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NFL Third and Long Week 2: Fitzmagic erklärt - und wie Jacksonville New England schlug

Ryan Fitzpatrick und die Tampa Bay Buccaneers sind eine der Positiv-Überraschungen der ersten beiden Wochen.
© getty

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Eli Manning, Packers, Raiders, Deshaun Watson, Cardinals - eure Fragen

Dominik Christ: Kurz ein paar Worte zu Clay Matthews und der Flagge? Je öfter ich die Bilder sehe, desto weniger verstehe ich die nämlich. Vor allem im Bezug auf andere Quarterback-Hits ohne Strafe.

Schön, dass die Frage noch kam, andernfalls hätte ich das Thema in einem eigenen Part kurz angesprochen. Der Zusammenhang: Eine Strafe gegen Clay Matthews nach einem Quarterback-Hit radierte die entscheidende Interception aus, hielt Minnesotas Drive am Leben und ebnete letztlich den Weg für das spätere Unentschieden. In Week 1 gab es einige solcher Calls, in diesem Spiel auch einen gegen Minnesota.

Erst einmal: Die Erklärung von Schiedsrichter Tony Corrente ist lächerlich. Er sagt, dass Matthews Kirk Cousins hoch gehoben und dann zu Boden gedrückt hätte. Wer sich die Szene anschaut, der sieht, dass nichts davon stimmt. Matthews trifft Cousins nicht zu spät nach dem Pass, er trifft ihn mittig, also weder zu hoch noch zu tief und weil Cousins nach dem Wurf abspringt, ist er in der Luft. Beim Fallen stützt sich Matthews sogar noch ab, damit er eben nicht mit seinem ganzen Körpergewicht auf Cousins landet.

Natürlich will niemand, dass sich einer der Superstar-Quarterbacks verletzt. Es schadet dem Spiel, der Liga und letztlich dem ganzen Produkt. Deshalb genießt er ja auch schon ein erhöhtes Maß an Schutz und niemand sagt, dass Quarterbacks wie Freiwild behandelt werden sollten. Aber, und das kann man nicht klar genug sagen: es muss schon noch erlaubt sein, den Quarterback zu sacken und zu hitten. Solche Szenen sollten Spiele nicht entscheiden.

Nick Tremonia: Die New York Giants verzweifeln an der eigenen Offensive Line und scheinen darauf keine Antwort zu haben! Lag das an den guten Defensive Lines der Jags und Cowboys oder wird sich das wie ein roter Faden durch die ganze Saison ziehen?

Zum Teil kann man sicher auch auf den Gegner blicken, gerade Jacksonville hat eine der zwei, drei besten Defensive Lines der Liga und wird vielen Teams Probleme bereiten. Die Cowboys haben einen Star-Pass-Rusher in Demarcus Lawrence und hatten gegen die Giants am Sonntagabend sehr gute Blitz-Pakete, auf die New York keine Antwort hatte.

Aber auch die andere Seite der Medaille ist korrekt. Die Giants haben enorme Probleme in der Offensive Line und das betrifft tatsächlich nicht nur Ereck Flowers. Das wird wieder ein Thema sein, das New York begleitet - vor allem in Kombination mit Eli. Gegen die Cowboys war Manning in der Pocket erneut oftmals ein einfaches Ziel, er identifiziert Blitzer nicht korrekt, er kann dem Pass-Rush meist nicht ausweichen und wenn Pressure kommt, dann nimmt er auffallend häufig schnell die Augen runter und beendet so das Play.

Pat Shurmurs Offense in Minnesota hat letztes Jahr - trotz wackliger Line - auch deshalb funktioniert, weil Keenums Pocket-Movement mitunter herausragend war und er in der Struktur des Plays blieb, mit den Augen Downfield und dem Mut, lange Pässe zu wagen. Davon sehe ich aktuell wenig bei den Giants und Manning.

New Yorks Entscheidung für Saquon Barkley war in dem Gedanken, damit jetzt nochmals das Titelfenster zu öffnen. Wenn die Line so spielt, die Defense voller Löcher ist und auch Manning dem Team wenig helfen kann, dann sind die Giants in der NFC aber so weit weg vom Titelfenster, wie man es sich nur vorstellen kann. Und die Entscheidung gegen Darnold oder Rosen könnte die G-Men noch lange verfolgen.

MTitans97: Den Raiders ist letzte und auch diese Woche die Puste, nach vielversprechendem bis sogar starkem Start, ausgegangen. Wo könnten da die Gründe liegen? Ein 2:0 statt eines 0:2, hätte ich nach dem Gesehen, für nicht unmöglich gehalten.

Am Ende kommen wir bei den Raiders aktuell - und ja, infolge des Khalil-Mack-Trades hat es eine gewisse Ironie, dass Gruden es aktuell jede Woche selbst nach den Spielen thematisiert - immer wieder auf den Pass-Rush zurück. Das war gegen Denver erneut ein Thema, nachdem die Raiders gegen die Rams ganze fünf (!) Pressures zustande gebracht hatten. Ohne Pressure fällt irgendwann jede Secondary auseinander - und Oaklands defensives Backfield ist sicher kein Elite-Vertreter.

Diese Baustelle muss Oakland irgendwie geschlossen bekommen, andernfalls wird man immer wieder Spiele verlieren, weil die eigene Defense früher oder später einknickt. Selbst wenn die Offense, und hier muss man Gruden für sein Play-Calling und seine Play-Designs auch einfach mal ganz klar loben, solche Auftritte hat wie über weite Strecken gegen die Broncos.

Chris Hook: Muss man sich langsam Sorgen um Deshaun Watson machen? Und wie viel Schuld trägt Coach Bill O'Brien?

Bei Watson muss man vor allem eine Sache bedenken: Die vergangene Saison wurde rückblickend vielerorts mit einer großen rosa Brille betrachtet, und dabei wurde zu häufig die Tatsache ignoriert, dass die unglaublichen Big Plays nicht nur mit enormem Risiko, sondern auch mit viel Glück zustande kamen.

Nur wenige Quarterbacks haben so viele Risiko-Pässe geworfen - also Pässe, die auch in Interceptions hätten enden können - wie Watson. Und aktuell sehen wir, der Pick in Double Coverage in der Endzone gegen Tennessee am Sonntag war das beste Beispiel dafür, hier eine statistische Rückkehr Richtung Norm. Watsons Deep Passing Game 2017 war spektakulär, keine Frage. Aber aus mehreren Gründen war es so nicht wiederholbar, und das ist ein ganz zentraler dabei.

Ansonsten ist hier natürlich auch die Offensive Line ein Thema und dabei haben sich die Offseason-Befürchtungen bestätigt: Houston kann Watson nicht beschützen. Das wiederum macht es extrem schwierig, eine Offense zu kreieren, in der der Quarterback aus der Pocket das Spielgeschehen bestimmt.

Im Endeffekt könnte man also sagen, dass die erwartbaren Rückschritte eingetreten sind, diese allerdings auch durch individuell schlechte Momente von Watson selbst nochmals maximiert wurden. Es könnte durchaus sein, dass Houston weite Teile dieser Saison benötigt, um hier die Trendwende einzuleiten.

Herr Bert: Gute O-Line = gute Offense? Oder der Umkehrschluss: Sind hohe Draft-Picks in Skill Position Player (Quarterback ausgenommen) verschwendet, wenn das Gerüst nicht steht? Siehe Giants...

Ganz so drastisch würde ich es nicht sagen, mit einem einfachen Grund: Ein echter Elite-Receiver verändert die Struktur einer Offense und ist eine wirkliche Waffe, die Coverage-Konzepte der Defense in gewisse Richtungen zwingen und so das defensive Play-Calling massiv beeinflussen kann. Deshalb würde ich das hierbei ausschließen - bei den Running Backs dagegen fällt endlich immer mehr Leuten auf, dass die Position für sich betrachtet einfach einen geringen Wert hat.

Zu viele Umstände spielen bei einem erfolgreichen Run Game eine Rolle und über einen längeren Zeitraum ist das Blocking in den allermeisten Fällen über dem Running Back anzuordnen. Ganz zu schweigen davon, dass das Run Game in der heutigen NFL statistisch entschieden geringere Auswirkungen auf den Ausgang eines Spiels hat als das Passspiel. Ein Running Back ist keineswegs wertlos - aber er ist in den allermeisten Fällen austauschbarer als nahezu jede andere Position, was hohe Draft-Picks unsinnig macht.

Ich hatte außerdem ja bereits in mehreren Artikeln darauf hingewiesen, dass es statistisch inzwischen klar ist, dass ein erfolgreiches Run Game und ein erfolgreiches Play Action Game in keinem direkten Zusammenhang stehen; Verteidiger lesen auf dem Feld in dem Sekundenbruchteil ihre Reads, ergo das Verhalten der Linemen und des Quarterbacks. Ist der Fake gut, wird die Defense zumindest in Teilen darauf reinfallen. Egal, ob der Gegner für 1,3 oder 8,5 Yards pro Run läuft.

Eine starke Offensive Line als das Gerüst einer Offense kann ein Team tragen, weil sie das Run Game wie gesagt mehr beeinflusst und gleichzeitig natürlich auch das Passspiel maßgeblich prägt. Wenn ich mir heute eine Offense aus dem Nichts aufbauen würde, wäre die Line nach dem Quarterback mein erster Fokus.

Oliver Fa: Kann man die Cardinals-Saison jetzt schon als Umbruch verbuchen und auf bessere Zeiten hoffen? Wo ist der Unterschied von Wilks zu McVay, der ja direkt eingeschlagen ist wie eine Rakete?

McVays Turnaround bei den Rams ist natürlich eine hohe Messlatte und war in vielerlei Hinsicht historisch. Er ist ein toller Coach, der eine moderne, spektakuläre und toll geschemte Offense spielen lässt, da gibt es keinen Zweifel. Und natürlich hatte er mit der runderneuerten Offensive Line und einem deutlich verbesserten Receiving-Corps auch eine gute individuelle Basis für den Start. Die brauchen auch gute Coaches, dafür müssen wir nur auf die ersten neun Spiele von Kyle Shanahan als Head Coach der 49ers blicken.

Was die Cardinals angeht: Ja, man kann die Saison als Umbruchsjahr verbuchen. Sam Bradford, der Eindruck hat sich für mich am Sonntag nochmals bestätigt, sieht so aus, als wäre er physisch fertig. Accuracy generell sowie Power etwa bei Out-Routes sind weg, Downfield-Pässe scheint er ohnehin nicht in seinem Arsenal zu haben und all die Misdirection- und 2-Back-Elemente, die man über den Sommer gesehen hat, sind scheinbar weg. Auch David Johnson wird im Passspiel falsch und generell zu wenig eingesetzt.

In der Folge ist eigentlich die einzig wirklich interessante Frage in der Wüste: Wann kommt Josh Rosen? Ich glaube nicht, dass er in dem aktuellen Setup wahnsinnig viel lernt, und hier kann man sicher argumentieren, dass die Reps im Spiel ihm mehr helfen würden. Und möglicherweise würde das dann auch ziemlich schnell für das ganze Team zutreffen, wenn etwa das Downfield-Passing-Game wieder eine ernsthafte Bedrohung für Defenses ist.

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