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NFL - Week 16 Samstagsspiele: Ravens-D frustriert die Chargers - Mariota bei Titans-Sieg verletzt

Von SPOX
Lamar Jackson hatte gegen die Los Angeles Chargers sein erstes 200-Passing-Yard-Game.
© getty

Dass viele den Baltimore Ravens in den Playoffs wohl gerne aus dem Weg gehen würden war klar, doch scheint man niemandem den Gefallen machen zu wollen. So zumindest lässt der bärenstarke Auftritt beim Sieg gegen die Los Angeles Chargers schließen. Gewonnen haben am Samstag auch die Tennessee Titans gegen die Washington Redskins. Beim späten Comeback-Erfolg aber verletzte sich Marcus Mariota und könnte nun länger ausfallen.

NFL Week 16 Samstagsspiele

Los Angeles Chargers (11-4) - Baltimore Ravens (9-6)

Ergebnis: 10:22 (0:3, 3:3, 7:10, 0:6) BOXSCORE

  • Die Baltimore Ravens haben im Rennen um die Playoffs einen absoluten Statement-Sieg eingefahren. Getragen von der vermeintlich besten Defense der Liga frustrierte man Philip Rivers und die Chargers und setzt Division-Rivale Pittsburgh nun gehörig unter Druck.

  • Rivers startete in der Vorwoche bei den Kansas City Chiefs mit einer Interception beim ersten Passversuch. Er startete auch gegen die Ravens mit einem Pick beim ersten Passversuch. Bitter, denn der geht auf ihn. Mike Williams hatte Gegenspieler Brandon Carr schon geschlagen, doch war der Pass zu kurz. Williams musste abbremsen und verlor das Duell gegen den Cornerback.

  • Die Aktion war nicht nur aufgrund der verpassten Möglichkeit für L.A. ärgerlich, es spiegelte den Erfolg im Deep-Passing-Game im ersten Durchgang wieder. Hier fanden die Chargers nämlich überhaupt nicht zum Erfolg. Entweder war Baltimores Druck in der Pocket zu groß, die Coverage zu gut oder die Chargers legten sich selbst mit unnötigen Strafen lahm. So stagnierte L.A.'s Offense über große Strecken der ersten Halbzeit.

  • Die Ravens hingegen hatten auf beiden Seiten des Balles Vorteile. Defensiv kontrollierte man das Spiel wie erwähnt. Offensiv war das vielseitige Running-Game für die Chargers nicht in den Griff zu bekommen. Die Option Runs von Lamar Jackson und den Running Backs - in Jackson, Gus Edwards, Kenneth Dixon und Ty Montgomery hatte man vier potenzielle Runner rotierend - führten zu 114 Rushing Yards im ersten Durchgang während die Chargers insgesamt nur auf 74 Yards Total Offense kamen. Jackson überholte in seinem 15. NFL-Spiel kurioserweise Rivers in Sachen Karriere-Rushing-Yards. Und doch konnte Baltimore nicht zufrieden sein.

  • Mit jedem seiner fünf Drives im ersten Durchgang kam man nämlich in die Hälfte der Chargers. Und doch sprangen dabei nur sechs Punkte heraus. Justin Tucker vergab zwei Field-Goal-Versuche aus über 50 Yards. Einen weil er mit seinem Standbein auf dem rutschigen Geläuf den Halt verlor und einen 65-Yard-Versuch mit ablaufender Uhr zur Pause. Auf einen Kick-Versuch verzichtete John Harbaugh stattdessen, weil er ein 4th-and-2 ausspielen wollte, der Passversuch aber scheiterte.

  • Wie teuer das sein kann, zeigte sich gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit. Hier fumblte Dixon kurz vor der Mittellinie und die Chargers nutzten das kurze Feld für einen Touchdown des zurückgekehrten Melvin Gordon. Los Angeles führte erstmals im Spiel, doch nur für kurze Zeit. Jackson (12/22, 204 YDS, TD; 13 CAR, 39 YDS) fand seinen Tight End Mark Andrews mit einem herrlich platzierten Pass. Andrews brach los und lief für 68 Yards in die Endzone.

  • Daraufhin übernahmen die Defenses wieder das Spiel. Während die Ravens aufgrund ihrem limitierten Passing Game nun aber stockten, frustrierte Baltimores Defense L.A. mit schwer vorhersehbaren Blitz-Paketen und herausragenden Open-Field-Tackles. Es war beinahe selbstredend, dass die Entscheidung durch ein defensives Play herbeigeführt wurde.

  • Antonio Gates fing einen Pass von Rivers (23/37, 181 YDS, 2 INT) schon in hervorragender Feldposition. Doch schlug Patrick Onwuasor den Ball frei, kurz bevor Gates mit dem Knie auf dem Boden war. Tavon Young returnierte den Ball über 63 Yards in die Endzone. Im darauffolgenden Drive ging Rivers nochmal volles Risiko und wurde von Marlon Humphrey in der Endzone gepickt, doch hatte das schon keine Auswirkungen mehr.

  • Genauso wenig Auswirkungen hat das Spiel für die Chargers, bis auf die Tatsache, dass man in den Playoffs nun wohl sicher immer Auswärts ran muss. Um das zu verhindern, müssten die Chiefs nun zweimal verlieren und L.A. in der kommenden Woche in Denver gewinnen. Baltimore würde bei einem Sieg der Saints gegen die Steelers seinen verhassten Rivalen dagegen nicht nur im Division-Rennen überholen, sondern ihn auch noch aus dem Playoff-Bild werfen. So oder so müssen die Ravens in der kommenden Woche aber gegen die Browns gewinnen, um sicher in die Playoffs zu gehen.

Tennessee Titans (9-6) - Washington Redskins (7-8)

Ergebnis: 25:16 (6:3, 3:7, 0:3, 16:3) BOXSCORE

  • Die Tennessee Titans haben sich zu einem späten Sieg gegen die Washington Redskins gezittert. Der Comeback-Erfolg alleine aber sorgt noch lange nicht für sorgenfreie Tage in Nashville. Nicht nur müssen die Titans in der kommenden Woche noch gegen die Indianapolis Colts gewinnen, auch Quarterback Marcus Mariota droht nun auszufallen.

  • Josh Johnson bekam bei den Redskins seinen zweiten Start als Quarterback, nachdem er in der Vorwoche beim engen Sieg gegen die Jaguars das zeigte, was Head Coach Jay Gruden sich erhofft hatte: Geringes Risiko im Passing Game und den Einsatz seiner Beine. Johnson leitete einen aggressiven ersten Redskins-Drive mit mehreren Versuchen, nach Play Action Downfield zu gehen, doch ließ er bei seinen Würfen die Genauigkeit vermissen.

  • Die Titans hingegen ließen ihr heißes Pferd arbeiten und das bedeutet aktuell nichts anderes, als den Ball in den Bauch von Derrick Henry zu legen. Henry wusste sich ein ums andere Mal Extra-Yards zu erarbeiten, weil er neben dem Einsatz seiner Physis auch die Beine nach dem ersten Kontakt in Bewegung hielt. Henry schloss den ersten Drive mit seinem achten Touchdown in den letzten vier Spielen ab.

  • Der Gegenseite schien dieser Ansatz so gut zu gefallen, dass man sich selbst von Johnsons Passspiel entfernte. Und das mit beeindruckendem Erfolg. Die Redskins arbeiteten Tennessees Defense nun mit enorm physischem Stil auf und obwohl man sich bei seinem dritten Drive in einer 2nd&27-Situation an der eigenen 2-Yard-Linie befand, schaffte man es, sich durch das Running Game nicht nur daraus zu befreien, sondern auch noch einen Touchdown zu erzielen. Der Drive dauerte nach 17 Plays (davon 10 Runs) über 10:58 Minuten Spielzeit an und war der zweitlängste der gesamten Saison.

  • Für Tennessee blieb nicht mehr viel Zeit um eine Antwort in der ersten Halbzeit zu geben, doch dirigierte Mariota (10/13, 110 YDS) einen herrlichen Drive, der die Titans in Washingtons Redzone positioniert sah. Dann allerdings brach Jonathan Allen durch und riss den hawaiianischen Playcaller so zu Boden, dass dieser mit seinem gesamten Körpergewicht auf dem Ellbogen landete. Mariota verließ das Spielfeld und sollte das gesamte Spiel nicht mehr zurückkehren.

  • Im zweiten Durchgang musste Backup Blaine Gabbert (7/11, 101 YDS, TD) also ran und folglich stieg ein Duell zweier Backup-Quarterbacks, in dem beide mehrere wirklich gute Aktionen hatten. Johnson traf gute Entscheidungen, machte die richtigen Reads und lief wenn er die Chance sah. Gabbert hatte einige tolle Würfe und brachte die Titans kurz vor Ende des Spiels mit einem Play-Action-Pass von kurz vor der Endzone zu MyCole Pruitt sogar in Führung.

  • Folglich war es an Johnson (13/23, 153 YDS, TD, 2 INT), nochmals zumindest einen Drive einzuleiten, der die Redskins in Field-Goal-Range brachte, doch warf er einen üblen Pick in die Hände von Kevin Byard. Ein allerletzter und von vornherein aussichtsloser Versuch auf ein Wunder endete in einem Pick-6 durch Malcolm Butler, welcher den späten Sieg der Titans klarstellte und schon einmal die Cleveland Browns aus dem Playoff-Rennen eliminierte. Die Titans müssen so oder so in der kommenden Woche noch gegen Indy gewinnen. Washington hingegen ist so gut wie aus dem Playoff-Rennen. Man bräuchte nun zwei Niederlagen der Vikings, eine morgige Pleite der Eagles und müsste Philly in der nächsten Woche zusätzlich noch selbst schlagen, um in die Postseason einzuziehen.

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