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NFL

NFL-Spielbericht: Nächste Saints-Show! Falcons schlagen sich selbst

Von Jan Dafeld
Drew Brees zeigte mit vier Touchdown-Pässen die nächste herausragende Leistung.
© getty

Durch einen deutlichen 31:17-Erfolg gegen die Atlanta Falcons haben die New Orleans Saints ihren zehnten Sieg in Serie feiern können. Drew Brees unterlief zwar eine Interception, mit vier Touchdown-Pässen zeigte der Saints-Quarterback allerdings die nächste herausragende Performance. Atlanta unterliefen derweil zu viele individuelle Fehler, die Falcons kamen auf drei Fumbles sowie eine Interception.

Brees (17/21, 4 TD, 1 INT) und die Saints hatten das Spiel erwartet stark eröffnet. Beim ersten Drive marschierten die Saints geradezu problemlos das Feld herunter. Den 75-Yard-Drive schloss schließlich Tommylee Lewis (1 REC, 28 YDS, 1 TD), der durch Verletzungen im Receiving-Corps von New Orleans mehr Snaps erhielt, mit einem 28-Yard-Catch ab. Die Falcons antworteten zunächst beeindruckend, verpassten es jedoch ihren Drive ebenfalls erfolgreich abzuschließen: Matt Ryan (35/47, 377 YDS, 2 TD, 1 INT) fumblete kurz vor der End Zone.

Kurz darauf gelang der Falcons-Defense allerdings eins der ganz seltenen Ausrufezeichen gegen Brees und die Saints. Damontae Kazee fing Brees an der 40-Yard-Linie ab und holte sich so die NFL-Führung für die meisten Interceptions zurück. Die Referees übersahen bei diesem Play allerdings eine eigentlich eindeutige Pass Interference von Cornerback Brian Poole.

Atlanta verpasste es jedoch, das Big Play voll auszunutzen. Der zweite Red-Zone-Trip der Gäste endete in einem kurzen Field Goal. Nach einem Field Goal von Will Lutz und Brees' zweitem Touchdown-Pass, diesmal auf Austin Carr (1 REC, 12 YDS, 1 TD), standen die Falcons bereits mit dem Rücken zur Wand. Daher spielte Atlanta kurz vor der Pause ein 4th&7 und nach der Halbzeit ein 4th&2 aus. Der Mut wurde jedoch nicht belohnt: Der erste Versuch war zwar erfolgreich, wurde jedoch durch einen Fumble von Julio Jones (11 REC, 147 YDS) kurz darauf zunichte gemacht, beim zweiten Mal wurde Ryans Pass über die Mitte von Alex Anzalone abgelenkt.

Brees' dritter Touchdown-Pass Mitte des dritten Viertels besiegelte das Falcons-Schicksal dann schon fast. Mit einem 25-Yard-Pass fand der MVP-Favorit Tight End Dan Arnold (4 REC, 45 YDS, 1 TD) auf einer Seam-Route in der End Zone und erhöhte die Führung der Hausherren so auf 24:3. Mit dem Mut der Verzweiflung musste Atlanta beim anschließenden Drive erneut zwei Fourth Downs ausspielen, war diesmal bei Pässen zu Austin Hooper (5 REC, 31 YDS) und Calvin Ridley (8 REC, 93 YDS, 1 TD) allerdings erfolgreich und verkürzte so auf zwei Touchdowns Rückstand.

Nachdem ein abgefälschter Pass von Ryan in den Händen von AJ Klein landete, nutzten Brees und die Saints das verkürzte Feld optimal aus. Von der Fünf-Yard-Linie fand Brees mit Keith Kirkwood (1 REC, 5 YDS, 1 TD) seinen nächsten No-Name-Receiver - Touchdown-Pass Nummer vier für den 39-Jährigen! Im Gegenzug spielte Atlanta praktisch notgedrungen erst ein 4th&13 aus, kurz darauf fand Ryan Ridley mit einem langen Pass. Unmittelbar vor der End Zone schlug Lattimore dem Receiver allerdings den Ball aus den Händen - ein Play, das geradezu symptomatisch für den Spielverlauf stehen kann. Ryans später Touchdown-Pass auf Tevin Coleman (8 ATT, 6 YDS, 3 REC, 17 YDS, 1 TD) war letztlich nicht mehr als Ergebnis-Kosmetik.

Saints vs. Falcons - die wichtigsten Statistiken

  • Mit fünf Interceptions ging Kazee als Ligaführender in Week 12. Durch seinen Pick gegen Matthew Stafford im ersten Spiel des Abends zog Kyle Fuller von den Chicago Bears zunächst gleich, Kazees Interception im ersten Viertel bescherte dem Safety dann allerdings wieder Platz eins der NFL.
  • 26 Touchdowns bei nur einer Interception lautete Brees' TD/Int-Ratio nach seinem frühen Touchdown-Pass auf Lewis. Nie zuvor konnte ein Quarterback so spät in der Saison ein besseres Verhältnis aufweisen. Lange hielt die Marke allerdings nicht. Kazees Pick beim nächsten Drive war Interception Nummer zwei für den 39-Jährigen in dieser Saison.
  • Die Red-Zone-Offense der Falcons, seit Woche eins der Saison die zweitbeste der NFL, fiel wieder etwas in alte Muster zurück, der Erfolg war mehr als überschaubar. Ein Turnover und ein Field Goal waren das Resultat der ersten beiden Red-Zone-Trips. Im dritten Versuch gab es dann den Touchdown - allerdings auch nur, weil Atlanta nach drei erfolglosen Versuchen das Fourth Down ausspielte.
  • Mit jeweils acht Turnovern gingen die beiden Teams als die ligaweit Besten in puncto Giveaways ins Spiel. Atlanta unterliefen aber bislang kaum gesehene Fehler. Ryan fumblete beim ersten Drive, kurz vor der Pause verlor Jones den Ball ein zweites Mal. Ryans Interception stellte Turnover Nummer drei dar, kurz darauf unterlief Ridley direkt vor der End Zone mit einem Fumble der nächste Turnover.
  • Brees hat in dieser Saison nun Touchdown-Pässe zu 13 verschiedenen Receivern geworfen. Damit stellt er einen NFL-Rekord ein. Gemeinsamer Rekordhalter mit ihm zusammen ist nun Matt Ryan (2016). Ebenfalls interessant: Alle vier Touchdown-Pässe der Saints im heutigen Spiel gingen zu Undrafted Free Agents.

New Orleans Saints (10-1) - Atlanta Falcons (4-7)

Ergebnis: 31:17 (7:3, 10:0, 7:7, 7:7) BOXSCORE

Der Star des Spiels: Drew Brees

Ein weiteres Spiel, das als Bewerbung für den MVP-Titel dienen könnte. Brees unterstrich einmal mehr, dass er der genaueste Passer der NFL ist und brachte selbst mit einem stark dezimierten Receiving-Corps Pass um Pass zu seinen Mitspielern. Selbst unter Druck fand der Veteran immer wieder Wege, um sich Zeit zu verschaffen und sogar gut gedeckte Receiver einzusetzen. Seinen überragenden Touch stellte er besonders bei den ersten drei seiner vier Touchdown-Pässe unter Beweis. Bei seiner Interception traf Brees keine Schuld. Ebenfalls stark: Alvin Kamara (14 ATT, 89 YDS) und Sheldon Rankins.

Der Flop des Spiels: Die Falcons-Guards

Egal, ob Run oder Pass Plays - Wes Schweitzer und Ben Garland waren praktisch das gesamte Spiel über überfordert. Sowohl Tevin Coleman als auch Ito Smith wurden immer wieder hinter der Line of Scrimmage attackiert, Matt Ryan musste zu oft um sein Leben laufen. Ohne Frage erwischte auch Ryan, den bei seinen beiden Turnovern auch eine Mitschuld trifft, ebenfalls einen schlechten Tag, hinter dieser Interior Offensive Line hatte der Quarterback teilweise aber auch einfach keine Chance. Dass Atlanta seine etatmäßigen Starter Brandon Fusco und Andy Levitre fehlten, wurde selten deutlicher als in diesem Spiel.

Analyse: Saints vs. Falcons: Die Taktiktafel

  • Nachdem die Falcons, Ridley und Ryan im Besonderen, die Saints-Secondary bei ihrem ersten Aufeinandertreffen geradezu vorgeführt hatten, setzte Defensive Coordinator Dennis Allen diesmal primär auf andere Matchups. Eli Apple, der im ersten Spiel noch nicht im Saints-Kader stand, bekam die meisten Snaps gegen Jones und erhielt zusätzlich Safety-Hilfe. Nummer-eins-Cornerback Marshon Lattimore verteidigte Ridley im Eins-gegen-eins.
  • Angesichts der offensive Firepower der Saints zeigte sich Dan Quinn aggressiv und weniger fokussiert auf Field-Position. Dementsprechend entschied der Falcons-Head-Coach vor der Halbzeit mit fast zwei Minuten auf der Uhr ein 4th&7 an der Mittellinie auszuspielen. Ryan erlief zwar erfolgreich das First Down, durch den Fumble von Jones kurz darauf wurde Quinns Mut allerdings nicht belohnt. Durch den hohen Rückstand spielte Quinn noch fünf weitere Male ein Fourth Down aus, drei Mal war Atlanta erfolgreich.
  • Die Offensive Line, ganz besonders die Interior-O-Line, der Falcons war immer wieder überfordert mit ihren Aufgaben - sowohl bei Run Plays als auch bei Pass Plays. Sheldon Rankins und Cameron Jordan kamen immer wieder blitzschnell ins Backfield, Tevin Coleman war als Runner oft geradezu chancenlos.
  • Atlantas erstes Red-Zone-Target ging zu Julio Jones, anschließend wurde der Star-Wideout in diesem Bereich des Feldes wie schon so oft in dieser Saison weitestgehend ignoriert. Teilweise waren dafür Double-Teams der Saints verantwortlich, doch selbst bei Eins-gegen-Eins-Duellen gegen den Blitz ging der Ball zu anderen Spielern.
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