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New England Patriots - Gronkowski: Abschied auf ganz großer Bühne?

Rob Gronkowski könnte im Super Bowl LIII sein letztes Spiel in der NFL bestreiten.

Tight End Rob Gronkowski steht mit den New England Patriots am Sonntag zum vierten Mal im Super Bowl. Dem Vernehmen nach könnte es zugleich sein letztes Spiel in der NFL sein. SPOX blickt zurück auf eine schwierige und ungewöhnliche Saison für den extrovertierten Star und stellt die Frage, was danach kommen könnte. Den Super Bowl gibt's in der Nacht vom 3. auf den 4. Februar ab 0.30 Uhr live auf DAZN - mit Original-Kommentar zur Auswahl!

Vor ziemlich genau einem Jahr war die große Frage rund um Rob Gronkowski, ob er denn bis zum Super Bowl wieder fit werden würde. Er hatte sich im AFC Championship Game gegen die Jacksonville Jaguars nach übler Kollision eine Gehirnerschütterung zugezogen, lange war unklar, wie fit er überhaupt sein kann. Letztlich reichte es für den Tight End - und er erzielte sogar zwei Touchdowns.

Nach der Pleite gegen die Eagles jedoch überraschte "Gronk" damit, dass er Fragen nach seiner Zukunft offen ließ. Gronk, der gerade mal 28 Jahre alt war, dachte offenbar schon seit einer Weile an den Rücktritt. Jener Gronk, der auch schon zahllose Operationen an Rücken, Knie und Arm über sich ergehen ließ und schon sein finales College-Jahr aufgrund einer Rückenverletzung verpasst hatte.

Letztlich aber entschied er sich dann doch dazu, weiterzumachen - aber nur für die Patriots! Letztere hatten in der Offseason den Versuch ünternommen, Gronkowski zu traden, doch dem schob der Koloss einen Riegel vor und erklärte, nur Pässe von Tom Brady fangen zu wollen - "er ist mein Quarterback", hatte Gronkowski erklärt.

Er hat freilich keine No-Trade-Klausel, doch ein angedrohter Rücktritt hatte offenbar denselben Effekt.

Rücktritt? Gronk: "Das Letzte, an das ich denke"

Zwölf Monate später wurde Gronk nun im Rahmen der Opening Night des diesjährigen Super Bowls die gleiche Frage erneut gestellt: Wie geht es weiter? "Das ist gerade das Letzte, an das ich denke", entgegnete Gronkowski und sagte: "Ich liebe es, zu spielen. Nach einer langen Saison und ein paar Wochen nach dem Super Bowl lehnt man sich dann zurück, nimmt sich ein bisschen Zeit für sich und genießt es. Dann überlegt man sich, wie es weiter gehen wird."

Doch im Gegensatz zum Vorjahr haben sich die Umstände ein wenig verändert. Anders als 2017 spielte Gronk 2018 keine sonst so gewohnt überragende Saison. Mitnichten: Er verpasste drei Spiele mit einer nicht spezifizierten Verletzung und war auch in den Partien, in denen er auflief, keineswegs so präsent wie normalerweise.

Gronkowski kam lediglich auf 47 Receptions für 682 Yards (52,5 Yards pro Spiel) und 3 Touchdowns und war damit weit weg von seiner üblichen Production. Man könnte sogar sagen, er spielte die schwächste Saison seiner Karriere.

Das allerdings wäre nur die halbe Wahrheit. Sicher, Gronkowski hatte teilweise Probleme, sich von seinen Gegenspielern zu lösen. Und er war nicht diese nicht zu stoppende Maschine. Aber er litt auch gewaltig darunter, permanent gedoppelt zu werden, weil gerade zu Saisonbeginn mit Julian Edelmans Sperre und vor der Ankunft von Josh Gordon im Grunde niemand sonst da war, den Gegner als Bedrohung im Passspiel ansahen.

Gronkowskis veränderte Rolle in der Patriots Offense

Ebenfalls kontraproduktiv für Gronkowskis übliche Produktion war und ist aber auch seine neue Rolle in der sich stets wandelnden Offensive der Patriots. Spätestens seit der Ankunft von Rookie-Running-Back Sony Michel setzt diese Unit nun noch stärker auf das Laufspiel, auf dem so vieles aufbaut. Gronkowski ist darin ein signifikanter Part, denn er fungiert immer wieder als herausragender Blocker, der Lücken reißt und buchstäblich den Weg freimacht.

Und die Patriots gewannen ihre letzten 17 Regular-Season-Spiele, wenn sie mehr als 97 Rushing-Yards produzierten - und alle elf in dieser Saison inklusive der Playoffs!

Auch in Sachen Pass Protection ist Gronkowski ein großer Faktor und einer der Gründe, warum New England die Liga in der Regular Season in Adjusted Sack Rate (3,8 Prozent) anführt. In den Playoffs kassierte Brady in zwei Spielen keinen einzigen Sack - gegen zwei herausragende Pass-Rush-Teams aus Los Angeles und Kansas City.

Dass Gronkowski aufgrund seiner nicht immer hundertprozentigen Verfassung und der neuen Rolle Leistungsboni in Höhe von 3,3 Millionen Dollar durch die Lappen gingen, scheint ihn dabei nicht zu stören. "Ich fühle mich gut", sagte er im Gespräch mit dem NFL Network. Sein Fokus liegt dabei eindeutig auf dem Teamerfolg: "Wir hatten eine großartige Saison - schauen Sie, wo wir heute stehen. Wir sind da, wo wir sein wollen."

Gronkowski räumte allerdings auch ein: "Es war eine ziemliche Rackerei und wir haben viel Engagement reingesteckt. Das gilt für alle meine Teamkollegen und unsere Coaches." Rein körperlich gehe es ihm jedoch gut.

Gronkowski: Wiederauferstehung im AFC Championship Game

Das wiederum bewies er auch im AFC Championship Game in Kansas City, als er gleich mehrere "Clutch"-Receptions bei 3rd Down sammelte und alle nochmal daran erinnerte, was doch noch in ihm steckt. Er kam auf 6 Catches für 79 Yards. Bemerkenswert aber vor allem war, dass er 11 Targets hatte. So oft hatte ihn Brady in der gesamten Saison noch nicht gesucht.

Für den Super Bowl, das derzeit einzig relevante Thema für Gronk - "wir fahren da nur aus einem Grund hin - um zu gewinnen" -, heißt dies, dass die Rams womöglich mit einem voll funktionsfähigen Gronk rechnen müssen.

Und dennoch kommt die Frage bei ihm immer wieder auf: Was kommt danach? Der Tight End hat noch ein Jahr Vertrag und basierend auf dem, was sich im Vorjahr abspielte, ist es nicht abwegig, dass dies nun das Ende der Reise für Gronkowski und New England sein könnte.

Bei einer Entlassung würde New England knapp 10 Millionen Dollar an Cap Space einsparen, bei 2 Millionen Dollar Dead Money. Glaubt man also, dass Gronkowskis Lifestyle abseits des Platzes - im Vorjahr blieb er den OTAs fern und machte lieber mit Leuten wie Basketball-Superstar Shaquille O'Neal Party - nicht mehr von seinen Leistungen auf Selbigem aufgewogen würde, gäbe es wenig, was die Patriots von einem solchen Schritt abhielte.

Gronkowski auf den Spuren von "The Rock"?

Immer vorausgesetzt, dass Gronkowski nicht einfach von sich aus zurücktritt nach der Tortur, die die NFL für seinen Körper bis hierhin bereits darstellte. Und wenn dieser Tag kommt, dann dürfte es noch lange nicht das Ende sein für die öffentliche Person Rob Gronkowski.

Im Gegenteil! Schon jetzt dürften Hollywood-Produzenten wie Verantwortliche der WWE Schlange stehen, schließlich scheint Gronk der prototypische Star der Entertainment-Branche zu sein. Er gilt als Frauenschwarm, Playboy und hat eine nicht zu verachtende Präsenz vor der Kamera. Zudem lässt er sich effektiv vermarkten, wie seine zahlreichen Werbeengagements schon jetzt beweisen. Von seinen NFL-Millionen hat er bis heute keinen Cent angerührt und lebt eigentlich nur von den Werbeeinnahmen.

Wenn man so will, könnte Gronkowski der nächste Dwayne "The Rock" Johnson werden, nur ohne die Wrestling-Karriere und direkt in Hollywood, wie man so hört. Ganz mit dem Wrestling-Traum abgeschlossen hat Gronkowski aber wohl auch noch nicht. Ebenfalls in der Media Night erklärte er, dass er zwar noch keinen eigenen Wrestling-Move habe, sich den aber vielleicht bald noch ausdenken müsse. Sein Wrestling-GOAT? Stone Cold Steve Austin!

Ob er nun weitermacht, aufhört und dann schauspielert oder Kampfsport imitiert - eines sollte jedoch jetzt schon klar sein: In nicht allzu ferner Zukunft wartet ein goldenes Jacket auf ihn. Rob Gronkowski gilt schon jetzt als einer der größten Tight Ends in der Geschichte dieser Liga.

Ob am Ende mit zwei oder drei Ringen? Das wird am Sonntag geklärt.

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