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NFL: Chiefs vs. Patriots: Die Lehren aus der Vergangenheit

Rob Gronkowski könnte ein wichtiger Faktor für die Patriots gegen die Chiefs werden.

Die Kansas City Chiefs empfangen die New England Patriots im AFC Championship Game (Mo., 0.40 Uhr live auf DAZN - auf Deutsch und mit US-Originalkommentar). Beide Teams trafen bereits früher in der Saison aufeinander. Was hat damals funktioniert, welche Schlüsse lassen sich für das nächste Duell ziehen und was wird anders sein?

Duelle mit den Kansas City Chiefs haben für die Patriots und speziell Quarterback Tom Brady seit jeher eine besondere Bedeutung - auch wenn sie in der Regel schmerzhaft enden.

Die Chiefs waren der Gegner, als sich Brady in Woche 1 der Saison 2008 einen Kreuzbandriss zuzog, der ihn den Rest der Saison kostete. In jüngerer Vergangenheit sticht jedoch das heute rund um die Pats fast legendäre Aufeinandertreffen in Woche 4 der Saison 2014 heraus.

Die Patriots kassierten seinerzeit eine 14:41-Klatsche und Brady zuvorderst spielte erbärmlich. Er warf für ganze 159 Yards und leistete sich zwei Interceptions. Es war so schlecht, dass gegen Ende Rookie-QB Jimmy Garoppolo ran durfte und sogar noch einen Touchdown-Drive hinlegte. Anschließend wurde Head Coach Bill Belichick mit Fragen nach der QB-Position konfrontiert. Seine Antwort war freilich nur ein genervtes Grinsen. Angesprochen auf seine Eindrücke zum Spiel, ließ er dann das berühmte "We're on to Cincinnati" folgen.

Der Rest dieser Geschichte ist bekannt.

Chiefs vs. Patriots: Erstes Duell in Woche 6

Dann war da natürlich das Duell zum Saisonstart der vergangenen Saison, als Titelverteidiger New England die Saisoneröffnung zuhause von KC kräftig verhagelt bekam; 42:27 Chiefs hieß es am Ende.

In Woche 6 dieser Saison kam es erneut zum Duell mit den Chiefs, dieses Mal mit glücklicherem Ende für New England. Mit auslaufender Uhr besiegelte damals Kicker Stephen Gostkowski den 43:40-Heimerfolg mit einem 28-Yard-Field-Goal nach epischem Game-Winning Drive in den Schlussminuten. Das eher antiklimaktische Ende eines spektakulären Shootouts.

Doch was führte zu diesem Ergebnis, das Rückschlüsse aufs anstehende AFC Championship Game zuließe?

Die Patriots hatten in diesem Spiel meist Heavy Sets auf dem Feld, Fullback James Develin sah äußerst viel Einsatzzeit. Dennoch waren die Patriots nicht eindimensional unterwegs. 37 Passspielzüge standen 38 Laufspielzüge gegenüber. Schon damals war Sony Michel der Lead-Rusher (24 CAR, 106 YDS, 2 TD), während James White insgesamt elf Touches bekam (6 CAR, 5 REC).

Gerade in der Red Zone fiel auf, dass New England alle drei damals zur Verfügung stehenden Tight Ends und Develin auf dem Feld hatte, was etwa direkt zu den Michel-Touchdowns führte.

Zudem attackierte Brady immer wieder die äußeren Cornerbacks der Chiefs, was damals mit Josh Gordon als klarer Nummer 1 in dem Bereich des Feldes auch gut funktionierte. Er kam auf 5 Receptions im Spiel bei 9 Targets.

Patriots: Laufspiel als Schlüssel zum Erfolg

Die Chiefs hatten darauf kaum eine Antwort, ebenso wenig auf das Laufspiel New Englands. Außer in der Red Zone ging es auf dem Boden meist Off-Tackle, also weg von Defensive Tackle Chris Jones, der als bester Run-Stuffer der Chiefs identifiziert wurde.

Bei Passspielzügen fand Brady zudem immer wieder die günstigsten Matchups. Edelman etwa schien bei seinem 17-Yard-Touchdown Ende des ersten Viertels entweder von einem Linebacker oder einem Safety im Slot gecovert worden zu sein. Betonung liegt auf "schien", denn letztlich fühlte sich in der Zone keiner zuständig und Edelman hatte freie Bahn bis zur Endzone.

Hatten die Chiefs den Ball, machte New England gerade zu Beginn einen großartigen Job in Sachen Coverage-Verschleierung. Das führte etwa zur ersten Interception von Mahomes, der einfach Dont'a Hightower in der Mitte übersah. Generell zeigten die Patriots sehr häufig Blitz, um dann immer irgendwen anders zu schicken beziehungsweise sich in Coverage fallen zu lassen.

Dass die Chiefs dennoch Erfolg hatten, was die 40 Punkte deutlich untermauert, lag auch am Gegner. Die Patriots hatten häufig Zuordnungsprobleme. Gerade Hill in den Griff zu bekommen, gestaltete sich äußerst schwierig. Er taucht des Öfteren im Slot auf und es fehlte an einer klaren Deckung für ihn. Bei seinem ersten Touchown lief er eine einfache Drag Route und wurde nicht so richtig aufgenommen.

Sein zweiter Touchdown (75 Yards) im vierten Viertel schließlich dürfte bei Belichick für richtig Frust gesorgt haben: Essenziell lief Hill einfach eine lange Sluggo Route (Slant and Go), kein Defensive Back ging mit und so war schließlich Safety Duron Harmon allein auf weiter Flur und sah nur noch die Rücklichter des Cheetahs.

Tom Brady zollt Chiefs Respekt

"Es ist schwer, diese Jungs zu verlangsamen, sie haben das ganze Jahr über schon sehr viele Punkte erzielt", sagte Tom Brady über die Chiefs-Offense: "Sie werden ziemlich schwer zu stoppen sein. Zum Glück hatten wir als letztes den Ball und nutzten das aus", konstatierte Brady nach dem Spiel in Woche 6.

Zudem erzielte Kareem Hunt auch noch einen Touchdown durch einen 67-Yard-Catch-and-Run. Dies war das Resultat einer guten, alten Wheel Route, bei der sich niemand für den Running Back zuständig fühlte. Jason McCourty war als Cornerback auf der Seite, doch in aller Regel ist der nicht für einen Running Back, der im Backfield positiniert ist, zuständig. Und so wurde es letztlich ein Sprintduell mit McCourty, da auch kein Safety im Bild war.

Mahomes warf zudem noch eine Interception in die Endzone. In der Situation wollte er zu viel und warf in Double Coverage. Brady wiederum verlor im dritten Viertel einen Fumble, da er den Ball schlicht länger hielt, als seine Pocket den Pass-Rush aufhalten konnte. Es war ein eindeutiger Coverage-Sack, doch Brady muss in dieser Situation einfach den Ball loswerden.

"Wir werden einiges von diesem Spiel lernen. Wir haben uns am Anfang ein bisschen ins eigene Fleisch geschnitten und das kannst du gegen gute Teams nicht machen", urteilte Andy Reid nach dem ersten Duell mit New England in dieser Saison.

Das war damals. Seither haben sich beide Teams in Schlüsselaspekten verändert.

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