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NFL

National Championship Game: Alabama Crimson Tide vs. Clemson Tigers 16:44

Die Clemson Tigers sind National Champion 2018 im College Football.

Die Clemson Tigers haben das College Football Playoff National Championship Game gegen die Alabama Crimson Tide im Levi's Stadium von Santa Clara/Kalifornien 44:16 klar gewonnen. Offensiv legte das Team von Head Coach Dabo Swinney eine beeindruckende Effizienz an den Tag, während sich Bama an der Defense der Tigers ein ums andere Mal die Zähne ausbiss. Für Clemson ist es nach 2016 der zweite Erfolg im Playoff.

Alabama hielt deutlich länger den Ball, doch gelang ihnen damit herzlich wenig. In vier Red-Zone-Trips gelang nur ein Touchdown. Clemsons Defense überragte, während sich die Offense von Beginn an unerbittlich und brutal effizient präsentierte.

Nach einem schnellen 3-and-Out erholte sich Clemson schnell und erzielte den ersten Touchdown der Partie durch einen Pick-Six. Tua Tagovailoa verschätzte sich beim Lesen der Defense und warf die Interception zu A.J. Terrell, der Zone anstatt Man coverte und den Ball schließlich über 44 Yards in die Endzone returnierte. Bamas Antwort: Ein 62-Yard-Touchdown-Catch von Jerry Jeudy.

Clemson legte schnurstracks den nächsten Touchdown nach - ein 17-Yard-Lauf von Travis Etienne -, ehe Alabama erneut eine Antwort fand (Hale Hentges 1-Yard-Catch), aber durch einen vergebenen Extra-Punkt nicht zum Ausgleich kam. Nach einem Viertel stand es somit 14:13 für die Sieger der ACC.

Im zweiten Viertel dann zog Clemson die Zügel an und wurde merklich dominanter. Zunächst hielt man die Tide bei einem Field Goal, anschließend gelangen Etienne zwei weitere Touchdowns, während zwischendrin Trayvon Mullen einen Deep Ball von Tagovailoa abfing. Kurz vor der Pause legte schließlich Clemson noch ein Field Goal für eine deutliche 31:16-Pausenführung nach.

Alabama vs. Clemson: Vorentscheidung kurz nach der Pause

Die Vorentscheidung fiel dann im ersten Drive der zweiten Halbzeit. Bama marschierte in 14 Spielzügen über 51 Yards vorwärts, traf dann aber eine folgenschwere Entscheidung: Bei 4th-and-Long versuchte man einen Field-Goal-Fake mit dem Holder als Lead-Blocker und Kicker Mac Jones als Runner. Clemson roch dies von weitem und stoppte den Versuch. Kurz darauf dann fand Trevor Lawrence Justyn Ross für einen 74-Yard-Touchdown-Catch-and-Run. Der Schlüssel: Direkt an der Line verletzte sich Cornerback Saivion Smith in Press Coverage, fiel zu Boden und war aus dem Spiel. Safety Deionte Thompson verpasste den Tackle und Ross hatte freie Bahn bis zur Endzone.

Alabama legte daraufhin einen weiteren guten Drive bis in die Red Zone hin, wurde jedoch beim vierten Versuch gestoppt. Im Gegenzug legte Clemson, auch dank mehrerer Zirkus-Catches an der Seitenlinie, den nächsten Touchdown-Drive hin. Am Ende fand Lawrence mit einem Laser über mehrere Verteidiger Tee Higgins in der Endzone. In der Folge gelang Bama nichts mehr.

Clemson gewann damit wie schon 2016 im Endspiel gegen Alabama und holte sich zum dritten Mal insgesamt (1981) die nationale Meisterschaft im College Football. Für Alabama ist dies die höchste Niederlage unter Head Coach Nick Saban (seit 2007).

National Championship Game - die wichtigsten Statistiken

No.1 Alabama Crimson Tide (14-1) - No.2 Clemson Tigers (15-0) 16:44 (13:14, 3:17, 0:13, 0:0) BOXSCORE

  • Clemson schreibt Geschichte: Erstmals überhaupt in der FBS-Geschichte schaffte es ein Team, 15 Spiele in einer Saison einzufahren. Zudem sind die Tigers das erste Team seit Penn 1897 mit 15 Siegen in einer Saison im College Football.
  • Sinnbild für die unglaubliche Effizienz Clemsons war Running Back Travis Etienne. Der nämlich hatte lediglich 26 Scrimmage-Yards zur Pause, machte daraus aber gleich drei Touchdowns (2 RUSH, 1 REC). Insgesamt hat er nun 26, was ein neuer ACC-Saisonrekord ist.
  • Durch diesen Erfolg baut das Team von Coach Dabo Swinney eine beeindruckende Serie aus: Wenn die Tigers zur Pause mit mindestens 15 Punkten Vorsprung geführt haben, sind sie nun 52-0 in den letzten zehn Jahren. Das sind zudem die meisten Siege ohne Niederlage in dieser Konstellation aller Teams in diesem Zeitraum.

Der Star des Spiels: Trevor Lawrence (Quarterback Clemson)

Der True Freshman zeigte eine fehlerlose, abgeklärte Vorstellung, die man von einem Freshman nicht unbedingt erwarten musste. Lawrence (20/32, 347 YDS, 3 TD) nutzte im Grunde jede sich bietende Chance, gerade in der ersten Halbzeit, um Clemson früh in Führung zu bringen und diese dann sukzessive auszubauen. Er machte zudem einen richtig guten Job beim Lesen der Defense und durchschaute die Blitzes Bamas immer wieder. Ein wichtiger Faktor für Lawrence und Clemsons Erfolg: Die Offensive Line, die Lawrence den Rücken buchstäblich frei hielt. Er kassierte keinen einzigen Sack und wurde von der Defense kaum berührt.

Auch überragend: Die komplette Defense der Tigers, die Bamas imposante Offense gerade in der Red Zone in Schach hielt.

Der Flop des Spiels: Tua Tagovailoa (Quarterback Alabama)

Ein Jahr nach seiner heroischen Leistung im Championship Game gegen Georgia erwischte Tagovailoa (22/34, 295 YDS, 2 TD, 2 INT) dieses Mal keinen guten Tag. Er machte ungeahnte Fehler und kam nie wirklich mit den Blitzes der Tigers klar. Zudem verspekulierte er sich bei beiden Interceptions und sah Man-Coverage, wo Zone gespielt wurde. Insgesamt steht er stellvertretend für eine Offensive, die zwar den Ball bewegte, es aber nicht schaffte, die Punkte zu erzielen.

Analyse Alabama vs. Clemson: Die Taktiktafel

  • Besonders in der ersten Hälfte fiel auf, dass Tagovailoa große Probleme beim Lesen von Clemsons Defense hatte. Direkt bei seinem Pick-Six im ersten Bama-Drive zeigte er sich überrascht vom Blitz durch Isaiah Simmons und erkannte auch nicht, dass Terrell, der den Ball letztlich abfing und ins Haus brachte, gar nicht Man-, sondern Zone-Coverage spielte.
  • Auch bei Tagovailoas zweitem Pick das gleiche Bild: Einmal mehr sah er Man, wo eigentlich Zone gespielt wurde. Zudem überwarf er seinen Receiver um mehrere Yards, sodass Mullen leichtes Spiel hatte.
  • Alabama zeigte bei seinen 4th-Down-Conversions mit jeweils einem Yard zu gehen essenziell denselben Look: Eine Wildcat-Formation mit Josh Jacobs als QB im Backfield. Tagovailoa stand jeweils als Wide Receiver fernab vom Geschehen und Jacobs bekam jedes Mal den Direct Snap und war jedes Mal erfolgreich (3/3).
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