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NFL Third and Long: Die Offense-Schemes aller 32 Teams

SPOX blickt vor dem Saisonstart auf die offensiven Grund-Schemes aller 32 Teams.
© getty

Los Angeles Chargers Scheme:

Offense-Grundlage: Flexibler West Coast/Spread Hybrid.

Und wie sieht das aus? Schnelle Pässe, bevorzugt über kurze und mittellange Crossing-Routes mit Yards nach dem Catch und sehr präzisem Timing - das ist eines der Markenzeichen in Ken Whisenhunts Interpretation der West Coast Offense, und die Chargers sind bei diesen Routes eines der gefährlichsten Teams ligaweit. Whisenhunt stellt dabei gerne zwei oder auch drei Receiver eng beieinander auf, um auf der anderen Seite der Formation Isolation-Matchups zu kreieren. Da Hunter Henry die komplette Saison verletzt verpasst und Antonio Gates, sollten die Chargers den Routinier zurückholen, für eine solche Rolle nicht mehr infrage kommt, könnte Mike Williams in die ISO-Position rutschen. Über die letzten beiden Jahre hatten die Chargers eine der Shotgun-lastigsten Offenses, daran wird sich nichts ändern. Die verbesserte Offensive Line sollte auch dabei helfen, Melvin Gordon mehr Outside-Runs zu ermöglichen.

Los Angeles Rams Scheme:

Offense-Grundlage: West Coast Offense mit vielen vertikalen Elementen.

Und wie sieht das aus? Geprägt in der West Coast Offense und dem Zone Run Game unter Kyle Shanahan und Jay Gruden in Washington, hat McVay bei den Rams in der vergangenen Saison bei den Rams den spektakulären Turnaround geschafft. Wie? Mit einem Play-Action-Passspiel, das in puncto Formations und Personnel glänzend mit dem Run Game kombiniert wird. Mit einem sehr guten Screen Game, umgesetzt durch Todd Gurley. Mit Pre-Snap Motion, um Coverages zu erkennen. Mit Spielzügen, die vor und unmittelbar nach dem Snap nahezu identisch aussehen, nur um sich dann während des Plays zu verändern. Mit engen Formationen, um daraus Man-Beater (Rub Routes etwa, genau wie verdeckte Releases für die Receiver) aufzubauen. McVay setzt noch viel intensiver als seine Lehrmeister auf 11-Personnel (also 3-Receiver-Sets mit einem Tight End und einem Running Back), kein Team nutzte diese Aufstellung prozentual häufiger als L.A. (81 Prozent). Seine Downfield-Elemente bauen oft auf engen 3-Receiver-Sets auf, daraus lässt er unterschiedlichste Route-Kombinationen laufen, häufig mit dem Ziel, entweder eine Seite der Defense zu überladen oder aber einen Verteidiger zu isolieren.

Miami Dolphins Scheme:

Offense-Grundlage: West Coast/Air Coryell Hybrid.

Und wie sieht das aus? In einem Interview früh in der Offseason zögerte Dolphins-Coach Adam Gase auf die Frage nach der eigenen Offensiv-Identität. Und das nicht ohne Grund, hatten die Dolphins in den vergangenen Jahren doch eine bunte Mischung aus verschiedenen Ansätzen. Das ist einerseits bedingt durch Verletzungen und wechselndes Personal, andererseits aber auch durch Gases eigenen Ansatz: Seine Plays stammen gemischt aus Air Coryell und der West Coast Offense, sein Fokus liegt darauf, Matchup-Vorteile zu kreieren - sei es durch Pre-Snap Motion, durch Play Action, durch das Überladen einer Defense-Seite oder dergleichen. In der Vergangenheit setzte Gase gerne auf ein schnelles Kurzpassspiel, er ließ mit Tannehill Option-Elemente einfließen und er hat eine Schwäche für Formationen, die dem Tight End vorteilhafte Matchups verschaffen, etwa durch Y-ISO. In Mike Gesicki hat er jetzt den Tight End dafür, in Kenyan Drake eine potentielle Matchup-Waffe in seinem Backfield. Gase will über sein Scheme gewinnen - es ist ein entscheidendes Jahr für Gase und auch für Tannehill in Miami.

Minnesota Vikings Scheme:

Offense-Grundlage: Flexible West Coast Offense.

Und wie sieht das aus? Minnesotas neuer Offensive Coordinator John DeFilippo ist in der West Coast Offense geprägt, hat aber bereits in verschiedenen Offenses gearbeitet. Die Grundidee in Minnesota: Viele der Dinge, die unter Pat Shurmur in der vergangenen Saison so gut funktioniert haben, sollen beibehalten werden. Dazu gehören die Route-Kombinationen, die hohe Play-Action-Rate, viel Pre-Snap-Motion und Stack-Formation, um Receivern beim Release zu helfen und das Timing der Route beizubehalten. Mit Kirk Cousins' Stärken im Play Action Game und DeFilippos Erfahrungen aus Philadelphia im Vorjahr ist eine moderne sowie Quarterback-freundliche Offense zu erwarten.

New England Patriots Scheme:

Offense-Grundlage: Erhardt-Perkins Offense.

Und wie sieht das aus? Die spannendste Offense der letzten zehn Jahre, weil sie in ihren statistischen Leistungen so konstant, wie sie schematisch abwechslungsreich war. New England hat sich in den vergangenen Jahren von einer Spread-Offense in eine 2-TE-Offense in eine Slot-lastige Kurzpass-Offense in eine Downfield-Offense verwandelt, und in der kommenden Saison gibt es wohl die Rückkehr zum Kurzpassspiel. Diese Wandelbarkeit ist einerseits ein Verdienst von Tom Brady, andererseits aber auch des extrem flexiblen Schemes. Die Patriots können problemlos neue Elemente hinzufügen, die Aufteilung ihrer Route-Kombinationen in Konzepte erlaubt es, dass dieses aus verschiedensten Aufstellungen und Formationen umgesetzt werden. Es ist die wohl flexibelste Offense der gesamten Liga.

New Orleans Saints Scheme:

Offense-Grundlage: West Coast/Air Coryell Hybrid.

Und wie sieht das aus? Sean Paytons Offense in New Orleans gilt bereits seit einer Weile als eine der schwierigeren Offensiven in der NFL. Motion, verschiedenste Formationen, komplexe Route-Kombinationen: Payton setzt in seiner Version der West Coast Offense zwar noch stark auf Underneath Routes, die ausgeprägte West-Coast-Terminologie und das Run Game, hat diese aber deutlich erweitert. Unter anderem auch durch eines der ausgeprägtesten und vielseitigsten Screen Games überhaupt, kaum ein Team baut so intensiv darauf und ist hier so gut wie New Orleans, sowie zahlreiche Downfield-Pakete, welche Brees ohnehin bestens kennt. Während Payton unter Jon Gruden in der West Coast Offense geschult wurde, kam Brees mit der im College gespielten Spread sowie der Air Coryell, die er in San Diego spielte, nach New Orleans. Das Zusammenspiel zwischen Brees und Payton gehört zu den fünf besten Coach-QB-Connections in der NFL, die Offensive Line und das Running-Back-Duo erlaubt es Payton, tiefe Dropbacks genau wie sein Screen und Run Game weiter auszubauen.

New York Giants Scheme:

Offense-Grundlage: West Coast/Spread Hybrid mit vertikalem Einschlag.

Und wie sieht das aus? Einige der zentralen Shurmur-Elemente - Play Action, Motion, Stack-Formationen unter anderem - stehen ja bereits im Vikings-Part, generell sollte die Offense vielseitiger werden. Weg von dem mitunter absurden 11-Personnel-Einsatz unter Ben McAdoo, hin zu mehr Ausgeglichenheit. Mehr 2-TE-Pakete, mehr Route-Kombinationen für Beckham und Shepard, statt sich auf die individuelle Qualität der Receiver zu verlassen. Der Kern der Offense bleibt die West Coast Offense, doch sollten die Route-Pakete und die Formationen genau wie das von Shurmur vorgesehene Verteilen des Balls und die Nutzung von Play Action und Run Pass Options Defenses das Leben entschieden schwieriger machen.

New York Jets Scheme:

Offense-Grundlage: West Coast Offense.

Und wie sieht das aus? Trotz der offensiv überraschend erfolgreichen Vorsaison vollzogen die Jets einen Coordinator-Tausch, Jeremy Bates übernahm. Bates, der sich von 2013 bis 2016 eine Auszeit nahm, ist ganz klar in der West Coast Offense geprägt, setzt auf ein Zone-Blocking-Scheme sowie präzises Timing im (Kurz-)Passspiel. Gerade Letzteres wurde in der Preseason ebenfalls schon deutlich und sollte Sam Darnold bei dessen größter Schwäche - der Turnover-Problematik - helfen: Bates verschafft Darnold schnelle Reads und kurze Pässe, ein echtes Downfield-Element suchte man bisher meist vergebens. Darnold hat hier beachtlich schnell einen Rhythmus gefunden und ein ausgeprägtes Kurzpassspiel würde auch dabei helfen, die anfällige Offensive Line zu schützen.

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