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NFL Wild Card Round - Stimmen: "Eines der schlimmsten Gefühle der Welt“

Von SPOX
Cody Parkey hatte während der Regular Season 10 Kicks daneben gesetzt.

Das dramatische Finale des letzten Wild-Card-Spiels am späten Sonntagabend hat in Cody Parkey einen tragischen Helden hervorgebracht. Der Kicker der Chicago Bears verpasste es, einen Game Winner zu landen, weil sein Kick stattdessen von einem Goal Post und dem Querbalken zurück ins Feld geprallt ist. Ein Moment, der den Traum vieler Herzen platzen ließ und einige emotionale Reaktionen hervorrief.

"Ich fühle mich schrecklich", äußerte sich ein aufgebrachter Parkey nach der 15:16-Niederlage gegen die Eagles gegenüber den Journalisten. "Ich habe keine Antwort. Ich dachte, ich hätte den Ball gut getroffen."

Parkeys Fehlversuch beendete die Saison der Bears auf dramatische Art und Weise. Der Kicker der Bears hatte zuvor allerdings keineswegs eine schlechte Leistung gezeigt. Er traf alle drei seiner vorherigen Versuche und brachte Chicago so zwischenzeitlich in Führung. Dennoch war er untröstlich.

"Es ist eines der schlimmsten Gefühle der Welt, zu wissen, dass man sein Team im Stich gelassen hat. Aber ich muss die Dinge jetzt in Perspektive setzen. Ich lege mich mit dem Gewissen schlafen, dass ich alles gegeben und versucht habe, zu treffen, aber der Ball aus welchen Gründen auch immer den Goal Post und die Querstange getroffen hat."

Parkey von Bears-Fans ausgebuht

Wenig Verständnis für den Kicker hatten hingegen viele Fans der schon lange nach Erfolg lechzenden Franchise. Parkey wurde unter lauten Buhrufen vom Feld begleitet. In den sozialen Medien waren vermehrt vollkommen geschmacklose Kommentare zu vernehmen. Offensive Tackle Charles Leno hatte dafür kein Verständnis:

"Sie sind nicht in unserer Position. Sie haben keine Ahnung, wie schwer das ist. F*ck You!"

Unterstützung erhielt Parkey derweil auch von Guard Kyle Long, der an Parkeys gute Leistung bis zum letzten Kick erinnerte. "Ich habe ihm gesagt, Junge, du hast die Hälfte unserer Punkte erzielt'", so Long. "Ich kann es mir noch nicht einmal vorstellen, durch was er gerade durchgehen muss. Es ist hart. Ich wollte, dass er versteht, dass wir alle gemeinsam hinter ihm stehen. Ich denke, dass jeder von uns das gleiche wie ich getan hat."

Nagy: "So eine Geschichte lässt sich nicht schreiben"

Parkey hatte in dieser Saison schon mit einigen schweren Momenten umzugehen. Im Spiel gegen die Detroit Lions schaffte er es, gleich vier Kicks gegen die Torstangen zu setzen. Daran erinnerte sich auch Head Coach Matt Nagy nach dem Spiel gegen Philadelphia.

"Es ist hart", so Nagy. "Es ist schwer, damit umzugehen. Ich glaube, eine solche Geschichte lässt sich noch nicht einmal schreiben, so wie die Dinge für ihn in diesem Jahr gelaufen sind und wie er sich davon erholt hat. Dass es ihn dann noch einmal so trifft, ist sehr hart."

Bears-Defensive-Lineman Akiem Hicks seinerseits zeigte sich gegenüber den Reportern nach dem Spiel mit einem Lächeln auf dem Gesicht: "Ich bin da etwas eigenartig", sagte Hicks. "Wenn ich traurig bin, lächle ich viel, um den Schmerz für mich zu bekämpfen. Es ist unglücklich, dass unsere Saison auf die Weise zu einem Ende gekommen ist. Aber damit müssen wir nun umgehen. Hätten wir ein anderes Resultat erzielen wollen, dann hätten wir hier und da ein anderes Play machen müssen. Wir müssen es jetzt so hinnehmen. Es wird eine Weile schmerzen, aber dann werden wir ok sein."

Jenkins: "Habe mit einer Menge Trash auf ihn eingeredet"

Aufseiten der Eagles hingegen war die Freude schier grenzenlos. Safety Malcolm Jenkins glaubte sogar, seinen Teil zum spielentscheidenden Missed Kick beigetragen zu haben. "Ich habe davor mit einer Menge Trash auf ihn eingeredet", erklärte Jenkins. "Wenn ich ehrlich bin, hatte ich das Gefühl, dass wir dieses Spiel irgendwie gewinnen werden. Wir wussten das, obwohl wir eine ganze Menge Versuche an der Goal Line gebraucht haben und obwohl wir am Ende noch Big Plays abgegeben haben. Wir haben immer daran geglaubt und es am Ende geschafft."

Komplimente gebührten selbstverständlich Quarterback Nick Foles. Auch ein Jahr nach dem Titelgewinn in Minnesota scheint Foles noch einiges seiner Magie übrig zu haben. "Nick ist einfach Nick", resümierte Head Coach Doug Pederson. "Er bleibt einfach immer ruhig und spielt sehr effizient. Manchmal war es nicht gut anzusehen. Die Turnover in der ersten Halbzeit hätten zu Punkten führen können, aber er ist drangeblieben und hat gute Dinge geleistet."

Foles brachte die Eagles mit einem 2-Yard-Pass bei 4th Down mit 56 Sekunden Restspielzeit auf der Uhr in Führung. Den Plan dazu entwarf man an der Seitenlinie. "Wir haben draußen darüber geredet", sagte Foles über den Touchdown. "Wir wussten, dass sie gerne blitzen, wenn es darauf ankommt. Darum wollten wir unsere Pocket bewegen und einen unserer besten Spieler gegen einen ihrer Spieler im Eins-gegen-Eins gewinnen lassen." Dieser Spieler war Golden Tate.

"Er kam seelenruhig in den Huddle... Ol' cool Nick", erzählte Tate gegenüber den Reportern nach dem Spiel. "Er hat das Play gecalled. Wir haben uns kurz angesehen und das nächste, was passierte, war, dass der Ball auf mich zuflog und ich die Chance hatte, das Play zu machen."

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