Suche...
NFL

NFL Third and Long Week 15: Das All-Pro Team 2018

SPOX-NFL-Redakteur Adrian Franke hat sein All-Pro Team für die 2018er Saison zusammengestellt.
© getty

Die Verkündung der Pro Bowl Kader steht bevor - SPOX zeigt, wer dabei in keinem Fall fehlen darf! NFL-Redakteur Adrian Franke hat sein Regular Season All-Pro Team zusammengestellt, offensiv wie defensiv. Außerdem: die neue Vikings-Offense, potenzielle Playoff-Überraschungen - und welche Coaches müssen gehen?

Ihr wollt Fragen an die SPOX-NFL-Kolumne stellen? Das geht direkt hier an den Autor!

NFL All-Pro Team 2018 - Offense:

In der Nacht zum Mittwoch wird das offizielle Pro-Bowl-Team verkündet - mit Fan-Stimmen, die ein Drittel des Gesamtergebnisses ausmachen, ist es schwer bestreitbar, dass Beliebtheit, Social Media und Fan-Zugehörigkeiten eine sehr große Rolle spielen.

SPOX-NFL-Redakteur Adrian Franke setzt im Vorfeld der Verkündungen die analytische Brille auf und hat sein All-Pro-Team für die 2018er Regular Season zusammengestellt!

Das Vorbild für den Auswahl-Prozess ist das AP-All-Pro-Voting. Offensiv gibt es also einen Running Back, zwei Wide Receiver, einen Tight End und eine Flex-Position; Defensiv gibt es zwei Edge-Rusher, zwei Interior-Linemen, drei Linebacker und einen zusätzlichen Defensive Back. Positionen, bei denen die Auswahl besonders eng war, haben eine "knapp dahinter"-Kategorie.

Quarterback: Patrick Mahomes, Kansas City Chiefs. Patrick Mahomes ist nicht nur der aktuell physisch talentierteste Quarterback in der NFL, wenn wir von Arm-Talent, Würfen aus unmöglicher Position, Bewegung und Passing außerhalb der Pocket und dergleichen sprechen. Er ist auch der Quarterback, der seiner Offense mehr über das Scheme hinausgehend gibt, als irgendein anderer Spieler in der NFL.

Platz 1 bei Football Outsiders' DVOA und DYAR, kein Quarterback ist so gefährlich außerhalb der Pocket und wenn er improvisieren muss, er ist der beste Deep Passer der Liga, produziert die meisten First Downs, hat zwölf Touchdowns und nur eine Interception gegen den Blitz. Er ist schon unheimlich weit was Pre- und Post-Snap-Reads angeht - und das alles in seinem ersten Jahr als Starter. Mahomes ist der beste Quarterback dieser Saison.

Knapp dahinter: Drew Brees, Saints; Philip Rivers, Chargers.

Running Back: Saquon Barkley, New York Giants. Unter schwierigen Umständen - hinter einer über mindestens die erste Saisonhälfte sehr schwachen Offensive Line sowie mit einem bestenfalls inkonstanten Passing Game um ihn herum - hat Barkley eine herausragende Rookie-Saison abgeliefert. Barkley ist einer der besten Contact-Runner der Liga, hat die drittmeisten Runs von zehn Yards oder mehr (hinter Elliott und Gurley), sucht nicht mehr krampfhaft immer das Big Play und ist auch der zentrale Spieler im Passing Game der Giants.

8,4 Yards nach dem Catch pro Reception bedeuten Rang 4 unter Running Backs, laut Pro Football Focus die meisten ausgewichenen Tackles im Passing Game (26) und über 81 Prozent seiner Targets gefangen: Barkley gehört in allen Passing-Game-Kategorien unter Running Backs zur absoluten Spitze und hat unter den im Vergleich schwierigsten Umständen aller hier in Frage kommenden Running Backs die eindrucksvollste Saison gespielt.

Knapp dahinter: Alvin Kamara, Saints; Ezekiel Elliott, Cowboys; Christian McCaffrey, Panthers.

Tight End: Travis Kelce, Kansas City Chiefs. Wenn man die drei Top-Tight-Ends dieser Saison auflistet, dann ist die Liste für mich ziemlich klar: Kelce, Zach Ertz - und San Franciscos George Kittle! Alle drei haben eines gemeinsam: sie sind der Motor ihrer jeweiligen Offense, der Spieler, der Drives konstant am Leben erhält, der in kritischen Downs oft der erste Read des Quarterbacks ist und gleichzeitig auch eine Waffe mit dem Ball in der Hand.

Kelce ist ein solider Blocker, vor allem aber ist er ein gefährlicher Route-Runner und immer wieder überraschend agil mit dem Ball in der Hand. Kelce hat sich mehr und mehr als eines der zentralen Matchup-Probleme in der NFL etabliert.

Knapp dahinter: Zach Ertz, Eagles; George Kittle, 49ers.

Wide Receiver: Michael Thomas, New Orleans Saints. Egal ob man nach Advanced Stats geht (Platz 1 nach Football Outsiders' DYAR, Platz 3 auf DVOA; Nummer-1-Receiver-Grade auf PFF; höchste Catch-Percentage laut Next Gen Stats) oder sich schlicht das Tape anschaut: Michael Thomas ist der beste Wide Receiver dieser Saison.

Das betrifft die Stats, das betrifft seine Bedeutung für die Saints-Offense als gefährlicher Receiver in der für die Saints so wichtigen Mid-Range und vor allem auch aus dem Slot heraus. Das betrifft seine teilweise absurd niedrige Drop-Rate und seine Dominanz als Nummer-1-Receiver, obwohl sich gegnerische Defenses häufig, angesichts der Inkonstanz im Receiving-Corps um ihn herum, auf Thomas als klares Nummer-1-Target einstellen konnten.

Wer in den Playoffs auch auf die Saints trifft: er wird Michael Thomas stoppen müssen, und das wird für die allermeisten Defenses die Nummer-1-Priorität sein.

Wide Reveiver: Tyreek Hill, Kansas City Chiefs. Es gibt aktuell keine individuell explosivere Big-Play-Waffe auf ansatzweise dem konstanten Level, das Tyreek Hill dieses Jahr auflegt. 18 Receptions über 20+ Yards, durchschnittlich 14,9 Air Yards bei seinen Targets (Rang 2 unter Receivern mit mindestens 90 Targets hinter Mike Evans).

Hill belegt auf Football Outsiders' DYAR- und DVOA-Rankings jeweils den zweiten Platz und seine Rolle ist eben mehr als "nur" ein Deep Target. Hill hat auch als Ablenkungs-Element eine riesige Bedeutung für die Chiefs-Offense; ob bei (Fake) Screens oder (Fake) Jet Sweeps - Hill hat nicht zufällig bereits 162 Yards nach dem Catch bei Pässen, die die Line of Scrimmage nicht überqueren.

Die Chiefs-Offense ist gut genug - inklusive der individuellen Improvisationsfähigkeiten von Patrick Mahomes -, dass sie Spiele gewinnen kann, wenn Hill abgemeldet ist. Vor allem über Travis Kelce. Doch Hill ist das X-Faktor-Element und so viel mehr, das Kansas City in den Playoffs brauchen wird.

Knapp dahinter: JuJu Smith-Schuster, Steelers; Adam Thielen, Vikings; DeAndre Hopkins, Texans.

Flex: Todd Gurley, RB, Los Angeles Rams. Über weite Teile der Saison hatte es kein Running Back leichter als Gurley. Eine absurd hohe Anzahl an Carries innerhalb der 5-Yard-Line führte zu den zahlreichen Touchdowns, kein Running Back hatte es häufiger mit einer leichten Box zu tun und kein Running Back lief in einem - aus Sicht des Run Games - besseren Scheme.

Aber Gurleys Saison ist mehr als nur ein tolles Outside-Zone-Scheme, eine sehr gute Line und offene Runs. Gurley wurde als Runner und als Receiver ein wichtiger Spieler in der Rams-Offense und ist auch über das Scheme hinaus extrem produktiv. Falls Jared Goffs Probleme mit Pressure anhalten, könnte das mit Blick auf die Playoffs noch um ein Vielfaches wichtiger werden.

Left Tackle: David Bakhtiari, Green Bay Packers. Der konstanteste und beste Offensive Tackle in der NFL dieses Jahr und ein zentraler Grund dafür, dass Green Bays Offensive Line in der Gesamtbetrachtung teilweise vielleicht etwas zu gut wegkommt. Während Tyron Smith und Trent Williams verletzungsbedingt einen für ihre Verhältnisse schwierigeren Stand hatten, konnte lediglich Armstead mit Bahktiari mithalten. Hätte der Left Tackle der Saints nicht schon fünf Spiele verletzt verpasst, bestünde eine sehr gute Chance, dass er hier stünde. Seine Leistungen jedenfalls waren exzellent.

Knapp dahinter: Terron Armstead, Saints.

Left Guard: Joel Bitonio, Cleveland Browns. Die Browns haben aktuell neben Pittsburgh das beste Guard-Duo der Liga! Bitonio hat dabei nochmal einen Schritt nach vorne gemacht und vor allem in Pass-Protection ist er einer der besten Guards überhaupt. Erst ein Sack geht auf sein Konto, einen QB-Hit hat er laut Pro Football Focus noch nicht zugelassen. Dazu ein solider Run-Blocker und ein sehr disziplinierter Spieler. Dass Clevelands Run Game mit Nick Chubb vor allem über die Mitte, bei Inside-Runs, so explosiv ist, ist kein Zufall und liegt maßgeblich an Bitonio und Kevin Zeitler.

Center: Jason Kelce, Philadelphia Eagles. Vor allem in der ersten Saisonhälfte musste man die Eagles-Line immer wieder kritisieren - Kelce konnte man dabei aber fast immer auslassen. Hat auch jetzt noch keinen Sack dieses Jahr zugelassen und ist mit seiner Agilität und Technik bei den vielseitigen Run-Konzepten der Eagles extrem wichtig. Kaum ein Center in der NFL nimmt im Run Game seines Teams eine vergleichbar große Rolle ein.

Right Guard: David DeCastro, Pittsburgh Steelers. Interior-Pass-Protection ist über die vergangenen Jahre immer wichtiger geworden - und wenige Spieler sind hierbei besser als Pittsburghs Right Guard. DeCastro, auch einer der besten Pull-Blocker der Liga im Run Game, hat in dieser Saison noch keinen Sack zugelassen und ist ein elementarer Bestandteil in einer der besten Offensive Lines der Liga.

Knapp dahinter: Marshal Yanda, Ravens; Kevin Zeitler, Browns; Zack Martin, Cowboys.

Right Tackle: Mitchell Schwartz, Kansas City Chiefs. Mit weitem Abstand der konstanteste Right Tackle in der Liga. Schwartz ist vor allem in Pass-Protection einer der besten Tackles überhaupt und hat für die extrem hohe Anzahl an Pass-Blocking-Snaps (614) verschwindend wenige QB-Pressures zugelassen (19). In einer Division mit jährlich zwei Duellen gegen Von Miller und Joey Bosa auf der rechten Seite der Offensive Line ist Schwartz der Spieler, der Kansas City viel Sicherheit und Stabilität verleiht. Ryan Ramczyk von den Saints kommt am ehesten noch in die Reichweite von Schwartz.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung