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NFL

Wildcard-Playoffs: WAHNSINN! Eagles schlagen Bears unfassbar dramatisch

Die Philadelphia Eagles haben die Bears rausgeworfen - mit einem unfassbaren Finish!

Was für ein unfassbares Finish! Die Chicago Bears scheitern in der Wildcard-Runde an den Philadelphia Eagles - dabei hatten sie nach einem spektakulären Finish den Sieg auf dem Silbertablett! Doch ein irrer Kick befördert den Titelverteidiger in die nächste Runde, wo es jetzt zu den Saints geht.

Alles war angerichtet für eine Last-Minute-Party in Chicago: gerade hatten Foles und die Eagles mal eben gegen die beste Defense der Saison ihren besten Drive dieser Partie aufs Feld gelegt, an dessen Ende Golden Tate zum Touchdown in der Endzone stand - Philly lag eine Minute vor dem Ende, nach verpasster 2-Point-Conversion, mit einem Punkt vorne! Doch Chicago antwortete eindrucksvoll: ein langer Return von Cohen, ein toller Pass von Trubisky auf Robinson - und Chicago war in Field-Goal-Reichweite.

Doch dann nahm das Drama seinen Lauf: Parkey, nach dem die Eagles ihre letzt Timeout fürs Icing verwendet hatten, trat 10 Sekunden vor dem Ende aus 43 Yards erneut an, verzog leicht - und der Ball knallte zunächst gegen die seitliche, und dann gegen die horizontale Torstange, von wo aus er raus sprang! Eine unglaubliche Szene, und für die Eagles das Ticket für die Divisional-Runde.

Dabei hatte die Partie von Anfang an zunächst die erwartet defensive Richtung eingeschlagen. Beide Quarterbacks standen früh unter Druck, auch wenn gerade die Eagles hier ab dem ersten Drive verschiedene Ideen gegen den Pass-Rush hatten. Foles (25/40, 266 YDS, 2 TD, 2 INT) wirkte früh in der Partie auch deutlich sicherer als Trubisky (26/43, 303 YDS, TD), der kurzfristig ohne Tight End Trey Burton auskommen musste. Und doch war es die Bears-Defense, die die Big Plays der ersten Hälfte verzeichnete.

So konnte zunächst Linebacker Roquan Smith mit Explosivität und einem sehr guten Read einen kurzen Pass zu Running Back Wendell Smallwood abfangen, im Gegenzug konnten die Bears via Field Goal ausgleichen. Wenig später war Philly nach einem tollen Catch von Golden Tate in Scoring-Reichweite - Foles' desolater, zu später Pass in die Endzone gegen Pressure aber landete abermals bei den Bears und ging dieses Mal tatsächlich voll auf seine Kappe.

Bears-Offense: Trubisky im Glück

Im Gegenzug hatten die Bears dann mehrfach riesiges Glück: Trubisky hätte gleich zwei Interceptions haben müssen, vor allem eine komplett in die Arme eines Eagles-Verteidigers in die Endzone. Und auch eine kuriose Regel-Szene fiel letztlich zugunsten der Bears aus.

LeBlanc schlug Miller nach einem Pass den Ball spektakulär aus der Hand, das Play sah zunächst wie eine Incompletion aus und der Ball lag auf dem Boden. Ein Ref hob ihn auf, und erst das Replay zeigte: es war ein Catch und Fumble, doch ohne Recovery! Dadurch blieb Chicago im Ballbesitz und die Situation wurde als Incompletion gewertet. Nach all dem Chaos ging Chicago mit der Schlusssekunde der ersten Halbzeit per Field Goal in Führung.

Auch nach der Pause blieb es ein defensiv geprägtes Spiel, zumindest weitestgehend. Mit mehreren Strafen hielt die Bears-Defense zunächst den ersten Eagles-Drive im dritten Viertel am Leben und beförderte Philly dann auch noch in die Red Zone - wo Foles Tight End Dallas Goedert zum Touchdown fand.

In dieser Phase hatte man den Eindruck, dass Philadelphia das Spiel entscheiden könnte. 10:6 in Führung, Chicagos Offense legte das nächste schnelle 3&Out hin und im Gegenzug legte Foles gleich zwei schnelle First-Down-Pässe auf. Doch dann kippte das Spiel erneut - in die andere Richtung. Chicago verkürzte, und plötzlich wachte Trubisky auf.

Chicagos Quarterback, der bis dahin keine gute Partie gespielt hatte, erwischte seine beste Phase dieses Spiels komprimiert in einem Drive: zunächst mit einer Big-Play-Conversion bei Third Down, dann mit einem langen Pass bei einem tollen Play-Design aus einem Fake Screen heraus und schließlich mit dem Touchdown-Pass auf Robinson: Chicago lag plötzlich, auch wenn die 2-Point-Conversion nicht klappte, vorne!

Allein - es sollte nicht reichen. Wenig später brachten Foles und Tate die Eagles wieder in Front, und Parkeys kurioser Fehlschuss besiegelte das Schicksal der Bears.

Bears vs. Eagles - die wichtigsten Statistiken

Chicago Bears - Philadelphia Eagles 15:16 (0:3, 6:0, 0:7, 9:6) BOXSCORE

  • Beide Teams bekamen ihr Run Game überhaupt nicht ins Rollen. Bei den Eagles verzeichnete Sproles die meisten Runs (13) und die meisten Rushing-Yards (21), für Chicago kam Jordan Howard nicht über 35 Yards bei zehn Runs. Der längste Run der Partie kam über Bears-Receiver Taylor Gabriel (21 Yards).
  • Foles hatte in jedem seiner letzten sieben Spiele je mindestens einen Giveaway. Das ist die längste Serie seiner Karriere. Sein Touchdown-Pass im dritten Viertel war allerdings ebenfalls eine historische Marke: Dallas Goedert ist erst der zweite Rookie-Tight-End in der Eagles-Franchise-Geschichte, dem ein Touchdown in einem Playoff-Spiel gelingt. Der andere? Zach Ertz 2013 gegen die Saints.
  • Foles ist außerdem der erste Quarterback aller Zeiten, der in aufeinanderfolgenden Spielzeiten ein Playoff-Spiel gewinnen konnte, obwohl er in beiden Jahren nicht mehr als fünf Regular-Season-Starts verzeichnete.
  • Von wegen offensive Dominanz: in den beiden Sonntags-Wildcard-Duellen gab es kombiniert sieben Field Goals und keinen Touchdown in der ersten Hälfte. Erstmals in der NFL-Postseason-Geschichte fanden an einem Tag mehrere Playoff-Spiele statt und in keinem davon gab es einen Touchdown in der ersten Hälfte.

Der Star des Spiels: Philadelphias Offensive Line

Neben den beiden Quarterbacks - durchaus beide zu drastischen Leistungsschwankungen in der Lage - war klar: dieses Duell wird an der Line of Scrimmage entschieden. Und hier war es die Eagles-Line, die das Spiel gewann: Foles musste nur einen einzigen Sack einstecken, regelmäßig hatte er, auch als Philly mutiger in seinen Protection-Designs wurde, Zeit in der Pocket und gerade Khalil Mack war über weite Strecken der Partie abgemeldet. Ebenfalls herausragend: Bears-Receiver Allen Robinson (10 REC, 143 YDS, TD), der mehrfach Eagles-Verteidiger richtig alt aussehen ließ.

Der Flop des Spiels: Cody Parkey (Bears)

Trubisky hatte bis deutlich in die zweite Hälfte ein schlechtes Spiel, steigerte sich dann aber drastisch. Beide Teams waren im Run Game komplett abgemeldet, doch war das nicht der Grund für die Niederlage. Im Endeffekt - so unfair diese Position ist - hat Chicagos Kicker zum wiederholten Male in diesem Jahr die Torstangen getroffen; in einem Moment, in dem das einfach nicht passieren darf. Ebenfalls ein Problem: die Eagles-Cornerbacks, allen voran Avonte Maddox.

Analyse Bears vs. Eagles: Die Taktiktafel

  • Screens, Pässe zu den Tight Ends zwischen die Coverage-Zonen der Bears, schnelle Pässe, Zone Reads gegen und auch Double Teams für Mack - Philadelphia hatte sich für Chicagos Pass-Rush eine Vielzahl an Antworten überlegt. Die waren auch durchaus effizient, bemerkenswert war aber vor allem, wie gut Philly auch mit der "regulären" 5-Man-Protection standhielt. Chicago schob Mack von links nach rechts und zurück, doch beide Eagles-Tackles hielten insgesamt glänzend stand.
  • Defensiv setzten die Eagles teilweise einen Quarterback-Spy ein, vor allem aber in der ersten Hälfte war auffällig: Philadelphia konnte mit dem 4-Men-Rush viel Druck erzeugen und kam nahezu ohne Blitzing aus.

  • Die Bears auf der anderen Seite merkten mehrfach, dass Eddie Jackson in der Mitte der Secondary fehlte. Jackson, der die ganze Woche über fraglich war, war zwar active - nahm am Spiel aber nicht teil. Mehrfach entstanden so Lücken in der Secondary, die man bei den Bears ansonsten dieses Jahr so kaum einmal gesehen hat.
  • Und Chicagos Offense? Hier dürfte sich Matt Nagy am Montagmorgen mehrfach über sich selbst ärgern. Als die Bears im Laufe des Spiels mutiger und offener in ihren Play-Calls wurden, kamen auch die Big Plays und Chicago konnte die Eagles-Secondary attackieren. Doch dauerte es (zu) lange, ehe die Bears diese klare Schwachstelle des Gegners auch ausnutzten.
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