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NFL Coin Toss Week 6: Monday Night Preview - Green Bay Packers vs. San Francisco 49ers

Von Jan Dafeld
Die Green Bay Packers empfangen zum Abschluss von Week 6 die San Francisco 49ers.
© getty

Nach einer bitteren Pleite inklusive Kicker-Drama gegen die Detroit Lions empfangen die Green Bay Packers die San Francisco 49ers. Die Niners sind defensiv anfällig, zudem wirkt auch Quarterback CJ Beathard unsicher. Kann San Francisco trotzdem für eine Überraschung sorgen? Im Coin Toss diskutiert SPOX-Redakteur Jan Dafeld mit mySPOX-User Vizzy, zu sehen gibt es die Partie ab 2.15 Uhr live auf DAZN!

Preview Green Bay Packers (2-2-1) - San Francisco 49ers (1-4) (Di., 2.15 Uhr live auf DAZN)

mySPOX-User Vizzy: Zum Abschluss von Woche 6 treffen die 49ers auf die Packers. Was von allen Experten im Vorhinein als klare Angelegenheit zugunsten Green Bays ausgelegt wird, könnte sich jedoch durch gewisse Bereiche zu einer engen Kiste entwickeln.

Beginnen wir hier mit der Offense San Franciscos: Trotz des Ausfalls von Jimmy Garoppolo, haben es die 49ers in den letzten beiden Wochen geschafft, ordentliche Leistung auf dieser Seite des Feldes zu zeigen: 27 Punkte gegen die Chargers und 18 Punkte gegen die Cardinals. Letztere Punktausbeute täuscht jedoch darüber hinweg, dass die 49ers die Cardinals über die komplette Spielzeit dominierten, aufgrund von fünf Turnovern jedoch zu wenig Kapital daraus schlagen konnten.

Die Vermeidung der Turnover ist dabei das größte Problem der Niners. Sowohl gegen die Chargers, als auch gegen die Cardinals hatte man spät im vierten Viertel die Chance, die Spiele noch zu drehen. Das Ergebnis aus diesen beiden Drives? Fumbles von CJ Beathard. Der Quarterback der 49ers hat zwar Probleme gegen den Blitz, das Screen Game verhalf aber schon gegen Arizona zur Entlastung.

Die Rückkehr von Deep Threat Marquise Goodwin wird der Offense dabei endlich ein dringend benötigtes Element zurückgeben: Die gegnerische Defense vertikal attackieren zu können. Dies sollte auch Räume für die übrigen Receiver und besonders für den Breakout Player der 49ers, Tight End George Kittle, öffnen.

49ers: Problemzone? Die Defense!

Damit kommen wir zur bisherigen Problemzone der 49ers: die Defense, insbesondere die Pass Coverage. Mit Richard Sherman hat man eine bisher einen hervorragenden Move in der Offseason gemacht. Der Cornerback hat in 146 Coverage Snaps in dieser Saison nur einen Catch erlaubt. Gegenüber von Sherman sind die Probleme jedoch groß.

Akhello Whiterspoon schwächelt (PFF Grade 42.9/Rang 107 aller CBs) in seiner zweiten Saison bisher ebenso wie der enttäuschende Jimmie Ward (PFF Grade 52.4/Rang 97). Trotz der Tatsache, dass die 49ers nur 6,9 Yards per Pass erlauben (Rang 6 in der NFL), kassiert man im Schnitt 29 Punkte pro Spiel, was den mangelnden Turnover geschuldet ist. Im Schnitt hat man -1,6 Turnover pro Spiel gegen sich (Rang 32 in der NFL).

Das ist zum anderen auch dem fehlenden Edge-Rush geschuldet, den es auch in Green Bay nicht geben wird. Dennoch werden DeForest Buckner und Co. der Interior O-Line der Packers einige Probleme bereiten (Sack Rate 6,8%/Rang 14). Besonders Buckner wird dabei ein X-Faktor sein, da er Rodgers regelmäßig zum Laufen zwingen müssen wird, um den Niners eine Chance zu geben.

Dann gilt es für die Secondary sich gegen die Rookie-Receiver der Packers durchzusetzen und dringend benötigte Turnover zu forcieren, was durch Aaron Rodgers generelle Aggressivität im vertikalen Passspiel durchaus möglich wird.

Jan Dafeld (SPOX): Wer auf Turnover von Aaron Rodgers hoffen muss, um siegreich vom Feld zu gehen, der ist ohnehin schön böse dran. Wer allerdings aufs Turnover von Rodgers gegen diese 49ers-Secondary hoffen muss, der dürfte fast schon zu bemitleiden sein. Ja, die Packers sind offensiv bislang noch nicht so dominant wie von vielen Beobachtern erhofft oder sogar erwartet. Und ja, hinter dem Receiving-Corps Green Bays stehen vor dem Spiel noch einige verletzungsbedingte Fragezeichen - aber wir reden hier immer noch von Aaron Rodgers!

Er ist und bleibt einer der drei besten Quarterbacks der Liga, trotz Matchups gegen gute und gefährliche Defenses wie Chicago, Minnesota oder Buffalo hat er nach fünf Spielen gerade mal eine Interception auf dem Konto. Rodgers' Interception-Percentage ist mit 0,5 die zweitbeste der NFL. Da dürfte es doch sehr überraschen, wenn es nun ausgerechnet im Matchup gegen die - Richard Sherman mal ausgenommen - mit Abstand schwächste Secondary, auf die Green Bay bis jetzt getroffen ist, Turnover regnen würde.

Die Coverage-Schwächen der Niners-Cornerbacks hast du bereits selbst angesprochen. Und das heißt: Gute Voraussetzungen für das auf Isolation-Routes ausgelegte Offensiv-Schmeme der Packers. So häufig diese taktischen Fixierung Green Bay offensiv limitieren mag, im Duell mit San Francisco sollten die Cheeseheads in den direkten Matchups die Nase vorne haben - erst Recht wenn Randall Cobb und/oder Geronimo Allison zur Verfügung stehen sollten.

Dazu kommt auch noch der ebenfalls bereits angesprochene zahnlose Pass-Rush San Franciscos. Die Pass-Protection der Packers ließ über die ersten fünf Wochen durchaus zu Wünschen übrig (Adjusted Sack Rate von 7,6 Prozent, Platz 22), sollte gegen San Francisco und den mangelhaften Edge-Rush nun aber besser aussehen. Es kann wohl davon ausgegangen werden, dass sich ein Spiel wie in der Vorwoche gegen die Lions, in dem Rodgers viel zu oft unter Druck stand und sogar zwei Fumbles verlor, nicht wiederholen wird. Ich bin mir sicher: Rodgers wird im Monday Night Game abliefern - und er Head Coach Mike McCarty somit (fast unfreiwillig) wieder ein wenig aus der Schussbahn nehmen.

Kein Garoppolo, keine Chance

In der Defense sind die Packers derweil sicher anfälliger. Viele der (durchschnittlich bis soliden) Defensiv-Stats werden durch den dominanten Auftritt gegen einen überforderten Josh Allen und die Buffalo Bills etwas geschönt. Mit einem fitten Jimmy Garoppolo (und im Optimalfall auch noch Jerick McKinnon) könnte hier also tatsächlich ein Shootout drohen - mit CJ Beathard sehe ich da allerdings wenig bis keine Gefahr.

Ja, es gibt schlechtere Backup-Quarterbacks in der Liga. Allerdings hat Beathard in seinem zweiten Jahr immer noch klare Probleme bei Pre- und Post-Snap-Reads, hält den Ball in der Folge oft viel zu lange und beschert sich und seiner Offensive Line somit immer wieder vermeidbare Probleme. Beathards Interception Percentage von 4,4 ist der schlechteste Wert unter 34 qualifizierten Quaterbacks. Kleine Sample Size, klar, trotzdem spricht der Wert eine deutliche Sprache. Gegen den aggressiven Ansatz von Green Bays Defensive Coordinator Mike Pettine, der mit Jaire Alexander (PFF Grade 75.4/Rang 12) und Josh Jackson (PFF Grade 62.7/Rang 62) zwei Rookie-Cornerbacks mit großem Potenzial zur Verfügung stehen hat, könnte das sehr unschön enden.

Die größte Gefahr für die Packers sehe ich daher am ehesten noch im Special-Teams-Play (Mason Crosby!). Über die ersten fünf Wochen waren hier nur die Cleveland Browns und die Los Angeles Chargers noch schlechter als Green Bay. Bislang konnten die 49ers im Return-Game allerdings auch alles andere als überzeugen. Sollten ganz grobe Schnitzer und daraus resultierende Big Plays vermieden werden können, gehe ich letztlich also von einem klaren Packers-Sieg inklusive Aaron-Rodgers-Show aus.

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