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NFL: Moritz Böhringers NFL-Chance - so funktioniert das Pathway Programm

Mittwoch, 02.05.2018 | 09:30 Uhr
Moritz Böhringer kommt bei den Cincinnati Bengals
© NFL
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Moritz Böhringer darf weiter von der NFL träumen - Böhringer kann sich über die kommenden Wochen und Monate bei den Cincinnati Bengals beweisen. Mit Christopher Ezeala (zu den Ravens) kam ein weiterer Deutscher in der AFC North unter, beide Verpflichtungen finden im Rahmen des International Player Pathway Programms statt. SPOX erklärt das Programm und die NFL-Chancen der beiden.

Böhringer: Was ist das NFL Pathway Programm?

Das NFL Pathway Programm wurde ins Leben gerufen, um die weltweite Reichweite der Liga zu vergrößern - und um die Fans anderer Länder über die Identifikation mit einzelnen Spielern noch enger an die Liga zu binden. Das Programm startete 2017 und hat das Ziel, ausländischen Talenten eine längerfristige Chance auf einen Kaderplatz in der NFL zu geben.

Dafür teilt die Liga seit dem Vorjahr pro Saison jedem Team einer bestimmten Division je einen internationalen Spieler zu. In der vergangenen Saison war das die NFC South, via Los fiel die Wahl auf diese Division: Die Briten Efe Obada (Carolina Panthers), Alex Jenkins (New Orleans Saints) und Alex Gray (Atlanta Falcons) sowie der Deutsche Eric Nzeocha (Tampa Bay Buccaneers) kamen so in die Practice Squads der vier Teams.

"Das ist ein wichtiger Part in der Gesamt-Strategie der Liga, um international zu wachsen. Wir wollen internationalen Athleten die Möglichkeit geben, in der NFL zu spielen", brachte es Mark Waller, Liga-Vizepräsident für Internationales, auf den Punkt. "Das wird den Talent-Pool erweitern, andere inspirieren und ultimativ auch für den Wachstum der Fan-Basis sorgen."

Wer sind die NFL-Pathway-Spieler 2018?

Spieler (Herkunftsland)PositionTeam
Moritz Böhringer (Deutschland)Tight EndCincinnati Bengals
Christopher Ezeala (Deutschland)FullbackBaltimore Ravens
Tigie Sankoh (UK)Defensive BackCleveland Browns
Christian Scotland-Williamson (UK)Tight EndPittsburgh Steelers

Böhringer, Ezeala und Co.: Wie funktioniert das Pathway Programm?

Für die Spieler im NFL Pathway Programm gelten besondere Regeln: Böhringer, Ezeala, Tigie Sankoh und Christian Scotland-Williamson haben über den Sommer die Chance, sich für den finalen 53-Mann-Kader zu empfehlen. Sie könnten also in der kommenden Saison zum Einsatz kommen, wenn sie die Coaches im Training Camp vollends von sich überzeugen.

Ab dann aber gibt es Hilfe vonseiten der Liga. Gelingt den vier internationalen Spielern - die übrigens nicht gegen das 90-Spieler-Limit im Sommer zählen - der Sprung in den 53er Kader nämlich nicht, gewährt die NFL den vier Teams einen zusätzlichen elften Practice-Squad-Platz, die sogenannten "International Player Practice Squad Exemption". Die soll dabei helfen, die Spieler im Kader zu halten und ihnen die Chance geben, weiter mit dem Team zu trainieren und sich zu verbessern.

Die Ausnahme mit diesem elften Practice-Squad-Platz: Landet ein Spieler innerhalb des Programms nach den finalen Kader-Cuts in der Practice Squad, kann er während der Saison zwar regulär mit dem Team arbeiten, allerdings kann er nicht in den aktiven Kader befördert werden.

Und Spieler können darüber hinaus, wenn sie auf diesem Sonderplatz in der Practice Squad landen, im ersten Jahr im Programm auch nicht entlassen werden. Da der 53er-Kader erst nach der Preseason gebildet wird, können die International Pathway Spieler aber vorher in den vier Preseason-Partien zum Einsatz kommen. Den gesamten Preseason-Spielplan gibt's hier im Überblick.

Wie viel verdienen Spieler in der Practice Squad?

Böhringer war zuvor bereits bei den Minnesota Vikings, die ihn 2016 in der sechsten Runde gedraftet hatten, im Practice Squad. "Ich war ziemlich unvorbereitet", sollte er später, im Januar 2017, im SPOX-Interview rückblickend verraten, "es ist etwas komplett anderes als in Deutschland, ganz klar - allein die Tatsache, dass alles hier professionell ist, ist schon eine große Umstellung. Alles ist intensiver, überall warten die Medien. Das ist schon etwas anderes."

Ein Spieler darf nicht mehr als drei Jahre in einem Practice Squad verbringen, Teams dürfen von ihren zehn Practice-Squad-Plätzen maximal vier mit Spielern besetzen, die zwei NFL-Spielzeiten mit mindestens sechs Partien in einem aktiven Kader hinter sich haben. Hat ein Spieler bereits drei Saisons absolviert, in denen er je mindestens sechs Partien im aktiven (also 53er-) Kader stand, ist er für die Practice Squad nicht mehr auswählbar.

Spieler im Practice Squad werden selbstverständlich auch bezahlt. Der genaue finanzielle Schlüssel für 2018 steht noch nicht fest, 2017 aber dient als gute Orientierung: Im Vorjahr musste ein Spieler in der PS mindestens 7200 Dollar pro Woche erhalten, verbringt er die ganze Regular Season dort, wären das somit 122.400 Dollar gewesen. Teams können ihren Practice-Squad-Spielern darüber hinaus so viel bezahlen, wie sie wollen - diese Gehälter zählen nicht gegen die Salary Cap.

Ein PS-Spieler kann von einem anderen Team nur direkt aus der Practice Squad verpflichtet werden, wenn er sofort in den aktiven, 53-Mann-Kader kommt. Team A könnte also einen Practice-Squad-Spieler von Team B nicht holen, um ihn dann in die eigene Practice Squad zu stecken.

Wie stehen Moritz Böhringers NFL-Chancen?

Böhringer, Ezeala, Sankoh und Scotland-Williamson haben in den vergangenen drei Monaten gemeinsam mit NFL-Spielern und NFL-Prospects in Florida unter der Leitung von NFLUK-Football-Chef Aden Durde trainiert. Böhringer hat dabei sichtbar an Muskelmasse zugelegt - und wird in Cincinnati einen Positionswechsel vollziehen.

Der Aalener, der in der GFL sowie in Minnesota als Wide Receiver gespielt und trainiert hat, wird von den Bengals als Tight End gelistet. Das ist eine unerwartete Umstellung, die Physis für die Position bringt Böhringer fraglos mit. Allerdings dürfte die größte Frage in diesem Zusammenhang sein, wie er sich als Blocker präsentiert - etwas, das er bisher in seiner Football-Karriere nur selten machen musste.

Gelingen ihm hier signifikante Fortschritte - Böhringer hat mutmaßlich in der Richtung schon in Florida zuletzt trainiert - ist Cincinnati zumindest ein interessanter Spot: Neben Tyler Eifert, der nach massiven Verletzungsproblemen in den vergangenen Jahren nochmals mit einem Einjahresvertrag in die Saison geht, haben die Bengals Tyler Kroft und C.J. Uzomah als die Optionen 2 und 3.

Beide sind solide Spieler, beide aber haben sich zumindest bisher auch nicht als konstante Pass-Fänger hervorgetan. In dieser Hinsicht könnte Böhringer tatsächlich eine andere Dimension für die Kadertiefe mitbringen. All das aber ist selbstverständlich sehr theoretisch und hängt neben seinen Blocking-Fähigkeiten auch mit der Frage zusammen, wie stark sich Böhringer als Route-Runner und im Arbeiten gegen Man Coverage verbessert hat.

Chris Ezeala mit neuer Rolle bei den Ravens

Chris Ezeala, dessen Football-Wurzeln in Bayern liegen, indes wurde unter anderem deshalb den Ravens zugeteilt, weil sie eines der Teams sind, das noch einen Fullback im Kader führt. Fullbacks erleben in der heutigen NFL derzeit eine kleine Renaissance, weil kreative Offenses sie als Matchup-Waffen unter anderem auch im Passspiel einsetzen.

"Ich habe in Deutschland sehr viele Positionen gespielt, war Running Back, Linebacker und Defensive End", erklärte er jüngst im Gespräch mit ran.de. "Hier haben mir meine Coaches gesagt, dass es zwar viele Linebacker wie mich gibt, aber keinen Fullback, der so athletisch und so schnell ist. Also versuchen Sie, mit mir einen neuen Spielertypen zu erschaffen."

Moritz Böhringers GFL-Statistiken 2015

SpieleReceptionsReceiving-YardsTouchdownsReturnsReturn-YardsTouchdowns
1659123213144152

Pathway Programm 2017: Wo stehen die Spieler?

Die Liga teilte in einem Statement mit, dass die Pathway-Programm-Spieler der Vorsaison 2018 zu ihren Vorjahres-Teams zurückkehren. Saints-Defensive-End Alex Jenkins startete seine Football-Karriere erst 2012, als er sich nach Alternativen zu Fußball umschaute. Er spielte für die University of the Incarnate Word in San Antonio, sein Highlight bisher war, wie er selbst sagt, ein Sack im Preseason-Opener des Vorjahres gegen Cleveland. "Ich hoffe, dass da noch mehr Highlights kommen", erzählte er im Gespräch mit ESPN.

Carolinas Efe Obada, ebenfalls ein Defensive End, ist noch deutlich roher. Ganze fünf Spiele für die London Warriors hatte er auf dem Buckel, ehe ihn die Dallas Cowboys in ihr Practice Squad holten. Auch in Kansas City und Atlanta war er anschließend kurzzeitig unter Vertrag, ehe er im Rahmen des Pathway Programms schließlich in Carolina landete.

Falcons-TE Alex Gray kommt vom Rugby, Bucs-Linebacker Eric Nzeocha hat die längste Football-Vergangenheit der vier Vorjahres-Spieler: Rund zehn Jahre lang spielt er inzwischen Football, unter anderem für Deutschlands Nationalmannschaft und für die University of Wyoming. Dort erst vollzog er vor der 2015er Saison aber den Wechsel vom Tight End zum Linebacker.

Alle vier haben jetzt die Chance, sich weiter zu verbessern und um einen Kaderplatz zu konkurrieren.

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