass Foles nach Jacksonville gehen würde war schon seit Wochen ein offenes Geheimnis, und dass er knapp über 20 Millionen Dollar im Jahr kassieren würde, kam ebenfalls wenig überraschend. 88 Millionen über vier Jahre, aus denen via Boni-Zahlungen bis zu 102 Millionen Dollar werden können, sowie vor allem über 50 Millionen Dollar an Garantien aber kamen dann doch als Schocker. NFL-Network-Insider Mike Garafolo berichtete, dass die Jags auch deshalb so tief in die Tasche griffen - obwohl es wohl keine ernsthaften Konkurrenten gab -, weil sie Foles damit die notwendige Autorität verleihen wollten. Eine fragwürdige Grundlage.

Landon Collins zu den Redskins: Bis der Foles-Deal bekannt wurde, war das das wohl größte Ausrufezeichen. Sechs Jahre und 84 Millionen Dollar sind auf fast jeder Position eine Hausnummer; Collins wird damit nicht nur der bestbezahlte Safety, er wird es zudem als Box-Safety. Der Ex-Giant, der in der NFC East bleibt, hat seine Stärken in der Nähe der Line of Scrimmage und in der Run-Defense, in Coverage ist er am ehesten anfällig. Das macht den Deal so überraschend, bei allen Leader-Qualitäten, die Collins zusätzlich mitbringt.

Kwon Alexander zu den 49ers: Mit seinem unerwartet hohen Vertrag in San Francisco wurde Alexander zum bestbezahlten Linebacker der NFL - zumindest bis C.J. Mosley seinen Vertrag erhält. Dennoch war damit kaum zu rechnen: Alexander hat ohne Fragen Schwächen in Coverage und als Tackler; dass er den Linebacker-Markt neu ausrichten würde, war so nicht zu erwarten. In jedem Fall gibt Alexander, der von einem im Oktober erlittenen Kreuzbandriss zurückkehrt, den 49ers gemeinsam mit Fred Warner ein junges, explosives Linebacker-Duo.

Trent Brown zu den Raiders: Es war der erste große Deal des Abends, die Raiders machen Brown zum bestbezahlten Offensive Tackle der NFL. Im Vergleich zu dem, was in den Stunden danach passierte, verblasst der Deal ein wenig; umso mehr aufgrund der Struktur: Die Garantien über 37,75 Millionen Dollar sind über die ersten beiden Jahre fällig, danach könnten ihn die Raiders ohne Dead Cap entlassen. Brown profitierte ohne Frage von Scheme, Coaching und von Brady in New England, doch ist er erst 25 Jahre alt und hat positive Tendenzen in Protection gezeigt und ist ein guter Run-Blocker.

Flowers, Coleman, Amendola - Lions rüsten auf

Das aktivste Team zum Start der Verhandlungsphase waren die Detroit Lions, die sich mit gleich zwei begehrten Spielern einigten: Mit Justin Coleman - Slot-Cornerback der Seahawks und einer der besseren seines Fachs in der vergangenen Saison ligaweit - und Trey Flowers - der variable D-Liner der Patriots war der vielleicht beste Free Agent überhaupt auf dem Markt - schließen die Lions zwei Baustellen nicht nur, sie machen aus ihnen potentielle Stärken.

Beide haben zudem eine Patriots-Vergangenheit, und insbesondere Flowers hat mehrere Jahre unter Lions-Coach Matt Patricia in der Pats-Defense gespielt.

Obendrauf gab es noch Danny Amendola, einen weiteren Spieler mit Patriots-Verbindung. Die Miami Dolphins hatten den Receiver zuvor entlassen, New England war wohl selbst ernsthaft an einer Rückkehr interessiert - die Lions aber legten ein Angebot auf den Tisch (1 Jahr, knapp 6 Millionen Dollar), bei dem die Patriots wohl nicht mitgehen wollten. Eine weitere Baustelle adressierte Detroit mit der Verpflichtung von Ex-Steelers-Tight-End Jesse James.

Malik Jackson und DeSean-Jackson-Rückkehr: Eagles stark

Die Eagles haben ganz ohne Free Agency Verhandlungsfenster zwei sinnvolle Verpflichtungen getätigt: Der in Jacksonville entlassene Malik Jackson unterschrieb für drei Jahre und ist gewissermaßen, wenn auch was die Flexibilität angeht limitierter, der Ersatz für Michael Bennett - mit Jackson, Fletcher Cox, Brandon Graham und Derek Barnett gehen die Eagles mal wieder mit einer der gefährlichsten Front Fours in der gesamten NFL an den Start.

Und auch die zweite wichtigste Baustelle adressierte Philly, ohne die Compensatory-Formel zu belasten: Die Eagles einigten sich mit den Tampa Bay Buccaneers auf einen Trade von Wide Receiver DeSean Jackson, der andernfalls wohl entlassen worden wäre.

Ein Sechstrunden-Pick 2019 sowie ein Siebtrunden-Pick 2020 reichten, um der Offense die vertikale, explosive Präsenz zu geben, die ihr merklich fehlte. Jackson, der in Tampa noch für ein Jahr unter Vertrag stand, erhielt im Zuge des Trades zudem einen neuen, umstrukturierten Deal über drei Jahre und 27 Millionen Dollar. Davon sind 13 Millionen garantiert.

Kansas City Chiefs einigen sich mit Tyrann Mathieu

In Kansas City ist die Devise klar: Die Defense auf ein zumindest solides Level bringen, damit die Offense nicht so häufig Shootouts gewinnen muss - und dabei gilt es auch, das Fenster auszunutzen, in dem Patrick Mahomes noch günstig ist. Eine zentrale Baustelle? Die Secondary! Die adressiert KC offenbar prominent: Tyrann Mathieu, den die Texans gerne gehalten hätten, hat einem Dreijahresvertrag über 42 Millionen Dollar zugestimmt.

Der Run auf die Slot-Receiver beginnt

Wer einen Outside Receiver sucht, sollte in diesem Jahr lieber Richtung Draft schauen. Im Slot aber ist die diesjährige Free-Agency-Klasse durchaus stark besetzt, und zwei Kandidaten sind bereits vom Markt:

Jamison Crowder zu den Jets: Bei all den teuren Deals blieb dieser Vertrag positiv in Erinnerung. Crowder hatte letztes Jahr mit Verletzungen zu kämpfen, war vorher allerdings einer der verlässlichsten, konstantesten und auch explosivsten Slot-Receiver der Liga. Crowder wird Darnold sofort weiterhelfen.

Adam Humphries zu den Titans: Gibt Tennessee eine sehr gute Waffe für das Underneath-Passing-Game, die Marcus Mariota jetzt auch nutzen muss. Allerdings fehlt es Tennessee noch immer an Outside-Explosivität; hier müssen die Titans nach wie vor nachrüsten.

Randall Cobb, Cole Beasley, Golden Tate - hier hat der Markt noch einige interessante namen zu bieten.

NFL Free Agency Start: Die größten Deals des Tages:

Name, Position, Ex-TeamNeues TeamVertrag
Trent Brown, OT, New England PatriotsOakland Raiders4 Jahre, 66 Mio. Dollar, 36,75 Mio. garantiert
Landon Collins, SS, New York GiantsWashington Redskins6 Jahre, 84 Mio. Dollar, 45 Mio. garantiert
Trey Flowers, DE, New England PatriotsDetroit Lions5 Jahre
Kwon Alexander, LB, Tampa Bay BuccaneersSan Francisco 49ers4 Jahre, 54 Mio. Dollar, 27 Mio. garantiert
Adam Humphries, WR, Tampa Bay BuccaneersTennessee Titans4 Jahre, 36 Mio.
Nick Foles, QB, Philadelphia EaglesJacksonville Jaguars4 Jahre, 88 Mio. Dollar, 50,1 Mio. garantiert
Jamison Crowder, WR, Washington RedskinsNew York Jets3 Jahre, 28,5 Mio. Dollar, 17 Mio. garantiert
Kenny Vaccaro, SS, Tennessee TitansTennessee Titans4 Jahre, 26 Mio. Dollar, 11,5 Mio. garantiert
Justin Coleman, CB, Seattle SeahawksDetroit Lions4 Jahre, 36 Mio. Dollar
Malik Jackson, DT, Jacksonville JaguarsPhiladelphia Eagles3 Jahre, 30 Mio. Dollar
Danny Amendola, WR, Miami DolphinsDetroit Lions1 Jahr, 5,75 Mio. Dollar, 4,5 Mio. garantiert
Tyler Kroft, TE, Cincinnati BengalsBuffalo Bills3 Jahre, 18,75 Mio. Dollar
Frank Gore, RB, Miami DolphinsBuffalo Bills1 Jahr, 2 Mio. Dollar
Buster Skrine, CB, New York JetsChicago Bears3 Jahre, 16,5 Mio. Dollar, 8,5 Mio. garantiert
Tyrann Mathieu, S, Houston TexansKansas City Chiefs3 Jahre, 42 Mio. Dollar
Devin Funchess, WR, Carolina PanthersIndianapolis Colts1 Jahr, 13 Mio. Dollar

Free Agency Ausblick: Was kommt noch?

Die erste Welle war schon ereignisreich, doch noch ist jede Menge Qualität auf dem Markt - und nicht selten werden die Verträge mit der Zeit nicht nur günstiger, sondern auch aus Team-Sicht effizienter.

Einige Namen, die noch auf dem Markt sind, im Überblick:

  • Earl Thomas, FS, Seattle Seahawks
  • Ndamukong Suh, DT, Los Angeles Rams
  • Golden Tate, WR, Philadelphia Eagles
  • Randall Cobb, WR, Green Bay Packers
  • John Brown, WR, Baltimore Ravens
  • Lamarcus Joyner, FS, Los Angeles Rams
  • Tevin Coleman, RB, Atlanta Falcons
  • Rodger Saffold, OG, Los Angeles Rams
  • Cameron Wake, DE, Miami Dolphins
  • Sheldon Richardson, DT, Minnesota Vikings
  • C.J. Mosley, ILB, Baltimore Ravens
  • Anthony Barr, LB, Minnesota Vikings
  • K.J. Wright, LB, Seattle Seahawks
  • Teddy Bridgewater, QB, New Orleans Saints
  • Adrian Amos, S, Chicago Bears
  • Mark Ingram, RB, New Orleans Saints
  • Le'Veon Bell, RB, Pittsburgh Steelers
  • Justin Houston, OLB, Kansas City Chiefs
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